Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
539
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Vierte Folge. 539

gerippe mit einem tragfähigen Erdreich zu bekleiden. die Vereinigten Staaten iſt in ſofern nicht ſoviel zu

Dies ſind Vergehen, welche die Enkel tragen müſſen, ohne ſie gut machen zu können. Liebig hat Recht,

wenn er nicht nur das mangelhafte Düngen des

ſagen, als dieſes Terrain in Europa bereits bekann⸗ ter iſt. Des Reiſenden Urtheile über Cuba ſtimmen im

Bodens, ſondern auch die Entwaldung zu den Gründen Grunde mit denen überein, welche wir ihrer Zeit zählt, welche die Ertragsfähigkeit unſeres Planeten von Sievers in dieſen Blättern erwähnt haben. Dieſe

immer bedenklicher reduciren.

Inſel iſt in der That nicht nur eine Perle, ſie iſt

Ueber Müllers Ausſprüche über ſeine Tour durch der Diamant in der Krone der Antillen.

Jeuilleton.

Notre Dame de Thermidor. Par Arsène Houssaye.

In der neuern Zeit haben franzöſiſche Schriftſteller häufig irgend ein wichtiges Ereigniß der erſten franzöſiſchen Revolution oder eine in derſelben hervorragende Perſönlich⸗ keit in einer populären Art bearbeitet, und Bücher dieſer Art haben ſtets mit Gewißheit auf einen großen Leſerkreis rechnen können, da es ihnen nie an höchſt ergreifenden Scenen fehlte. Die Reihe dieſer Schriften hat Arſéène Houſſaye jetzt durch ſein bei Plon in einem Octavbande erſchienenes WerkNotre Dame de Thermidor um eine vermehrt, auf die wir heute die Aufmerkſamkeit unſerer Leſer richten wollen. Zuerſt werden dieſelben zu erfahren wünſchen, wer Notre Dame de Thermidor war. Sie ſpielte in der erſten Revolution eine faſt eben ſo hervorragende Rolle wie Charlotte Corday, hieß mit ihrem Familiennamen Thereſia Cabarrus und war die Tochter des ſpaniſchen Grafen Cabarrus, der 1810 als Finanz⸗ miniſter des Königs Joſeph ſtarb. Sie wurde 1776 in Saragoſſa geboren, gegen ihren Willen mit dem Parlaments⸗ rath de Fontenay verheirathet, den ſie nach Paris begleitete, wo ſie ſich ſehr warm zu den Grundſätzen der Revolution bekannte. Ihr Gemahl emigrirte, ſie aber blieb in Paris, wo ſie ſich 1793 in Folge des neuen Scheidungsgeſetzes von ihrem Gemahl ſcheiden ließ. Ihre Schönheit machte auf Tallien einen ſolchen Eindruck, daß aus dem wüthenden Septembriſeur wieder ein Menſch wurde; und weil ſie die Veranlaſſung dazu gab, daß Tallien den 9. Thermidor herbei⸗ führte, welcher der Schreckensherrſchaft Robespierre's ein Ende machte, ſo erhielt ſie von dem dankbaren Publicum den Namen Notre Dame de Thermidor. Sie wurde die Gattin Talliens, von dem ſie ſich ſpäter aber ebenfalls ſcheiden ließ, um 1805 die Gemahlin des Fürſten von Chimay zu werden, dem ſie vier Kinder gebar und mit dem ſie abwechſelnd auf ihren Gütern in Savoyen und in Paris lebte und 1835 auf ihrem Schloſſe Chimay ſtarb. Aus dieſer neuen Schrift Arſène Houſſaye's wollen wir jetzt unſern Leſern einige Bruch⸗ ſtücke mittheilen.

Zur Schreckenszeit wurde ein junges Mädchen von ſechszehn Jahren, eine jungfräuliche Tochter des Volkes, blaß wie das Elend, mit großen Augen, die Seelen ſind, irrthümlich verhaftet, vor den Revolutionsgerichtshof geführt und mit den Mördern Robespierre's zum Tode verurtheilt.

Es bedurfte vieler Perſonen in dieſer blutigen Comödie

der vier und funzig Rothhemden*), ein ſchrecklicheres Luſt⸗

ſpiel, als alle von Nero veranſtalteten.

Ich vergaß: das arme Mädchen war ſchuldig; ſie hatte einer Schauſpielerin, die von Robespierre zum Tode verur⸗ theilt wurde, weil ſie die Freundin des Fräulein de Saint⸗ Amarante war, ein Frühſtück gebracht.

Die ſechszehnjährige Verurtheilte war in dem Gefäng⸗ niſſe nicht traurig; am Hinrichtungstage ſelbſt ſtieg ſie in den zweiten Karren. Es waren zuſammen fünf Karren.

Sie weinte nicht; ſie ſchien überraſcht zu ſein, ſich in ſo guter Geſellſchaft zu befinden.

Als man ſie fragte, weshalb ſie da ſei, antwortete ſie mit der aufrichtigſten Miene und mit der ſanfteſten Stimme von der Welt:Ich weiß es nicht!

Als ſie vor der Guillotine angekommen war, betrachtete ſie das Schauſpiel mit einer kindlichen Neugierde. Es war das erſte Mal; ſie hatte nie die Maſchine zum Kopfabſchneiden ſehen wollen. Als die Reihe an ſie kam, ſie zu beſteigen, blickte ſie um ſich her, als ob ſie ihre Mutter ſuche; dann erhob ſie ihre Augen gen Himmel, als ſuche ſie Gott. Der Henker legte ſie auf das Bret; ſie gehorchte mit der Sanft⸗ muth und der Keuſchheit der Engel. Und als ob ſie gefürchtet, nicht auch eine Frau von guter Geſellſchaft, und als ob das arme, immer reſignirte Opfer beſorgt hätte, nicht bis unter das Meſſer ſanftmüthig zu ſein, ſagte ſie zu dem Henker: Suis-je bien comme cela, Monsieur?**)

Dieſes junge Mädchen war das Bild Frankreichs, das, ohne ſich zu empören, zur Guillotine ging und ſich ergeben

*) Man weiß, daß derKönig Robespierre, wie Pitt ihn nannte, ſeine Charlotte Corday aber ohne Meſſer haben wollte, und daß er ſich den Luxus gegeben hatte, vier und funfzig Per⸗ ſonen roth zu kleiden, die ſich einer ſolchen Inſceneſetzung, um zur Guillotine zu gehen, nicht für würdig achteten.

**) Um die Schreckenszeit in voller Stärke zu haſſen, muß man Michelet leſen. Keiner malt ſie beſſer. Jede ſeiner Seiten iſt mit Blut gezeichnet und er beſchreibt ſie mit Schrecken. Es iſt der dumpfe Schmerz des Philoſophen, der unter dem Geſchicht⸗ ſchreiber weint. Auch er erzählt den Tod dieſes armen Mädchens: Es gab da noch ein ſechszehnjähriges Mädchen, die kleine Nicole. Ein Mann hatte gewettet, den Anblick der Hinrichtung der vier und funfzig Rothhemden ganz in der Nähe ertragen zu können. Er ſah den ſchrecklichen Blutſtrom ſich aus einem Kopfe nach dem andern ergießen, ohne daß es ihn aufregte. Als aber dieſes kleine Mädchen kam, ihren Anzug ordnete, ſich auf das Bret legte und mit einer ſanften Stimme zum Henker ſagte:Monsieur, suis-je bien comme cela? ſtürzte er rücklings nieder.