Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
491
Einzelbild herunterladen

unglückli en, ſdt dalche d, auf de

Cde edaſel

4 7.

ber et, ſagte Nlorenct,

ſage Malt.EIn. d dam ein Ko fputz G rafen) glich more⸗Diamanten ge

rei ganz überwältigt dam am Abend ihret re Urgrohmutter, die don Diamanten, deren rhundert in der vor⸗ dewundert und diel en dieſer prachtvollen Hderrn Rockiugham, Familie ſeiner Mut⸗ 1 hätten, ſie ausfindig altungen, welche über

fel in Irland geführt den.

en befand ſich eine

tinem Vater gehört,

Ac, guter todtenblaßer⸗ lafzimmer am Ende

du

Die Beſtätigung der ung der Schweſtern te Einwendung da⸗ fenweiſe überredete ren und dott irgend de waren in einem t großem Bedauern

Vierte Folge.

auf einige Stunden. Lady F willigte, obſchon ungern, ein, daß ich für die nächſte Zeit des Nachts bei den armen Schweſtern bleiben durfte, aber gar bald wurden Beide von einem heftigen Fieber befallen, wo ich ſie zu pflegen hatte.

Tage und Wochen vergingen. Die Rockinghams ge⸗ naſen von ihrem Fieber und hatten wieder mit ihrer Noth zu kämpfen. Ihre wenigen Kunden hatten aufgehört, ihnen Arbeit zu ſchicken, die ſie zu fertigen nicht im Stande waren, und jeder Artikel ihres kleinen Eigenthums, ja ſogar jedes entbehrliche Kleidungsſtück war verkauft worden, um Brod und Kohlen anſchaffen zu können. Es war ein ſchmerzlicher Anblick, dieſe zwei blaſſen Mädchen zu ſehen, die noch immer ſchön und zart wie Treibhauspflanzen waren, aber ach, ſo abgezehrt! ſo traurig!

Eines Abends waren die Dinge zum Aeußerſten ge⸗ kommen. Wie ſie, hatte auch ich Alles verkauft, was mir nur einigermaßen entbehrlich ſchien, ohne in meinem Aeußern die Rückſichten zu verletzen, die ich dem Hauſe der Lady F ſchuldig war. Es fehlte an Nahrungsmitteln und ebenſo wenig war irgend eine Ausſicht vorhanden, morgen welche kaufen zu können. Der Bezirks⸗Armencommiſſär, an den wir uns gewandt, hatte erklärt, es könne keine Unterſtützung ge⸗ währt werden als gegen das Zeugniß der gänzlichen Ent⸗ blößung und wenn die um Unterſtützung Nachſuchenden ſich ins Armenhaus aufnehmen ließen. Die ſchlimmſte unſerer Befürchtungen ſtand auf dem Puncte, ſich zu verwirklichen.

Dieſe Nacht beſchloß ich unter allen Umſtänden mit meinen unglücklichen Freundinnen zuzubringen und demgemäß ging ich Abends elf Uhr nach ihrem Hauſe, und nach einigen Verluchen, ſie zu tröſten, überredete ich ſie, ſich auf das, was

ven Bettzeug ihnen noch übrig geblieben war, niederzulegen,

um ſich durch etwas Schlaf zu ſtärken, während ich im Zimmer bei ihnen bleiben wollte.

Von Gram und Thränen auf's Aeußerſte erſchöpft, glaube ich, wir ſchliefen zuletzt alle Drei, bis ich endlich, als der Frühlingsmorgen angebrochen war und die Sonne bereits in unſer Zimmer ſchien, heftig von Ada geweckt wurde, die von ihrem Bett aufſprang.Miſtreß L, Florence, mein Liebling, wacht auf! O, was für einen merkwürdigen Traum habe ich gehabt! Und ihre Augen glänzten, wie ich ſie, leider! ſeit vielen Tagen nicht mehr geſehen hatte.

Ein ſolcher Traum! fuhr ſie eifrig fort,ganz die⸗ ſelbe ſchreckliche Erſcheinung, die wir unten in dem Beſuch⸗ zimmer ſahen; nur ſah ich ich bin gewiß, daß ich ſah wohin die Diamanten gelegt wurden. Lady Galtimore verſteckte ſie in dem Tiſche, worauf der Spiegel ruht. Ich weiß ganz genau, wo ſie ſind.

Oh, ſeien Sie ruhig, liebe Miß Rockingham, rief ich,es iſt ja nur ein Traum.

Liebe Ada, ſagte Florence, die ihre Schweſter küßte

und ſchluchzte, weil die traurige Wirklichkeit des Tages mit den Erſcheinungen der Nacht in ihrem Geiſte einen zu herben Gegenſatz bildeten. Ada ſammelte ſich für einen Augenblick und dann ſagte ſie, als ſie aufſtieg und haſtig einige Kleidungsſtücke anzog: Ihr habt Recht es war nur ein Traum; aber wer weiß, ob in meinem Traume meine Gedanken mich nicht zu einer Entdeckung geleitet haben, welche Florence vom...? O, wenn das ſo ſein ſollte! fügte ſie hinzu, während ihre Kniee wankten und ihre Lippen zitterten.

