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den armen Tabak herunter; aber dieſer trotzte wacker allen Angriffen und Verfolgungen ſeiner Widerſacher, bewaffnete ſie mit Tabakspfeifen und Schnupftabaksdoſen, und bekehrte ſie endlich zu treuen und geſchworenen Anhängern, deren große Partei heutzutage ungemeine Quantitäten von dieſer Pflanze verbraucht, die faſt in allen Klimaten und Acker⸗ ländern gebaut wird und je nach ihrer Beſchaffenheit ein im Handel mehr oder minder geſchätztes und durchaus noth⸗ wendiges Product liefert.
Der Gebrauch des Schnupftabaks ging in Europa dem des Rauchtabaks vorher; bald jedoch ergaben ſich alle Claſſen der Geſellſchaft dem uneingeſchränkteſten Genuſſe beider Arten; nur prangte die Tabaksdoſe in den höheren Kreiſen, während die Tabakspfeife mehr unter dem Volk einheimiſch ward.
Die Engländer ſchreiben dem Sir Walter Raleigh und Sir Francis Drake die Einfuhr, den Reiſenden Raphelengi und Harriot aber den erſten Gebrauch der Tabaksblätter, als Rapé zum Schnupfen und Canaſter zum Rauchen, zu, welche Gebräuche ſich auch im ganzen europäiſchen Norden verbreiteten.
In England errichtete man die erſten Tabagien oder Verſammlungsorte für Raucher; alle Welt rauchte Tabak, ſelbſt die Civil⸗ und Criminalrichter während ihrer Verſamm⸗ lungen, ja ſogar die Räthe in ihren Sitzungen, was endlich doch den König Jacob I. veranlaßte, im Jahre 1603 einen ſtrengen Befehl gegen dieſen„ekelhaften, widerlichen und ungeſunden Mißbrauch“ veröffentlichen zu laſſen.
Der Tabak aber trotzte, wie geſagt, dem religiös⸗ politiſch-mediciniſchen Bündniſſe, indem ſein Gebrauch immer mehr zunahm, nach und nach in allen entdeckten Ländern der Erde Eingang und Anklang fand und deren Bewohner ſeines angenehmen Genuſſes theilhaftig machte.
Für die vorzüglichſte Sorte gilt immer noch der Tabak aus der Havaßa, und wird dieſen Rang auch ſo lange be⸗ haupten, bis eine freie Regierung und Fortſchritte im Acker⸗ bau den verſchiedenen Provinzen Mexiko's geſtatten werden, ſich mit aller Energie dem Tabaksbau zu widmen. Sobald dies aber der Fall ſein wird, erhält Cuba einen ſo mächtigen Concurrenten, daß es denſelben nicht mehr bewältigen kann. Der bereits jetzt im Staate Vera⸗Cruz, an der Küſte und in der Umgegend von Orizaba und Cordova angebaute Tabak kommt an Aroma, Zartheit, Größe und ſchöner Farbe dem Havahatabak beinahe gleich und wird ihn jedenfalls bei ſorg⸗ fältiger Behandlung erreichen. Dagegen kommt aus der Provinz Tabasco, leider nur in geringen Quantitäten, unter
dem Namen Simojovel ein Tabak, der den bbeſten der Havana
bereits übertrifft.
Unter anderm bietet der Simojovel den Vortheil, daß ganz friſch bereitete Cigarren, wie ſie der Hand des Arbeiters entnommen werden, ſchon gebraucht werden können, ohne irgend welche Schärfe zu verrathen. 6.
Mry.
In der Nacht vom 17. zum 18. Juni ſtarb in Paris in Folge eines krebsartigen Leidens, das die Aerzte ſeit drei Monaten ohne Erfolg bekämft hatten, der ebenſo beliebte, wie fruchtbare Literat und Dichter Méry, deſſen Tod all⸗ gemein bedauert wird.
