Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
529
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Vierte Folge.

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Eine ðWochenchronik für Jiteratur, Kunnt, ſchöne TMiſſenſchuften und Geſellſchaſt.

Erſcheint regelmäßig jeden Freitag.

Leipzig, am 24. Auguſt 1866.

Abonnementspreis jährl. 5 ½ Thlr.

Warkotſch.

Novelle von Ewald Auguſt König.

(Fortſetzung.)

Es war ſchon ſpät, als Anton am Schloſſe in Schönbrunn anlangte, das Thor bereits geſchloſſen und im Schloſſe ſelbſt Alles ruhig und ſtill. Nur hie und da bemerkte er noch ein matt beleuchtetes Fenſter, und unwillkürlich ſeiner Seele auf, daß der Verräther vielleicht in dieſem Augenblick mit ſeinen Genoſſen berathe, wann die ſchwarze That ausgeführt werden ſolle.

Dieſe Ahnung ließ ihn über alle Bedenken hin⸗ weg ſehen, er ſchwang ſich raſch über die niedrige Gartenmauer, öffnete, nachdem er eine Scheibe ein⸗ gedrückt hatte, ein Fenſter des Erdgeſchoſſes und ſtieg behutſam in's Schloß. Er eilte, mit der inneren

tauchte die Ahnung in

das leiſeſte Geräuſch in dem Cabinet.

Einrichtung deſſelben vertraut, ohne Zögern die Treppe hinauf, ſchritt über den Corridor und blieb vor einer Thüre ſtehen, welche in das Cabinet des Barons

führte.

Entweder hatte ſeine Ahnung ihn getäuſcht, oder der Verräther und deſſen Genoſſen befanden ſich in einem andern Raume, denn Anton vernahm nicht Er trat den Rückweg an mit dem Vorſatze, ein Verſteck zu ſuchen und dort eine günſtigere Gelegenheit für ſeine Nach⸗ forſchungen abzuwarten.

Da bemerkte er plötzlich, daß am entgegengeſetzten Ende des Corridors eine Thüre geöffnet wurde und gleichzeitig ein heller Lichtſtreif auf den parquettirten Fußboden fiel.

Ihm blieb nicht ſo viel Zeit, unbemerkt die Treppe zu erreichen; er wollte ſich im erſten Augenblicke in eine Thürniſche flüchten, aber die Entdeckung, daß die Dame, welche langſam ihm entgegen kam, ſeine Geliebte war, bewog ihn, dieſen Entſchluß nicht aus⸗ zuführen.