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nicht genöthigt iſt, Euch zu ſuchen, es iſt leicht möglich, daß ich in der Nacht Euch wecken laſſe.“
„Ich bin's gewohnt, bei Tag und Nacht für Euch bereit ſtehen zu müſſen,“ erwiderte Schmidt lakoniſch.„Ich hoffe indeß, der Lohn—
„Ich denke, der Lohn iſt ſeit Monaten ſchon feſt- geſetzt,“ fiel Warkotſch ihm in die Rede.„Ihr erhaltet
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tauſend Gulden und ich verpflichte mich außerdem, mich für Euch beim Hofe in Wien zu verwenden.
Wenn Ihr unter meiner Protection ſteht, iſt eine
beſſere Pfarre Euch ſicher.“ „Ich halte es mit dem
Spatzen in der Hand,
nicht mit denen auf dem Dache,“ engegnete Schmidt
ſarkaſtiſch.„Ein bündiges Verſprechen, in Form einer Schuldverſchreibung ausgefertigt, als eine Protection, mit der ich nichts anzufangen weiß.“
„Ein ſchriftliches V mir?“ fuhr der Baron entrüſtet auf. mein Ehrenwort nicht? Der Lohn genügt Euch wohl nicht— he? Na, ſo rückt mit der Sprache heraus, was verlangt Ihr für Eure Dienſte?“
Der Curatus holte den Contract überreichte ihn dem Baron, der mit einer des Unmuths ihn haſtig eutfaltete.
Die Züge des Edelmanns umdüſterten ſich, von Zeit zu Zeit warf er über den Rand des Papiers einen durchbohrenden Blick auf den Geiſtlichen, der mit der Miene eines Stoikers die Antwort des Barons erwartete.
„Nicht übel!“ rief Warkotſch gereizt, während er das Document auf den Schreibtiſch warf.„Die Abfaſſung dieſes Contracts macht Eurem Scharfſinn Ehre, ſie iſt klar, bündig und rechtsgültig, nur be⸗ daure ich, den Wiſch nicht unterſchreiben zu können.“
„Und was könnte Sie hindern, den Vertrag zu unterzeichnen?“ fragte Schmidt mit kalter Ruhe.
„Ihr fragt noch?“ fuhr der Baron zornig auf. „Glaubt Ihr, ich werde die Hand meiner einem Menſchen geben, der ſo tief geſunken iſt, daß er die Achtung vor ſeinem eignen Ich verloren hat? Nimmermehr! Entſagt dieſem Gedanken, Schmidt, denn ſo wahr ich hier vor Euch ſtehe—“
„Nur nicht gleich ſo heftig!“ unterbrach ratus ihn gelaſſen.„Wer kann behaupten—
„Daß Ihr die Achtung vor Eurem eignen Ich verloren haben müßt?“ fuhr der Baron mit einem Lächeln des Hohnes auf den Lippen fort.„Wenn ein Menſch das Heiligſte, ſeine Religion in den Staub tritt, nur, um einer verwerflichen Leidenſch aft fröhnen zu können, dann iſt er ſo tief geſunken, daß er nimmer tiefer ſinken kann. Ich will mit Euch darüber nicht
Verſprechen verlangt Ihr von
hervor und Geberde
der Cu⸗
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ſrechten, Ihr könnt in
iſt mir lieber
„Genügt Euch V
Mündel
Folge. 515⁵ dieſer Beziehung thun und laſſen, was Ihr wollt, einem ſolchen Ueberläufer aber gebe ich weder die Pfarre in Schönbrunn, noch die Hand meiner Mündel.“
„Ich wußte bisher nicht, daß der Baron von Warkotſch ſo geläufig moraliſiren kann,“ entgegnete Schmidt,„derartige Moralpredigten verfehlen indeß ihren Zweck, wenn man weiß, daß der Prediger nicht höher ſteht, als der, dem ſie gelten. Da Sie nicht geſonnen ſind, auf meine Bedingungen einzugehen, ſo halte ich es für das Beſte, daß unſre Wege fortan ſich trennen. Schreiten Sie auf der Bahn, welche Sie zur Statthalterſchaft über Schleſien führen foll, vor⸗ wärts, ich werde ebenfalls mein Ziel zu erreichen ſtreben; liegt es dem Ihrigen entgegengeſetzt und ſehen Sie ſich plötzlich durch unüberſteigbare Hin⸗
derniffe aufgehalten, ſo rechten Sie deshalb nicht mit mir.“ Warkotſch biß die Unterlippe, daß ſie blutete,
gewaltige Erregung zu bemeiſtern. Er er ohne Hülfe dieſes Mannes, den er in verabſcheute, nichts ansrichten konnte
des Curatus im gegenwärtigen Augenblicke ihn, ſtatt an das gewünſchte
Ziel, in's ſichere Verderben führte. Es blieb ihm nichts Anderes übrig, als die Freundſchaft dieſes Mannes ſich zu bewahren, ohne Rückſicht auf den Preis, den ſie ihn koſtete. Sein Vorſatz, bei der erſten günſtigen Ge⸗ legenheit ſich des gefährlichen Feindes für immer zu eutledi digen, ließ ihn über die peinliche Situation V leichter hinweggehen.
„Zeigt mir den Contract noch einmal,“ ſagte er, als der Curatus Anſtalten traf, das Zimmer zu verlaſſen,„vielleicht einigen wir uns dennoch.“
„Nur unter der Bedingung, daß Sie jeden Punct bewil ligen,“ erwiderte der Curatus trotzig;„ich bin nicht der Mann, mit dem man feilſchen und ſchachern kann. Sie bedienen ſich meines Beiſtandes, um die Herrſchaft über Schleſien zu erlangen, es iſt recht und billig, daß Sie für dieſen unſchätzbaren Dienſt ſich erkenntlich zeigen.“
um ſeine V wußte, daß tiefſter Seele
und die Feindſchaft
Warkotſch hatte das Papier wieder entfaltet.
„Punkt Eins beſagt, daß ich mich verpflichte, Euch die Pfarre in Schönbrunn zu verleihen,“ ver⸗ ſetzte er.„Was beginnen wir aber mit Gerlach? Ihr
könnt doch nicht eher die Pfarrſtelle übernehmen, bis jetzige Paſtor—“
„Sein Amt niedergelegt hat,“ fiel Schmidt lako⸗ niſch ihm in's Wort.„Giebt es nicht Mittel und Wege genug, einen mißliebigen Pfarrer ſeines Amtes zu entſetzen? Gerlach wird, ſobald die Oeſterreicher Schleſien in Beſitz genommen haben, eines geheimen


