Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
530
Einzelbild herunterladen

530 Novellen⸗ZJeitung. Erſchrick nicht, flüſterte er, als Maria ihm einen Seſſel geſetzt hatte;ſollte irgend ein wichtiges

gegenüberſtand, während er raſch ihre Hand ergriff; Ereigniß

führe mich fort von hier, wenn man mich entdeckt,So iſt es, ſiel die Baronin, ſichtbar erregt,

bin ich verloren. In Deinem Zimmer werde ich Dir dem Mädchen in's Wort;ob indeß jenes Ereigniß.

die Gründe meiner Anweſenheit in dieſem Hauſe mit- Dich oder nur mich allein betrifft und überhaupt,

theilen. welcher Art daſſelbe iſt, vermag ich jetzt noch nicht

Aber mein Gott erwiderte Maria erſchreckt. zu berurtheilen.

Sri 41 77- 1 4 oj 1 ort 2 4 2.

Still, ſtill, füͤhre mich in Dein Zimmer!Ein Geheimniß alſo?

Maria zögerte, aber dieſes Zögern währte nurJa, ein Geheimniß der ſonderbarſten Art, ein Geheimniß, vor deſſen Enthüllung mir graut. Mir

einen kurzen Augenblick, die Angſt um den theuern Geliebten beſiegte raſch die falſche Scham.

bangt, die Kenntniß deſſelben wird mein Lebensglück

Als die Beiden das Zimmer des Mädchens er⸗ vernichten. Heute Morgen, der Baron war eben reicht hatten, gaben ſie ſich für den erſten Augenblick ausgeritten, trat die alte Martha, die Bettlerin, in ungetheilt ihrer Freude über das unverhoffte, lang mein Zimmer. Du weißt, der Baron hat der Diener⸗ erſehnte Wiederſehen hin, dann berichteten ſie einander ſchaft ſtreng unterſagt, irgend Jemand aus dem Dorfe die Leiden ſeit ihrer Trennung. in's Schloß zu laſſen, ſo lange Du in demſelben

Anton, der das edelmüthige Herz der Geliebten, weilſt die Alie der dieſes Berbot bekannt iſt, mußte ihre Vaterlandsliebe und ihre Begeiſterung für den wichtige Gründe haben, demſelben zu trotzen. Meine großen Friedrich kannte, nahm keinen Anſtand, ihr Vermuthung fand eine Beſtätigung in der geheimniß⸗ ſeinen Argwohn gegen den Baron von Warkotſch zu vollen Miene der Bettlerin. Sie ſei gekommen, mir entdecken, aber Maria wollte nicht zugeben, daß dieſer ern Geheimniß anzuvertrauen, ſagte ſie, ein wichtiges, Argwohn begründet ſein könne. folgenſchweres Geheimniß, welches ſie aber nur in

Nichts deſto weniger beharrte der junge Mann Deiner Gegenwart enthüllen könne. Sie drang dar⸗

3/ jung auf, Dich augenblicklich rufen zu laſſen; da ich aber dabei, die genaueſten Nachforſchungen anſtellen und d. 9, 5 er gGM. zu dieſem Zwecke im Schloſſe bleiben zu wollen. Er die plöpliche Rückkehr des Barons vefürchrete, ſo er⸗ hegte die Anſicht daß der Anſchlag gegen die Frei⸗ ſuchte ich ſie, ihren Beſuch heute Abend zu wieder⸗ heit oder das Leben des Königs in den nächſten Tagen holen und mich in Deinem Schlafzimmer aufzuſuchen. zur Ausführung kam, vorher aber noch eine Zuſammen⸗ Das letzte Wort war kaum den Lippen der Baronin kunft der Verräther im Schloſſe ſtattfand. enillohen, als die Bettlerin ſchon eintrat. Sie ſchloß

Durch die überzeugende Sicherheit des Geliebten die Thüre und ließ ſich auf einem Stuhle nieder; beſtochen, erklärte Maria nach kurzem Zögern ſich be⸗ ihrem ſcharfen Blick, der lange und mit dem Aus⸗ reit den Wunſch deſſelbe 4 5. Ver⸗ druck wohlwollender Theilnahme auf dem jungen

, ſelben zu erfüllen und ein Ver⸗ Was Ron r. ſteck für ihn im Schloſſe 5 4Mädchen ruhte, konnte die fieberhafte Erregung nicht

zu ſuchen, und ſchon ſtanden b Mari ohſich 2 rbergen ſ die Beiden im Begriff, das Zimmer zu verlaſſen, als entgehen, welche Maria vergeblich zu verbergen ſuchte. 8. G. 4 2 Als ich Ihnen heute Morgen mittheilte, daß

ſie plötzlich raſche, leichte Tritte vernahmen. ic in G D in G ;;.. 3. ich nur in Gegenwart dieſer jungen Dame mein Ge⸗ Die Baronin! flüſterte Maria erſchreckt. v zegenwa ſer. 8 n beimniß enthüllen könne, werden Sie ſofort vermuthet 7

Sie kommt zu Dir? fragte Anton. 4 5. Stidl 21, kommt I Abends: ehe ur haben, daß daſſelbe auch auf ſie Bezug haben müſſe,

8. 2 he 5 begann ſie.Und in der That, jenes Geheimniß Ruhe geht, um mit mir zu plaudern. Ich weiß keinen detrifft Maria zumeiſt, ihr wird die K is deſ

beſſeren Rath, thue es mir zu Liebe und verhalte Lenfig düle⸗ zumeiſt⸗ ihr wird d St enätniß Gel.

Dich ruhig, ich werde ſuchen, die Baronin bald wieder 6 den Vortheil bringen⸗ waͤhren le in er nt

zu entfernen. hüllung deſſelben nur Kummer und Enttäuſchungen

1.. inden. Doch, das Geſchick eines Jeden muß ſich

ede a ſaisde in derderr Thane ſines eerfüllen! Vor zwanzig Jahren war ich eine rüſtige oßen, r rierten rankes; r(.ne Bar rotſ

* geöffnet und Anton zögerte nicht Jdie Bitte ſeiner ſunde Fen nid der ſelige Baon don Wartorlch

Geliebten 1 erfüll- der Bruder unſers jetzigen Gutsherrn, hielt große

zu Ain wn. Stücke auf mich. Ich war ihm ungefähr daſſelbe,

Das Mädchen ſchloß den Schrank und ſteckte was Kappel ſeinem Herrn iſt, ſeine rechte Hand; er

den Schlüſſel in ihre Taſche, darauf öffnete ſie un- unternahm nichts, ohne zuvor meinen Rath eingeholt

befangen der Baronin, die bereits angepocht hatte. zu haben. Ich führe das nur an, um Ihnen zu

Ich bin erſtaunt, Sie in ſo ſpäter Stunde noch zeigen, welche Stellung ich damals einnahm. Das

hier zu ſehen, ſagte ſie, als die Baronin ſich in übrige weibliche Dienſtperſonal beſt-aus einer

Uniform) Stubenmd verfolgte, des jue fehlte i welche die Sie verſpte 6 väte be hätte. Es Net zu lo ette Näd ohne von ſonderng nehmen. nächſten inzwiſche Bruders meinen J Me lichen Si darauf a in doppel daß das dezeichne 7d erklaͤrte in ſofer Ich bat Hand N ſehr be auf der gegang einem Herr, e Bruder mein H zu heir Gründe üne H nnd Ho niß zu ihn ei führen ſeinen komme