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Ueber das Recht der beiden Miſſes Rockingham auf dieſe in einer ſo ſeltſamen Weiſe entdeckten Diamanten konnte nicht der geringſte Zweifel beſtehen. Selbſt der Beſitzer des Hauſes machte keinen Verſuch, den wohlbekannten Erbinnen der Familie Galtimore den Beſitz derſelben ſtreitig zu machen. Es dauerte nicht lange, ſo hatten dieſe Diamanten ihre Käufer gefunden und die Schweſtern ſahen ſich im Beſitz eines ſehr großen Vermögens. Zunächſt ſahen ſie ſich in den Stand geſetzt, das traurige Haus zu verlaſſen, in welchem ſie ſo ſchreckliche Leiden erduldet, aber wo ſie auch den Reichthum entdeckt hatten, für den ſie geboren waren. Es iſt nie ent⸗ deckt worden, in welcher Art die geheimnißvollen Erſcheinungen und Töne, die ihnen in dem alten Hauſe ſo großen Schrecken verurſachten, entſtanden ſind. In dem Augenblicke, wo Adele die Diamanten hervorzog, waren wir alle Drei viel zu ſehr von Freude überwältigt, als daß wir irgend etwas Anderem hätten Aufmerkſamkeit ſchenken können; als wir aber ſpäter den Gegenſtand beſprachen, ſchien es, als ob wir alle Drei uns unbeſtimmt erinnerten, einen Ton gehört zu haben, welcher dem gellenden Lachen einer alten Frau glich, das aus einer Ecke des dunklen, öden, großen Zimmers zu kommen ſchien. Möge das ſein, wie es will, man hat uns verſichert, ſeit jenem Diamantenfund ſei in dem alten Hauſe der Geſpenſter⸗ lärm nie wieder vernommen worden. Vielleicht ſind die ge— fürchteten Gäſte durch die Stimmen glücklicher kleiner Kinder einer großen nationalen Wohlthätigkeitsanſtalt verjagt worden, zu deren Wohnung es dient und für deren Gebrauch es wieder in guten Stand geſetzt und gereinigt worden iſt. Möglich, daß die„gottloſen Malverns“ endlich das volle Maß des ſchrecklichen Fluches erduldet haben und daß ſie nun in ihren Gräbern Ruhe finden, während ihre unſchuldigen Nach⸗ kommen den übeln Namen derſelben durch den großmüthigen Gebrauch jener lange Zeit verlorenen Schätze wieder zu Ehren zu bringen ſuchen, zu deren Auffindung ſie in einer ſolchen ſchrecklichen und geheimnißvollen Weiſe geführt wurden.
C.
Ferdinand Floron.
Am 15. Mai ſtarb in Lauſanne in Folge einer längern Krankheit einer der Veteranen der franzöſiſchen Demokratie, welcher, ein entſchiedener Republikaner, als Publiciſt ent⸗ ſchloſſen für ſein politiſches Ideal gewirkt und ſich von den Zwanziger Jahren bis 1848 an allen Aufſtänden regelmäßig betheiligt hat, ja ſogar eine kurze Zeit Mitglied der pro⸗ viſoriſchen Regierung geweſen iſt, der aber nach dem Staats⸗ ſtreiche ſich ein Aſyl in der Schweiz ſuchte und von dieſer Zeit an ganz von der politiſchen Bühne verſchwand. Sein eben erfolgter Tod ruft ſein Andenken wieder hervor und er verdient wohl, daß wir hier Näheres über ſein Leben mit⸗ theilen.
Ferdinand Flocon wurde am 1. November 1800 in Paris geboren, wo ſein Vater Director der Staatstelegra⸗ phen nach dem damaligen alten Syſtem war. Er ſelbſt beſtimmte ſich frühzeitig zum Publiciſten und arbeitete ſchon vom Jahre 1820 an zuerſt als Berichterſtatter und ſpäter als Mitarbeiter an der Redaction des Courrier français. Er ſchloß ſich unter der Reſtauration der Partei an, welche mit eben ſo vieler Beharrlichkeit wie Energie die Freiheit ver⸗ langte. In Folge deſſen wurde er 1823 Carbonaro und Mitglied der Loge der Amis de la verité. Im Jahre 1824 veröffentlichte er eine Flugſchrift gegen die Jeſuiten unter dem Titel„Dictionnaire de morale jesuitique“. Sich
Novellen⸗
Jeitung.