Joſeph Méry wurde am 21. Januar 1798 in den Ayga⸗ lades in dem ſüdlichen Frankreich geboren, begann das Stu⸗ dium der lateiniſchen Sprache unter der Anweiſung eines
Novellen⸗
Zeitung.
alten Prieſters im väterlichen Hauſe und vollendete ſeine Studien in Marſeille. Dort war er Augenzeuge der Metze⸗ leien, welche die Rückkehr der Bourbonen bezeichneten, und er ſchloß ſich der Partei der Bonapartiſten an, die man unter der Reſtauration mit den Liberalen vermengte. Eine von ihm gegen den Abbé Elicagaray in Verſen geſchriebene Satire zog ihm eine funfzehnmonatliche Gefängnißſtrafe zu, machte ihn aber auch dem Publicum bekannt. Nach einer erſten Reiſe nach Paris wurde er in Marſeille unter derz Leitung von Alphonſe Rabbe einer der thätigſten Redacteure des Phocéen, welcher der Regierung die heftigſte Oppoſition machte. Nach einiger Zeit gründete er ſelbſt das Journal„la Méditerranée“ und dieſe beiden Blätter vereinigten ſich ſpäter unter dem Namen„le Sémaphore“, der noch jetzt in Marſeille ein ſehr geachtetes Blatt iſt. Im Jahre 1824 ließ er ſich in Paris nieder, wo er anfangs für Rabbe zu deſſen Geſchichte der Päpſte Ueberſetzungen aus dem Lateiniſchen beſorgte. Nach kurzer Zeit nahm Soulé ihn zum Mitredacteur des Nain jaune an, und ſeine Artikel fanden ſo viel Beifall, daß er bald die erſte Stelle an dieſem Blatte einnahm.
Zu dieſer Zeit verband Méry ſich mit Armand Carrel, Victor Hugo und Barthélémy. Mit dem Letzteren, welcher die Regierung ebenſo ſehr haßte, wie Méry es that, veröffentlichte er die Satiren, les Sidiennes. Im Jahre 1826 erſchien von ihnen die Villéliade, für welche der Verleger ihnen ein Honorar von 25,000 Fr. bezahlte und die mit anderen Ar⸗ tikeln von ihnen weſentlich zum Sturz des Miniſteriums Villèle im Januar 1828 beitrugen. Méry und Barthélèmy ſahen ſich von allen Celebritäten der damaligen Zeit geſucht.
Auf die Satire verzichtend, ſchrieben ſie unter dem Miniſterium de Martignac ihren Napoléon en Egypte. Als aber Polignac zur Macht gelangte, antworteten ſie mit la Peyronnéide und la Guerre d'Alger auf die Heraus⸗ forderungen der Ultraroyaliſten, worauf kurz nachher die Julirevolution ausbrach. Méry betheiligte ſich während der drei Tage an dem Straßenkampfe und beſang dann den Sieg in dem Gedichte„PInsurrection“ und in einer Hymne„la Tricolore“, die von Halévy componirt wurde.
In ſeinen Hoffnungen bald enttäuſcht, verſprach Méry ſich, auf die Politik ganz zu verzichten und er zog ſich auf einige Zeit nach Marſeille zurück. Barthélèmy aber, welcher 1831 ſeine Némésis als das Journal in Verſen eines einzigen Mannes angekündigt hatte, rief ihn nach Paris zurück, um die Arbeit mit ihm zu theilen. Er hatte daher ſeinen Antheil an den tauſend kräftigen und boshaften Zügen, die, weil ſie in Verſen geſchrieben waren, ſich für lange Zeit an große Namen anknüpften. Im folgenden Jahr hörte die Némésis auf zu erſcheinen, weil die beiden Dichter nicht im Stande waren, die erforderlichen 100,000 Fr. als Caution in den Statsſchatz einzuzahlen. Méry reiſte jetzt nach Italien, wohin die Königin Hortenſe und die Exilirten der kaiſerlichen Familie ihn riefen.
Dieſe Reiſe bildet einen ſehr wichtigen Wendepunct in Méry's Leben, denn er brachte von derſelben eine ſolche Menge Noten mit, die ihn reichen Stoff zu Novellen boten, welchem Zweige der Literatur er ſich jetzt faſt ausſchließlich widmete, während er auf die Politik und die Satire ganz verzichtete.
Von den 100 Bänden in Proſa und 10 Bänden in Verſen, die von ihm erſchienen und von denen viele ins Deutſche überſetzt worden ſind, wollen wir hier nur einige anführen, aus denen ſich auf den Reichthum dieſes unge⸗ wöhnlichen Geiſtes ſchließen läßt. 1837 erſchienen von ihm in zwei Bänden Scènes de la vie italienne; 1841 auch in zwei
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