Gefangene derſelben längſt vor dem Arm Fouquier⸗ Tinville's, des öffentlichen Anklägers, gerettet war. Aber der Anblick der leeren Zelle brachte immer eine wehmüthige Wirkung auf das Gemüth des ſonſt ſo ſtrengen Schließers hervor; er ging hinein und berührte den Schemel, auf dem ſie geſeſſen; das Lager, auf dem ſie geſchlafen; die Bücher, in denen ſie geleſen; die Feder, mit welcher ſie geſchrieben. Er kletterte zum Fenſter empor und holte die Winden herab, welche
Novellen⸗Zeitung.
mit der Hand dort zu erreichen waren; er ſetzte ſich
hin, wo ſie geſeſſen hatte und lauſchte dem Zwitſchem der Vögel, die draußen ihrer Freiheit ſich freuten, wie Johanna gethan haben mußte; er träumte, wie auch ſie hier geträumt haben mochte— er dachte an ſtie, während ſie ſeiner längſt wohl vergeſſen, für die Liebe ſeines Herzens wohl keine Theilnahme mehr hattel Aber es war ihm gleich— er fühlte ſich glücklich, ſie gerettet zu haben; er wußte dadurch ſeine Liebe belohnt.
(Schluß folgt.)
Der Geſpenſterlärm. Eine providentielle Geiſter⸗Erſcheinung. Nach dem Engliſchen von Friedrich Coßmann. (Schluß.)
Was ich bei der Erzählung dieſer ſeltſamen Geſchichte fühlte, iſt nicht nöthig zu ſagen. Meinen ganzen Muth zu⸗ ſammenraffend, ſagte ich endlich:
„Meine lieben jungen Ladies, ich hehaupte nicht zu wiſſen, daß es in dieſer Welt nicht Geheimniſſe der ſchrecklichen Art geben kann, worauf die Erſcheinung, die Sie gehabt, hinzudeuten ſcheint; aber wenigſtens haben Sie, meine theure Miß Rockingham, mit mir immer in der Meinung überein⸗ geſtimmt, es ſei weit weniger wahrſcheinlich, daß der Todte in ſolchen Formen erſcheinen könne, als daß unſer Gehirn be⸗ trogen werden möge, ſich einzubilden, ſie zu ſehen. Sie wiſſen, Sie ſind Beide in dieſem Augenblicke vor Aufregung ganz krank und der Zuſtand, worin Sie ſich befinden, würde genau der ſein, worin ſolche Erſcheinungen ſich bilden. Seien Sie verſichert, der häßliche alte Spiegel reflectirte blos Ihre eigne Furcht und nichts weiter. Laſſen Sie uns zuſammen in das Zimmer gehen und Alles genau unterſuchen, und dann wollen wir das Sonnenlicht und friſche gute Luft hineinlaſſen und Sie werden ſich überzeugen, daß ich Recht habe.“
Die Schweſtern hörten mich mit der freundlichen Rück⸗ ſicht an, die ſie ſtets für meine Meinung zeigten, aber au⸗ genſcheinlich blieben ſie von der Wirklichkeit der Erſcheinung, deren Augenzeugen ſie geweſen waren, unerſchüttert feſt über⸗ zeugt. Zuletzt überredete ich ſie indeſſen, mich in das ge— fürchtete Zimmer zu begleiten. Es war dunkel darin, die Fenſterläden waren weniger zerbrochen als die in dem Speiſe⸗ zimmer, und es bedurfte von unſerer Seite Zeit und Muth, ſie zu öffnen und dann eins oder zwei der mit Schimmel bedeckten Fenſter in die Höhe zu ſchieben. Bis dahin, wo das gethan war, war der Geruch in der Stube für mich niederdrückend. Es mochte blos verdorbene Luft ſein, aber ich konnte der Ideenverbindung nicht widerſtehen, welche ihn weit eher mit
„The smell, cold, oppressive and dank,
Sent through the pores of the coffin plank“
(Der kalte, drückende und dumpfige Geruch,
Der durch die Poren der Breter eines Sarges dringt) verband.
Feuilleton.
—
ruhete. Die Schweſtern zeigten mir die Stelle, auf der ſie
aufzufinden, was einen Grund für ihre Einbildung hätte darbieten können.
indem ſie ihre Hand auf den Tiſch legte.
glänzendes Halsband und Ohrringe und dann ein Kopfputz, welcher der kleinen Krone eines Earls(Grafen) glich.“
Endlich wendeten wir uns zu dem unglücklichen Spiegel und dem darunter befeſtigten großen Tiſche, auf dem derſelbe
geſtanden hatten und auf welchem Puncte in der Mitte des
Spiegels das Geſpenſt erſchien, und ich verſuchte vergebens,
auf der verwiſchten und befleckten Oberfläche deſſelben etwas „Sie legte ihre Diamanten hierher,“ ſagte Florence,
„Es war eine große Menge,“ ſagte Adele.„Einn
„O, es müſſen die großen Galtimore⸗Diamanten ge⸗
weſen ſein,“ rief Florence.
Von dieſer Idee wurden wir alle Drei ganz überwältigt. Es war ganz richtig, wie Miß Rockingham am Abend ihrer Ankunft in dem Hauſe erzählt hatte: ihre Urgroßmutter, die Counteß of Galtimore, war im Beſitz von Diamanten, deren faſt fabelhafter Glanz im vorigen Jahrhundert in der vor⸗ nehmen Welt in Dublin außerordentlich bewundert und viel beſprochen wurde, und das Verſchwinden dieſer prachtvollen Juwelen, ohne daß die Vormünder des Herrn Rockingham, als er die leeren heraldiſchen Ehren der Familie ſeiner Mut⸗ ter erbte, ſich die gehörige Mühe gegeben hätten, ſie ausfindig zu machen, war in den traurigen Unterhaltungen, welche über den Ruin der Rockinghams an jeder Tafel in Irland geführt wurden, mehr als einmal erwähnt worden.
„Unter den Galtimore⸗Diamanten befand ſich eine kleine Grafenkrone, das habe ich von meinem Vater gehört,“ ſagte Adele.
„Und die alte, böſe Lady Galtimore—— Ach, guter Gott! Ada,“— und Florence wurde todtenblaß—„er⸗ innerſt Du Dich des Bildes in dem Schlafzimmer am Ende des nördlichen Corridors in Rockingham?“
„Sie war es.“
Keine von uns konnte ſprechen. Die Beſtätigung der ſchrecklichen Erzählung von der Erſcheinung der Schweſtern war zu wunderbar, um irgend eine weitere Einwendung da⸗ gegen von meiner Seite zu erlauben. Stufenweiſe überredete ich ſie, in ihr oberes Zimmer zurückzukehren und dort irgend
eine kleine Erfriſchung zu genießen. Beide waren in einem hohen Grade leidend, und ich verließ ſie mit großem Bedauern
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