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514 Novelle
Griff, der in Formeines Doppeladlers auf einem ſilbernen Blättchen das. Wappen und den Namenszug des Lientenants von Holver zeigte.
Ve das wißt, ſo werdet Ihr auch über die Veranlaf ſung zu dieſem Morde unterrichtet ſein,“ verſetzte der Baron, auf den die Ruhe des Curatus einen beängſtigenden Eindruck machte.
„Gewiß!“ fuhr Schmidt fort. kurz vorher, ehe er zu Ihnen ging, in der geweſen, die Landleute und unter dieſen der Ermordete gaben in ſeiner Gegenwart ihren Sympathieen für das preußiſche Königshaus in unverhohlenen Worten Ausdruck, und Ritter wagte ſogar, den Lieutenant, der unklugerweiſe gegen Friedrich und für die Kaiſerin Maria Thereſia Man hielt den Lieutenant, der durch ſeine Redeweiſe die Aufmerkſamkeit der Gäſte weckte, für einen ver⸗ kappten Jeſuiten, und wahrſcheinlich übernahm es der Invalide, ihm nachzuſchleichen, um ſich zu über⸗
„Der Adjutant iſt Dorfſchenke
zeugen, ob der lutheriſche Baron von Warkotſch im
Verein mit den Jeſuiten gegen Preußen conſpirire. Der Lieutenant ertappte den Spion und ſtach ihn nieder.“
Warkotſch ging in fieberhafter Aufregung im Zim⸗ mer auf und ab. Dann und wann traf aus ſeinen finſtern Augen ein Blick des glühendſten Haſſes den Sprechenden, der dem Baron weniger imponirte, als Furcht einflößte.
„Alſo die Unterredung mit dem Adjutanten iſt Euch bekannt?“ warf er nach einer Weile, ſeine Un⸗ ruhe geſchickt verbergend, hin.
Dieſe Unterredung betraf das Ziel, nach welchem Ihr ſtrebt!“ entgegnete Schmidt, nicht ahnend, welche Gedanken in dieſem Augenblick die Seele des beſchäftigten.„Indeß dürft Ihr Euch beruhigen, meiner Bruſt iſt das Geheimniß gut bewahrt, Ihr dürft darauf rechnen, dieſes Ziels nach beſten Kräften behülflich ſein werde.“
Ein Lächeln des Hohns umſpielte die Lippen des Barons.
„Ihr wollt Euch zu meinem Protector aufwerfen?“ fragte er mit beißendem Spott.„Laßt Eure Hände nur aus dem Spiel, Oeſterreichern fertig werden.“
„Dann allerdings thue ich beſſer, ich ziehe mich zurück,“ ſagte Schmidt gelaſſen, indem er ſich erhob. „Es iſt ohnehin ein undankbares Geſchäft, den Ver⸗ räther zu ſpielen.“
Warkotſch fühlte in dieſem Augenblick, wie ſehr er von dem Beiſtande ſeiner Genoſſen abhing, und ſo peinlich es ihm auch war, einem Manne, der im Range unter ihm ſtand, gute Worte zu geben,
n⸗ZJeitung.
das Wort ergriff, derb abzukanzeln.
Barons
daß ich Euch zur Erreichung
ich werde ſchon allein mit den
mußte er ſich D
doch dazu halbem Wege umkehren wollte.
„Seid doch nicht gleich bitzig,“ ſagte er, den Curatus zurückhaltend, der ſich bereits der Thüre näherte;„wer wegen eines ſchiefen Wortes gleich aus der Haut fahren will, wird nie auf einen grünen Zweig kommen. Setzt Euch nur wieder hin, Ihr wißt ja, daß ohne Eure Hülfe unſer ganzes Gebäude zuſammenſtürzen würde. Alſo— wonach ſtrebe ich?“
Curatus, über den errungenen Sieg trium⸗ phirend, warf dem Fragenden einen Blick zu, in welchem das ſtolze Selbſtbewußtſein der Ueberlegenheit deutlich ſich ſpiegelte. Er rückte ſeinen Stuhl dem Seſſel Schloßherrn näher und nahm wieder Platz.
bequemen, wenn er nicht auf
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„Euer Ehrgeiz ſtrebt direct nach der Statthalter⸗ ſchaft, indirect nach der abſoluten, ſouveränen Herr⸗ ſchaft über Schleſien,“ flüſterte er.„Die Furcht, daß es Euch gelingen könne, das Letztere zu erreichen, wird Maria Thereſia abhalten, Euch das Erſtere zu bewilligen.“ Betroffen fuhr
der Baron von ſeinem Sitz auf. Die Entdeckung, daß Schmidt mehr wußte, als ihn wiſſen zu laſſen rathſam war, erfüllte ihn mit nicht geringer Beſorgniß. Er konnte ſich nicht verhehlen, daß Schmidt eine Macht über ihn erlangt hatte, die ihm, je nachdem die Verhältniſſe ſich geſtalteten, ſehr gefährlich werden mußte.
„Ihr habt gute Spione,“ ſagte er nach einer Weile. „Aber ich verſichere Euch, daß man Euch ein werth⸗ loſes Gerücht für gute Münze gebracht hat.“
Schmidt hielt es für rathſam, ſich des Wider⸗ ſpruchs zu enthalten, um die üble Laune des Barons nicht zu reizen.
„Wann ſoll die Angelegenheit zur Entſcheidung kommen?“ fragte er.„Graf Wallis ließ mich geſtern darauf aufmerkſam machen, daß der König von Preußen bald von Woiſelwitz aufbrechen werde.“
„Ich weiß es,“ fiel Warkotſch ungedu in’s Wort.
„Graf Wallis mag ſich beruhigen, diesmal ſoll uns der Vogel nicht entwiſchen. Wann er im öſter⸗ reichiſchen Bauer ſitzen wird, hängt allein davon ab, ob und wann der Hof in Wien auf meine Forderungen eingeht.— Daß das Letztere geſchehen wird, bezweifle ich nicht,“ fuhr er nach einer Pauſe fort,„es fällt den Herren ſchwer, in den ſauren Apfel zu beißen, aber ſie müſſen dem Staatswohle ihre Privatintereſſen
opfern können. Morgen, ſpäteſtens übermorgen er⸗ warte ich die Antwort des Grafen Wallis auf meine heutige Forderung, vielleicht werde ich nach Eintreffen derſelben ſofort zur Ausführung unſres Planes ſchreiten. eshalb bleibt zu Hauſe, Schmidt, damit mein Bote
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