Es war beinahe etwas Feindliches in dem Geiſte, in dem wir alle Drei die breite große Treppe hinabgingen, und während es ſich um Leben und Tod handelte, in das Geſpenſter⸗

491

zimmer eintraten. Wir ſahen nach nichts um uns her, ſon⸗ dern gingen ſofort nach dem maſſiven Tiſche, der ſeiner Ver⸗ goldung, ſeiner Bronze⸗ und Schildkrötenſchale⸗Verzierungen, ſelbſt der Schlöſſer an den Auszügen längſt verluſtig ge⸗ gangen war, aber doch blos wegen ſeiner ſoliden Stärke und feines Gewichts in dem Fußboden und gegen den untern Theil des geheimnißvollen Spiegels befeſtigt geblieben war. Als wir den Tiſch erreichten, öffnete Adele, ohne ſich einen Augen⸗ blick zu bedenken, eine kleine Thür, wie ſie ſich an einem ſolchen Spiegelconſol gewöhnlich findet und hinter welcher, wie wir wohl wußten, ſich eine kleine Blende befand, die früher ſicher mit koſtbaren Kleinigkeiten gefüllt geweſen, aber jetzt ganz leer war. Ihre Hand gegen die Decke dieſes Ver⸗ ſchluſſes legend, berührte Ada eine Springfeder und ein kleiner, flacher Auszug ſprang unter der Tiſchplatte hervor, war aber auch leer.

Ich wußte das, ſagte Ada ganz entſchloſſen.Nun! und ſie ſtellte ihre Hand hinter den Auszug in den Raum, der durch das Herausfahren des Auszugs leer geworden war.

Hier iſt das Schloß, von dem ich geträumt habe! murmelte ſie in der größten Aufregung, und einen kleinen Griff neben dem Schloſſe faſſend, gab ſie demſelben einen heftigen Ruck und er fiel in ihre Hand.O Himmel! rief ſie, ges iſt verſchloſſen. Wir können nicht zu dem Auszuge gelangen, aber er iſt dort und alle Diamanten ſind darin. Alles iſt ganz genau ſo, wie ich es träumte!

Es iſt gewiß nicht zu verwundern, daß wir unſere Un⸗ geduld in dieſem Augenblick kaum zu zügeln vermochten. In⸗ dem wir unſere Arme in die Oeffnung ſteckten, welche vorher von dem Auszug in dem Tiſche ausgefüllt worden war, konnten wir ganz gut fühlen, daß ein ſtarkes metallenes Schloß einen inneren Auszug verſchloß, der früher bis an den hinterſten Theil des Tiſches reichte. Auf unſerer Seite des Schloſſes war eben ſo ein Griff, wie der, den Adele herausgeriſſen hatte, doch wenn auch beide geblieben wären, ſo ſchien doch keine Ausſicht dazu vorhanden zu ſein, daß wir im Stande ſein würden, das Schloß zu erbrechen, das augen⸗ ſcheinlich von dem feſteſten Metall war. Alle Schlüſſel, die zu unſerer Verfügung ſtanden, wurden verſucht, aber ganz nutzlos. Sollten wir nach einem Schloſſer ſenden? Wir wagten es nicht, das zu thun. Als wir endlich jeden Auszug aus dem Tiſche herausgezogen und in jeder Richtung betaſteten, trafen wir, ebenfalls an der Rückſeite des Tiſches, eine andere Springfeder und als wir ſie drückten, ſprang ein winzig kleiner Auszug hervor, worin zwei Gegenſtände lagen, ein goldner Ring mit dem Portrait des Lord Galtimore, und ein vergoldeter meſſingener Schlüſſel..

Es war etwas, was ſelbſt in dieſem Augenblicke der höchſten Aufregung mich mit Achtung für Miß Rockingham erfüllte, als ich die Art beobachtete, wie ſie in einer faſt feierlichen Weiſe den Schlüſſel aus meiner zitternden Hand nahm, um ihn an dem Schloſſe zu probiren, das man im Innern des Tiſches nicht ſehen konnte. Der Schlüſſel war der rechte; er öffnete das Schloß und dann zog Adele den Auszug heraus. Er war ungefähr vier Zoll tief und acht oder neun Zoll lang und über dem Inhalte deſſelben lag ein Stück altes, gelbliches Papier. Wir nahmen daſſelbe weg und dort lagen die prachtvollen Galtimore⸗Diamanten das Halsband, die Ohrringe und die Grafenkrone ein jedes in ſeinem Lager von ſchwarzem Sammet. Adele und Florence umarmten ſich. Gott weiß, ob ihr Schluchzen vor Freude nicht damals und ſeitdem immer ein Echo in meinem alten Herzen fand.