53³² Novellen⸗Jeitung.
Heirath ſeines Bruders nichtig erklären laſſen und eigenhändig das Document im Kirchenbuch vernichten. Der unglücklichen Mutter wegen, die beſinnungslos auf dem Sterbebett lag, gehorchte ich ſchweigend, ich trug das Kind hinunter in's Dorf, ſetzte den Korb vor der Thüre eines Mannes nieder, den ich als
mildherzig kannte und fand, als ich an das Lager
der Woͤchnerin zurückkehrte, dieſe ſchon in den letzten Zügen.“
Maria hatte in athemloſer Spannung zugehört. Als die Alte jetzt ſchwieg, um den Eindruck ihrer Mittheilungen zu beobachten, legte das Mädchen ſeine Hände auf die Schultern der Bettlerin.
„Und jenes Kind bin ich?“ fragte ſie bebend vor innerer Erregung.
Die Alte erhob das Haupt und ſah dem Mädchen ruhig in's Auge.
„Ja,“ entgegnete ſie,„Sie ſind die Tochter des Baron von Warkotſch und Niemand kann Ihnen das
Recht, welches Sie durch Ihre Geburt erlangten,
ſtreitig machen, denn Ihre Mutter war die rechtmäßige Gattin Ihres Vaters. Als ſie beerdigt war, ſchärfte mein Herr mir nachmals ein, über den Vorfall das ſtrengſte Schweigen zu beobachten. Ich verſprach es ihm, ſorgte aber dafür, daß der Baron Ihren Pflege⸗ eltern, welche damals noch nicht ſo wohlhabend, wie jetzt waren, von Zeit zu Zeit eine kleine Summe zu⸗ ſtellte. Ihr Vater kam erſt nach zwei Jahren wieder in's Schloß; er wußte, daß Maria inzwiſchen geſtor⸗ ben war und that weder ihrer noch ſeines Kindes jemals Erwähnung. Wie ich ſpäter erfuhr, hatte mein Herr ihm geſchrieben, das Kind ſei kurz nach dem Tode ſeiner Mutter geſtorben. Er hielt es überhaupt für rathſam, ihm Ihr Daſein zu verſchweigen; ich vermuthe, er fürchtete, ſein Bruder könne auf das unſchuldige Kind ſeinen Haß werfen und gar, um ſich deſſelben zu entledigen—“
„Welch abſcheulicher Verdacht!“ rief die Baronin entrüſtet.„Pfui über den, der ſeinen Bruder einer ſo niedrigen Handlungsweiſe fähig halten kann!“
„Erlauben Sie, gnädige Frau, der Verdacht meines Herrn war nicht ſo unbegründet, wie es viel⸗ leicht jetzt den Anſchein haben mag. Daß ſein Bru⸗ der die durch Liſt ihm angetraute Gattin und auch mich haßte, dafür beſaßen wir unumſtößliche Beweiſe. Lag es nicht in der Natur der Sache, daß er dieſen Haß auf das Kind übertragen würde? Mußte er nicht befürchten, daß dieſes Kind einſt ſeine Rechte geltend machen werde? Er war ein Sclave ſeiner Leidenſchaf⸗ ten, ſeinen Entſchlüſſen folgte ſtets die That auf dem Fuße.— Ichgſah voraus, daß nach dem Tode meines Herrn mein Reich hier ein Ende haben werde, aber
ich durfte mich wegen der Zukunft beruhigen, der Herr Baron verſprach, mir ein Legat auszuſetzen, und er hielt Wort. Er ſtarb vor fünf Jahren, unſer jetziger Gutsherr übernahm die Herrſchaft und der erſte Befehl, den er hier ertheilte, war der, daß ich augenblicklich das Schloß verlaſſen ſolle.“
„Und das Legat?“ fragte die Baronin, auf welche dieſe Mittheilungen einen erſchütternden Eindruck ge⸗ macht hatten.
„Es fand ſich auf dem Papiere und blieb auf dem Papiere,“ fuhr die Alte fort,„ich habe nie einen Ephraimit davon geſehen. Als ich es wagte, den Baron an die Erfüllung der durch das Teſta⸗ ment ſeines Bruders ihm auferlegten Verpflichtung zu mahnen, ſtellte er mir mit höhnenden Worten frei, ihn vor Gericht zu fordern, wenn ich ein Recht dazu zu haben glaube.“
„Ihr thatet es?“ fragte Maria.
„Ich that es, aber das Gericht wies meine For⸗ derung zurück, nachdem der Baron beſchworen hatte, das Teſtament ſeines Bruders enthalte keine Be⸗ ſtimmungen über das Legat, auf welches ich Anſpruch mache.“
„Wißt Ihr denn gewiß, daß Euer Herr eine ſolche Beſtimmung getroffen hat?“ warf die Baro⸗ nin ein.
„Ich weiß es, er ſelbſt hat kurz vor ſeinem Todes⸗ tage mir das Teſtament gezeigt; es enthielt die Be⸗ ſtimmung, daß der Beſitzer Schönbrunns mir bis zu meinem Ende jährlich zweihundert Reichsthaler aus⸗ zahlen ſolle.“
„So hat mein Gatte dieſes Schriftſtück vielleicht nicht gefunden?“
„Gewiß. Noch ehe ich ein Wort über daſſelbe verlauten ließ, erklärte er mir, ſein Bruder habe, wie es ſcheine, große Stücke auf mich gehalten, er ſei aber nicht geſonnen, in dieſer Beziehung in die Fuß tapfen des Verſtorbenen zu treten. Darauf zerriß er
vor meinen Augen einen Act, in welchem ich jenes Teſtament erkannte; er warf die Stücke in den Camin
und ſagte ſpottend, ich möge verſuchen, ob ich auf der Aſche dieſes Papieres die Schriftzüge noch entziffern könne, von dem Reſultate dieſes Verſuchs hänge meine Exiſtenz ab.“
Die Baronin ſchwieg; die überzeugende Ruhe, mit welcher die Bettlerin dieſe Mittheilungen gemacht hatte, ließ ſie die Wahrheit derſelben nicht bezweifeln.
„Was bewog Euch, uns dieſes Geheimniß zu ent⸗ hüllen?“ fragte ſie nach einer langen Pauſe.
„Maria hat das Alter erreicht, in welchem ſie ihre Anſprüche geltend machen kann. Ich hätte viel⸗ leicht geſchwiegen, um ſo mehr, als ich vermuthen darf,
und als er Piegekind den Zuſam halb et Mp ibrem Vor Die B. geabit, daß gutten und leiſe„Abe „Gand Preußen hi auf vertes ſicher Moh und mein mir verwe ſchrift auf blicks, in Baron un mich vor er die Bitt ſie mir mi riß. Der leſen und Offeiet i W
„K
mein Rec ein Peite Ei
hatte de mir ſteh nach mit mein Ge
ic's get Genugth 1H
rin iws
uns All Zukunft auf die wollt.“


