Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
516
Einzelbild herunterladen

516 hochverrätheriſchen Bündniſſes mit den Preußen ange⸗

glänzend durchführen. Hat Gerlach nicht ſchon oft deutliche Beweiſe ſeiner Sympathie für den König auf der Canzel gegeben?

Freilich! Ich überlaſſe die Ordnung dieſes Punctes Eurer Geſchicklichkeit in ſolchen Dingen; ge⸗ lingt es Euch, Gerlach zu entfernen, ſo ſollt Ihr die Pfarre erhalten, nachdem Ihr zuvor zum lutheriſchen Bekenntniß übergetreten ſeid. Paſſus zwei verlangt,

Novellen⸗ZJeilung.

klagt, und mir bangt nicht, daß wir dieſe Anklage

daß ich die Pfarre um zweihundert Reichsthaler jähr⸗

G

lich höher dotiren ſoll. Seit Ihr toll, Curatus?

Die Stelle bringt ohnehin ſo viel ein, daß mein bis-

heriger Zuſchuß füglich wegfallen könnte.

Glaubt

Ihr, ich könne die Reichsthaler ſcheffelweiſe meſſen?

Die Gefangennahme des Königs von Preußen bringt Ihnen hunderttauſend Reichsthaler in klingen⸗ der Münze ein, entgegnete der Curatus ſarkaſtiſch, macht, zu fünf Procent gerechnet, jährlich fünftauſend Reichsthaler Intereſſen. Unter dieſen Umſtänden dürfte der kleine Gehaltszuſchuß für das Pfarramt in Schön⸗ brunn nicht fühlbar werden.

Wir kommen jetzt zu Paſſus drei, fuhr der Baron, ohne auf die Bemerkung des Geiſtlichen ein⸗ zugehen, fort.Ihr verlangt darin die Hand meiner Mündel. Wie kommt Ihr zu dieſer Forderung?

Schmidt ſenkte vor dem durchbohrenden Blick des

Fragenden die Wimpern.

Jeder Menſch, ſobald er die Mittel beſitzt, eine Familie ernähren zu können, denkt daran, ein Weib zu nehmen, erwiderte er;ich liebe Maria und fühle, daß ihr Beſitz mich glücklich machen wird.

Dieſes Glück wird nur ſo lange währen, bis

der Rauſch Eurer niedrigen Leidenſchaft verflogen iſt, warf Warkotſch mit beißendem Spott ein.Habt Ihr auch ſchon bedacht, ob Maria Euch zum Altare folgen wird?

Gehorſam iſt des Kindes Pflicht, fuhr Schmidt gelaſſen fort,der Befehl ihres Vormunds

Bedenkt, daß Maria ſchon mit dem Sohne Winkler's verlobt iſt!

Winkler hat ſich freiwillig anwerben laſſen, ſo⸗ mit dürften ſeiner Rütkkehr, wenn Schleſien eine öſter⸗ reichiſche Provinz iſt, große Hinderniſſe entgegen ſtehen.

Der Baron wanderte eine geraume Weile ſchweigend auf und ab, dann trat er raſch an den Schreibtiſch, um den Vertrag zu unterzeichnen.

Alberner Tropf! ſagte er, als Schmidt ſich entfernt hatte.Deine Unverſchämtheit bricht Dir den Hals!

Er zog die Schelle und ſetzte ſich an den Schreib⸗

jedenfalls quittiren mußte, gefunden.

tiſch, um die auf demſelben liegenden Papiere zu ordnen.

Wo warſt Du heute Abend? fragte er den eintretenden Jäger.Ich habe Dich vermißt.

Möglich! erwiderte Kappel trotzig.Ich war in Siebenhuben.

Was thateſt Du dort?

Meine Pflicht gebietet mir nicht, Ihnen darüber Rechenſchaft zu geben.

In den Augen des Barons loderte der Zorn hell auf. Er ergriff die Reitpeitſche, die unter den Papieren auf dem Tiſche lag.Du warſt beim Curatus Schmidt, ſagte er.

Ich leugne es nicht.

So warſt Du auch derjenige, der dem Pfaffen Alles verrathen hat! fuhr Warkotſch auf, indem er die Reitpeitſche drohend erhob.Du haſt dem Curatus die Bedingungen mitgetheilt, die ich heute dem Adju⸗ tanten des Grafen Wallis ſtellte, ihm verrathen, daß ich Herr über Schleſien werden will und ihn darauf aufmerkſam gemacht, daß er gut thue, mir einen ſchrift⸗ lichen Vertrag vorzulegen. Gieb Antwort, Schuft, oder ich zeichne Deinen Rücken, daß auch nicht eines Strohhalms Breite Naturfarbe auf deiner Haut zurück⸗ bleiben ſoll.

Kappel hatte mit wachſendem Erſtaunen dieſe Anklage vernommen.

Wenn der Adjutant des Grafen Wallis heute bei Ihnen war, ſo iſt damit doch nicht bewieſen, daß ich Ihrer Unterredung mit ihm beigewohnt habe, entgegnete er.Wahrſcheinlich hat der Adjutant über Siebenhuben ſeinen Rückweg genommen und dem Curatus einen Beſuch abgeſtattet.

Die Wahrſcheinlichkeit dieſer Schlußfolgerung leuchtete dem Baron augenblicklich ein, der jetzt ent⸗ deckte, daß ſein Jäger in Bezug auf Umſicht und Scharfſinn ihm überlegen war.

Du haſt Recht, ſagte er,aus dieſer Quelle wird Schmidt geſchöpft haben. Glaubſt Du, daß man dem Pfaffen unbedingt vertrauen kann?

Kappel erwog im Geiſte die Folgen, welche ſeine Antwort auf die Frage haben konnte. Zwar hatte der Curatus ihm verſprochen, ihn gleich nach der Uebernahme der Pfarrſtelle in Schönbrunn von der drückenden Feſſel ſeiner Ehe zu befreien, indeß, dieſe Uebernahme ſtand noch in weitem Felde, Jahre konnten darüber hingehen und bis dahin war vielleicht ein fügſameres Individuum für die Pfarre, welche Gerlach Auf der anderen Seite mußte dem Jäger die Beſeitigung Schmidt's erwünſcht ſein, alsdann war der Baron nur ihm ver⸗ pflichtet, und von der Dankbarkeit ſeines Herrn durfte

Ich ho

Warkolſch Nei ein Ei in ſache 33 Oeſtereche Pläne ſte hegen und eines gefü Der! Büct, in Pelrend unwillkü gange ſe M Du kau Entſchlut Kap geworfen als Miß haben un trauen a wohl ge⸗

5 ihm dr Ruſſen rung v wee ganzer ſeiner Schwem ihm hit ſeinen gar of Morger men de Flöte, pfinden

I der Mo nicht d mender tigen,