Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
555
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Vierte

Träumereien des materiellen Lebens. Sie haben vorzüglich das Bewußtſein der Arbeit und der Pflicht. Die Schrift⸗ ſetzer ſind wie eine lebendige und bewaffnete Encyclopädie; es giebt da eine ganze Welt mit im Zaume gehaltenen, aber ausdauernden Leidenſchaften; eine ganze Pflanzſchule von Männern, die ihr Mark und ihre Kraft verbergen. Wenn Frankreich eine ganz fertig gemachte Regierung finden wollte, ſo brauchte es ſich nur an eine Werkſtätte von Schriftſetzern zu wenden. Es würde vielleicht eine Regierung von Ideo⸗ logen, aber doch eine Regierung ſein.

So lieb Tallien auch die Bücher hatte, ſo hielt er in der Buchdruckerei doch nicht lange aus; er wollte doch ſeine weiße Hand lieber in der Schreibſtube mit Tinte beſchmutzen, als mit Guttenberg's Lettern; er kehrte zu den Procuratoren zurück. Die Schreibſtuben der Procuratoren waren damals heiterer, als es heut zu Tage die Schreibſtuben der Notare und der Anwalte ſind; die geiſtige Ausgelaſſenheit hatte daſelbſt ganz freie Hand; dort erſann die pariſer Gaminerie ihre ſtärkſten Poſſen.

Man hat geſagt, die revolutionären Freundſchaften Tallien's datirten aus dieſer Epoche; man hat geſagt, er habe im Gerichtshofe die Bekanntſchaft vieler unbeſchäftigten Ad⸗ vocaten, wie Danton, gemacht, der die Sache der Republik bald mit ſo großer Beredtſamkeit vertheidigte.

Als die Revolution ausbrach, wollte Tallien mit ſeiner ganzen Stärke in ſie eintreten. Wie wurde er damals der Secretär des Grafen Alexandre de Lameth? Ich weiß es nicht. Aus dem Cabinet Lameth's trat er in das des Mit⸗ glieds der Conſtituante, Brouſtaret.

Alle Thüren waren ihm recht, ſelbſt die des Moniteur;

da er für denſelben nichts ſchreiben durfte, ſo begnügte er ſich an demſelben mit der Stelle eines Correctors, der die Druck⸗ feyler zu verbeſſern hat, bis er ſpäter ſelbſt ein Journal be gründen konnte. Er war damals zwanzig Jahre alt, groß, trug ſeinen Kopf ſehr gut, einen ſchönen Kopf, an dem die der Mode der Zeit entlehnten plebejiſchen Züge den ihm an⸗ gebornen Stolz nicht maskirten. Was auch ſein Urſprung geweſen ſein mag, es gab in ſeinem Weſen etwas Adeliges, das ſeine revolutionäre Energie mäßigte; umſonſt hatte er ſeine Stirne gebräunt, um ſein jugendliches Alter zu verber gen und um eine nachdenkliche Phyſiognomie anzunehmen, der Strahl der zwanzig Jahre glänzte doch in ſeinem Geſichte. Man hat ihn mit Saint Juſt verglichen, denn er war ſchön und jung wie der Freund Robespierre's; aber Saint Juſt, welcher die Revolution mit der ganzen Jungfräulichkeit des Herzens liebte, hatte in ſeinem Geſichte den Glauben des Apoſtels, während Tallien, der weit mehr Leidenſchaft als Glauben beſaß, in ſeinem Geſichte nicht dieſelben Gedanken ausdrücken konnte. Auf demſelben zeigte ſich die bittere und ſpöttiſche Bläſſe des Pariſers, der an Alles glaubt und doch nichts glaubt.

Wenn man Tallien einmal geſehen hatte, ſo vergaß man ihn nicht wieder. Hatte man Thereſia Caborrus einmal geſehen, ſo liebte man ſie. Tallien offenbarte durch ſeine Kraft und ſein vornehmes Weſen ſeine plebejiſche und ariſtokratiſche Herkunft. Seine großen lebhaften und ſanften Augen, das Runzeln ſeiner Augenbrauen, der Stolz ſeines griechiſch franzöſiſchen Profils, der Spott und die Verachtung ſeiner leidenſchaftlichen Lippen, ſein Auftreten, in dem man eben⸗ ſowohl den Titanen wie den Marquis erkannte, ſeine thea⸗ traliſchen Stellungen, ſein ſtürmiſches und zugleich liebkoſen⸗ des Wort, Alles an ihm zog die Neugierde an und gewann

Jolge. 55⁵ ihm die Herzen der Frauen. Wenn die Frauen ihn nicht bei dem erſten Blick liebten, ſo hatten ſie vor ihm Furcht; er beunruhigte die ſtärkſten Seelen.

