Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
499
Einzelbild herunterladen

¹ cat el,

ue er muß nun Nen gegen ſi ſie

en hbſte

n zagen laffen ſolz dar rauf,

d 9 nen, 2 8

fuhr der Wirth Schloſſe wohnte, fber der Kaxxe⸗

wiſte ſie nicht eoe die Ver⸗ 1i lüngſten Zeit brhuh ange⸗

ſe, ſie verdient euten.

Invalide,ihr mich nur hin⸗ n öffnen. th achſelzuckend. ſchen den Kopf ihr z Ende. ührt er durch, lult, der Baron

Der Barou lener. mit ihm ſeit⸗ gte der Wirth. über deſſen Was kanns Parie ſei ein ie Vormund⸗

n kaum ent⸗

Euch der öſterreichiſche Dialekt nicht

Vierte

die Gäſte ſich auf einen Stuhl nahe am Kamin nie⸗ derließ.

Seine dunklen, blitzenden Augen, der ſcharf aus geprägte Zug um die Mundwinkel, der buſchige Schnurr⸗ bart und die ſtolze militäriſche Haltung waren nur zu ſehr geeignet, den Argwohn, daß die bürgerliche Kleidung nicht die tägliche Tracht dieſes Mannes ſei, zu beſtätigen.

Er hatte einen Krug Bier gefordert und ihn vor ſich auf den Kaminſims geſtellt.

In tiefem Sinnen über Etwas, welches ſein ganzes

Denken zu beſchäftigen ſchien, verſunken, ſtierte er in die lodernde Flamme zu ſeinen Füßen und nur dann und wann, wenn einige Worte der Unterhaltung, welche die Landleute miteinander führten, ſein Ohr trafen, fuhr er für einen kurzen Augenblick aus ſeinem Brüten empor.

Mich ſoll der Geier holen, wenn der nicht ein öſterreichiſcher Officier iſt, flüſterte der Invalide, indem er verſtohlen auf den Fremden zeigte.Iſt aufgefallen, als er das Bier forderte?

Halbach ſchüttelte zweifelnd das Haupt.Ein Oeſterreicher mag er ſein, entgegnete er,mit welchem Rechte aber wollt Ihr behaupten, daß er ein verkapp⸗ ter Officier ſei? Etwa, weil er einen Schnurrbart trägt? Wir haben Beiſpiele genug erlebt, daß ein Jeſuitenpater den ſtattlichſten Schnurrbart trug, um als Spion auftreten zu können.

Ihr vermuthet, der Fremde fragte Winkler.

Gewiß! Die Machinationen des Hauſes Oeſter⸗ reich, Schleſien durch eine Revolution im Innern⸗ gegen Friedrich wieder zu gewinnen, werden gegen⸗ waͤrtig ſtärker denn je betrieben. Jeſuiten reiſen von Ort zu Ort, um die katholiſche Bevölkerung gegen den proteſtantiſchen König zu hetzen, den Proteſtanten ſelbſt werden verlockende Anerbietungen gemacht, man verſpricht ihnen nicht nur Religionsfreiheit, ſondern auch namhafte Zuſchüſſe zur Errichtung von Schul⸗ und Bethäuſern und ſpiegelt ihnen vor, der König von Preußen ſei ein Antichriſt, der weder an Gott

ſei ein Jeſuit?

noch deſſen Gebote glaube, deshalb müſſe über kurz

oder lang des Himmels Strafgericht über alle Lande des Königs hereinbrechen.

Der Invalide zuckte geringſchätzend die Achſeln. Ihr habt Euch einen Bären aufbinden laſſen, ſagte er;ſo lange Friedrich ein Dorf in Schleſien ſein eigen nennt, werden die Jeſuiten nicht wagen, ſolche Lehren zu verbreiten, ſie wiſſen, daß der König kurzen Proceß mit ihnen macht.

Was ich mit eignen Augen geſehen und mit

Jolge.

499

eignen Ohren gehört habe, weiß ich, Halbach.Und daß Jener dort kein reines Gewiſſen und triftige Gründe hat, ſein Antlitz zu verbergen, kann Jeder ſehen, ohne deshalb ein beſonderer Men⸗ ſchenkenner ſein zu müſſen.

Der Fremde hatte ſich erhoben.Nun? Was ſagt Ihr zu der Eroberung von Schweidnitz? fragte er.Oeſterreich hat mit dieſer Feſtung Schleſien zurückerobert, und es wird nun nicht lange mehr dauern mit der Herrſchaft des Preußentönigs⸗ Man kann ja auch nur wünſchen, daß das Land an Oeſter reich zurück fällt.

Weshalb? fiel der Invalide ihm barſch in's Wort.

Hm, ſo lange Preußen Schleſien beſitzt, wird das Land nie Ruhe finden.

Glaubt Ihr denn, Friedrich werde ſeinen An⸗ ſprüchen entſagen? rief Ritter gereizt.Haltet Eure Zunge im Zaume, wir ſind gute Preußen, wer unſern König beſchimpfen will, mag ſich vor unſern Fäuſten hüten! Der Fremde wandte mit einer Geberde der Geringſchätzung dem Invaliden den Rücken.Ihr ſeid ein Hitzkopf, ſagte er mit verletzendem Hohn.Eure Redensarten werden an der Sache nichts ändern und wenn über's Jahr Schleſien wieder öſterreichiſch iſt, haltet Ihr die Pfeife ruhig im Sack.

Er verließ nach dieſen Worten die Schenke, ohne die zornglühenden Blicke der Gäſte zu beachten.

Glaubt Ihr jetzt, daß jener Mann ein ſpioni⸗ render Jeſuit iſt? fragte Halbach.

Ritter hatte ſich raſch dem Fenſter genähert.

Er geht zum Scohloſſe, ſagte er,ich muß wiſſen, ob er bei dem Baron einkehrt; thut ers, ſo zweifle ich nicht länger an einem Einverſtändniſſe des Barons mit den Oeſterreichern.

erwiderte

Am Abend deſſelben Tages ſaß der Curatus Schmidt in ſeiner Studirſtube zu Siebenhuben, emſig mit Schreiben beſchäftigt.

Die kleine Lampe warf ein mattes, unſicheres Licht über den Tiſch und das Auge mußte ſich an das Halbdunkel gewöhnen, ehe es die Gegenſtände in dem kleinen niedrigen Zimmer unterſcheiden konnte. Auf dem Büchergeſtell, welches eine Wand des Zim mers vollſtändig bedeckte, lagen und ſtanden ſchwere Folianten neben kleinen Miniaturausgaben bunt durch⸗ einander, Phiolen, Flaſchen und ein chemiſcher Apparat füllten die kleinen oberen Breter, während auf dem unteren eine Katze ihr Lager aufgeſchlagen hatte.

Außer dieſem Büchergeſtell befanden ſich nur noch ein Tiſch und einige Stühle in der Stube; auf den letzteren lagen Perrücke, einige Röcke, Hut und