zu derſelben Zeit mit der Kunſt und der Literatur beſchäftigend, ſchrieb er in demſelben Jahre„Le Salon de 1824“, worin er über die Pariſer Kunſtausſtellung berichtete. Im Jahre 1827 veröffentlichte er eine Sammlung deutſcher Balladen von Bürger, Körner und Koſegarten, die er ins Franzöſiſche überſetzt hatte, ſowie auch einen Sittenroman Ned Wilmore in drei Bänden. Gleichzeitig wirkte er mit ſeinen Freunden im republikaniſchen Sinne und trug ſehr veſentlich zum Ausbruch der Julirevolution bei, in welcher er zu den Barri⸗ kadenkämpfern gehörte.
Nach der Thronbeſteigung Ludwig Philipps gehörte Flocon eine kurze Zeit zu der Redaction des Constitution- nel, aus der er bald zur Tribune übertrat. Als Mitglied der Société des amis du peuple betheiligte er ſich an allen geheimen und öffentlichen Verſuchen der revolutionären Propaganda, wie z. B. an der Verſchwörung im Jahre 1834, aus welcher die Apriltage hervorgingen, und zeigte ſich als einer der thätigſten Verbreiter der republikaniſchen Ideen. Er trat dann in die Redaction des National, aus der er ſchied, um 1845 mit Ledru Rollin die Réforme zu gründen, welche das Organ der vorgeſchrittenen republikaniſchen Partei wurde, deren Hauptredaction er übernahm. Unter andern Arbeiten veröffentlichte er in der Réforme Studien über die Jurisdiction der prudhommes(Schiedsrichter), welche Einfluß auf die Reorganiſation dieſer induſtriellen Juſtiz hatten. In den Reformbanketten, welche die Februar⸗ revolution ins Leben riefen, ſpielte Flocon eine ſehr thätige Rolle, ſo wie er ſich dann auch ſehr lebhaft an dem Straßen⸗ kampf betheiligte, welcher Ludwig Philipp zuerſt zur Thron⸗ entſagung und dann zur Flucht beſtimmte. Gleichzeiria vereinigte Flocon ſich mit Louis Blanc, Marraſt und Alb mit denen er ſich im Hôtel de Ville inſtallirte, um von aus den Gang der Revolution zu leiten. Als Hauptredacteur der Réforme erhielt er ſogleich eine Stellung in der pro⸗ viſoriſchen Regierung, doch anfangs nur in der beſcheidnen Rolle als Secretär. das Portefeuille des Miniſteriums des Ackerbaues und des Handels übertragen, welche Miniſterpoſten er aber nur vom 11. Mai bis 28. Juni 1848 bekleidete. Er zeigte als Miniſter weit mehr Mäßigung, als man erwartete und ließ die frühern Beamten, die ſich jetzt beeilten, ſich zur Republik zu bekennen, ſämmtlich auf ihren Poſten. Trotz des Cifers und der Ge⸗ ſchicklichkeit, welche Flocon als Miniſter entfaltete, wurde er von den Reactionären doch mit der äußerſten Heftigkeit an⸗ gegriffen, und da ſein Charakter ihnen keinen Angriffspunkt darbot, ſo ſuchten ſie wenigſtens die Einfachheit ſeiner Ge⸗ wohnheiten lächerlich zu machen. Mit Louis Blanc und Albert organiſirte er 1848 die Nationalwerkſtätten, welche Louis Blanc als ein Mittel für die Löſung der ſocialen Frage ſo lebhaft empfohlen hatte, deren Nutzloſigkeit und Verderblich⸗ keit ſich aber bald herausſtellte. Nach den Junitagen trat er aus dem Miniſterium und nahm ſeinen Platz in der conſtituirenden Nationalverſammlung ein, in die er als Ver⸗ treter des Seinedepartements mit 121,806 Stimmen erwähle worden war. Er erſchien mehrmals auf der Rednerbühne und gewöhnlich votirte er mit der Linken. Er trennte ſich von ihr in den ſocialen Fragen, um den Antrag Proudhons und die progreſſive Steuer zu verwerfen, undin den politiſchen Fragen, um die Aufrechthaltung des Belagerungszuſtandes zu unterſtützen. Als Flocon für die legislative National⸗ verſammlung nicht wieder erwählt wurde, begab er ſich nach Colmar oder, wie Andere behaupten, nach Straßburg, um
dort ein republikaniſches Blatt zu redigiren. Nach dem
Drittehalb Monate ſpäter wurde ihm
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