Madame Tallien erzählte, ſie habe ihren Mann vor ihrem Zuſammentreffen in Bordeaux, wo er, von ihrer Schön⸗ heit bezaubert, ihr das Leben rettete, nur dreimal geſehen: ein⸗ mal bei Madame Le Brun, einmal bei Alexandre de Lameth und einmal im Convente. So war der Mann, der ſie für ſie und für ſich rettete, ihr kein Fremder.

(Schluß folgt.)

aus der Kindheit von Dupont de Nemours.

Ein politiſcher Mann, der zu derſelben Zeit Redner und Publiciſt und ein ausgezeichneter Gelehrter war und der unter andern Werken ſehr originelle Studien über die Wiſſen⸗ ſchaften, die ſocialen Inſtitutionen und die Sprache der Thiere hinterlaſſen hat, Samuel Dupont de Nemours, war ein mit reichen Geiſtesanlagen ausgeſtattetes Kind.

Als man ihn eines Tages, wo er bereits im Greiſenalter ſtand, fragte, welche für ihn die angenehmſte Erinnerung ſeines Lebens ſei, antwortete er:

Eine Erinnerung

Ich war zwölf Jahre alt(und ich kann es wohl geſtehen, ohne die Beſcheidenheit zu verletzen), ich war der beſte Schüler in der Claſſe. Während einiger Zeit hatte dieſe Ueberlegenheit mich zum Gegenſtande mancher Eiferfucht gemacht; der Eine machte mir ein finſteres Geſicht; der Andere paßte auf mein Betragen auf, um darin einen Fehler zu entdecken, den er dem Lehrer angeben könne.

Eines Tages war ich bei der öffentlichen Prüfung in meinen Antworten fortwährend ſo glücklich, daß ich von Seiten der Anweſenden förmlich der Gegenſtand einer Ova⸗ tion wurde. Mit Zurufen überſchüttet, gekrönt, umarmt, verließ ich den Schulſaal äußerſt glücklich, aber dieſes Ver⸗ gnügen wurde doch durch die bittere Idee etwas geſtört, daß ein ſo glänzender Triumph mir von Seiten meiner Mitſchüler noch mehr Neid und Feindſchaft zuziehen werde.

Ich ging daher ungeduldig fort, um in dem elterlichen Hauſe eine Freude zu genießen, welche dort wenigſtens un⸗ vermiſcht ſein mußte, als ich, indem ich um die Ecke in eine Straße eintrat, durch welche mein Weg mich führte, zwei oder drei Schüler meiner Claſſe ſah, welche dort auf mich gelauert hatten, die, ſobald ſie mich erblickt hatten, eilig um die Ecke der Straße liefen und riefen:Da iſt er! da iſt er 15

Ich geſtehe, hätte ich mich nicht in Geſellſchaft meiner Eltern gewußt, ſo würden mich das Verfahren und die Ausrufe dieſer Knaben ſehr beunruhigt haben, denn ich hatte unter ihnen zwei derjenigen erkannt, die ſich bisher auf meine Erfolge in der Claſſe am eiferſüchtigſten gezeigt hatten. Ich würde, wenn auch nicht einen brutalen Angriff, wenigſtens eine Ovation von einem ganz entgegengeſetzten Charakter, als die mir in der Claſſe zu Theil gewordene, befürchtet haben.

Ich war nicht ohne einige Beſorgniſſe, als ich, indem ich um die Ecke der Straße trat, in der Entfernung von etwa dreißig Schritten die compacte Maſſe aller Zöglinge der Claſſe ſah, welche in einer Art den ganzen Weg verſperrten und Blicke auf mich richteten, in denen ich die feindlichſten Ab⸗ ſichten zu leſen glaubte.

Was können ſie gegen mich haben? fragte ich meinen Vater, an den ich mich inſtinktmäßig drängte, um bei ihm Schutz zu finden.

Ach! dieſe Erinnerung datirt aus einer ſehr ſernen Zeit.