Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
517
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Vierte Folge. 517 Kappel ſich viel verſprechen, nachdem er erfahren warten, um das Verſprechen, welches er dem jungen hatte, daß Warkotſch nach der Herrſchaft über Schleſien Huſaren gegeben hatte, einzulöſen. ſtrebte. Zudem war der Curatus ihm verhaßt, er An demſelben Tage aber bot die Gelegenheit beſaß alſo Gründe genug, die Gelegenheit, den Geiſt- hierzu ſich nicht; der König war, wie es ſchien, in lichen zu ſtürzen, willkommen zu heißen. Folge des unangenehmen Auftritts zwiſchen War⸗ Ich habe ihm nie getraut, erwiderte er,ſchon kotſch und dem Huſaren verſtimmt, und als er am ſein Vorſatz, zur lutheriſchen Kirche üͤberzutreten, legt nächſten Morgen in aller Frühe zur Flöte griff, klan⸗ kein gutes Zeugniß für ihn ab. aen die Töne ſo ſcharf und grell, daß Maßmann nicht Haſt Du Beweiſe für ſeine Untreue? forſchte wagte, ſeine Bitte vorzubringen. Erſt am Abend, Warkotſch. als der Monarch ſeine Hunde fütterte, faßte er ſich Nein, aber daß er ſich bei den Oeſterreichern ein Herz. ein Ei in's Neſt gelegt hat, iſt eine unleugbare That⸗ Friedrich ſaß in der Mitte des Zimmers auf

ſache, der Beſuch des Adjutanten beweiſt ſie. Die einem Schemel, vor ihm ſtand eine mit den Ueber⸗ der königlichen Tafel gefüllte Schüſſel, aus

Oeſterreicher ſind ſchlaue Burſchen, wer weiß, welche reſten

Pläne ſie in Bezug auf den Baron von Warkotſch welcher drei Windſpiele in brüderlicher Eintracht ihre

hegen und in wiefern ſie ſich dabei des Curatus als Mahlzeit hielten, während der Monarch, gerte in der Rechten haltend, jede Untugend ſeiner

Ein Lieblinge, jedes Zeichen von Neid und Unbeſcheiden⸗

eines gefügigen Werkzeuges bedienen! Der Baron ſprang von ſeinem Sitz empor.

Blick, in dem Furcht, Haß und Mißtrauen ſich ſpie⸗ heit

gelten, traf den jungen Mann, der bei dieſem Blick reſpectvoller in welchem der König aufſchauen und

würde.

unwillkührlich erbebte und faſt bereute, dem Ideen⸗ gange ſeines Herrn dieſes Feld eröffnet zu haben.

Man muß ſich bei Zeiten vorſehen, ſagte er. Du kannſt jetzt gehen, morgen werde ich Dir meinen Entſchluß mittheilen.

Kappel konnte den Blick, den ſein Herr ihm zu⸗ geworfen hatte, nicht vergeſſen, als Mißtrauen gegen den Curatus allein geleſen zu haben und der Stoß, den ſein bisher ſo feſtes Ver⸗ trauen auf die Gunſt des Barons dadurch erlitt, war wohl geeignet, ihm gerechte Beſorgniſſe einzuflößen.

Friedrich der Große ahnte nicht, welche Gefahr ihm drohte. Zufrieden, daß die Oeſterreicher und Ruſſen ihn in Ruhe ließen und die mit der Erobe⸗ rung von Schweidnitz verknüpften Vortheile nicht weiter verfolgten, widmete er ſich in Woiſelwitz mit ganzer Seele den Regierungsgeſchäften und dem Wohle ſeiner Armee, mit der er im nächſten Frühjahre Schweidnitz wieder zu erobern gedachte. Dabei blieb ihm hie und da noch manches Stündchen, welches er ſeinen unſchuldigen Liebhabereien opfern durfte, und gar oft in der Abenddämmerung oder beim erſten Morgengrauen hörten die Dorfbewohner in den Räu⸗ men der beſcheidenen Königswohnung die Töne einer Flöte, in die Friedrich ſein ganzes Denken und Em⸗ pfinden ausſtrömen ließ. 6

In ſolchen Stunden war Friedrich nicht mehr der Monarch, ſondern der Menſch voll Liebe und Güte,

nicht der kalte, ſtrenge Richter, ſondern ein theilneh⸗ zuge zu Grunde, mender Freund allen Unglücklichen und Hülfsbedürf⸗ Kriegslaſt, der tigen, und eine ſolche Stunde wollte Maßmann ab⸗

er glaubte darin mehr dieſe

eine Haſel⸗

unnachſichtlich beſtrafte. Maßmann harrte in Entfernung ungeduldig des Augenblicks, ihn anreden

Aber erſt nach einer peinlichen halben Stunde

brach Friedrich das Schweigen.

Hat Er kein gutes Gewiſſen, Maßmann? Wo drückt's Ihn? wandte er ſich zu dem Diener, der bei r unerwarteten Frage beſtürzt aufblickte.Er ſeufzt und ſtöhnt wie ein verliebtes Mädel ſo rede Er doch, wo drückt Ihn der Schuh?

Majeſtät, ich dachte über die Veränderlichkeit der Dinge nach, und da mag's wohl geſchehen ſein, daß mir ein Seufzer entflohen iſt, erwiderte Maß⸗ mann ſchüchtern. Friedrich trateraſch näher und richtete die großen ſeelenvollen Augen mit einem ſolchen Aus druck von Güte und Wohlwollen auf den alten Diener, daß dieſer den ſinkenden Muth erſtarken fühlte.

Ich habe bisher nicht gewußt, daß Er ein Philoſoph iſt, Maßmann. Fahre Er nur fort, bin begierig zu hören, wohinaus Er will? Alſo welches Ding beſchäftigt Ihn?

Das Wohl Eurer Majeſtät und das Geſchick Schleſiens. So ſehr ich Eurer Majeſtät das Land auch gönne, thut es mir doch ſtets im Herzen weh, wenn ich bedenke, wie viel Blut darum vergoſſen wird, und dann möchte ich faſt wünſchen, Eure Majeſtät hätten Ihre Anſprüche auf Schleſien fallen laſſen.

In wiefern hängt dies mit meinem Wohle zu⸗ ſammen? forſchte der König.

Eurer Majeſtät Geſundheit geht in dieſem Feld⸗ das Land ſeufzt unter der ſchweren Adel ſcheut ſich nicht, die Geſetze zu überſchreiten und das Volk noch mehr zu drücken. Das