Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
488
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Kehr' um! kehr' um! Du armer Wicht, Klopf' länger vor den Thüren nicht Der mitleidsloſen Herzen! Der Seufzer Deiner ſchweren Noth, Dein Jammern um ein Stücklein Brod Stimmt ſchlecht zu ihren Scherzen.

Die Welt liebt Freuden⸗Harmonie. O bleicher Frevler, ſtöre ſie Nicht durch Dein kläglich Heulen! Du haſt das Leid, ſie hat die Luſt Und keinen Raum in ihrer Bruſt, Mit Dir das Weh zu theilen.

Die Welt liebt Schönheit, iſt entzückt, Wenn ſie in holde Augen blickt. Kehr' um! Mit Deinen Wangen, So hungerhohl und ſorgenblaß, Mit Deinen Augen, trüb' und naß, Wirſt Du kein Brod erlangen.

Geh', geh'! und laß die Welt ſich freu'n! Der Himmel wird einſt Rächer ſein 3 Der ungelabten Armen. Klopf' dort an jenes Hüttelein! Es iſt zwar ärmlich nur und klein, Doch wohnt d'rin das Erbarmen.

Die Hand, die dort den Hunger ſtillt, Iſt ſelber zwar kaum halb gefüllt Mit ſchweißbenetzter Habe; Doch was ſie giebt, das giebt ſie gern, Sie reicht im Armen ja dem Herrn Die kleine Liebesgabe.

Drum klopf' getroſt! Streck' aus die Hand! Wer ſelbſt des Mangels Druck empfand, Verſteht des Armen Bitte Und nimmt, weil Reichthum es vergißt, Daß er der Armuth Schuldner iſt, Ihn auf in ſeine Hütte.

Literariſche Briefe von Otto Banck.

Hinter Schloß und Riegel. Von Schmidt⸗ Weißenfels. Berlin, bei Seehagen. An guten ausführlichen Geſchichten, ja hiſtoriſchen Romanen aus der franzöſiſchen Schreckenszeit finden Sie keinen Mangel; man iſt ſogar überſättigt davon. Bei alledem aber ſind manche intereſſante Details dieſer fruchtbaren und furchtbaren Epoche der Social⸗

Novellen⸗

Jeilung.

geſchichte überſehen und der Verfaſſer holte hier in der That manches Verſäumte gemiſcht mit Wohl⸗ bekanntem nach, indem er, wohl angeregt durch

die Annalen der Baſtille, in die Pariſer Gefängniſſe

ſtieg. Fürchterliche Eindrücke wechſeln mit erfreulichen. Von letzteren hier ein Beiſpiel der Schreckenszeit:

Ein ſchönes verſöhnendes Bild aus dieſen blu⸗ tigen Septembertagen bietet Bouchotte, der Thürhüter des Gefängniſſes St. Pelagie, der ſich als ſolcher durch ſeine Biederkeit und Menſchlichkeit bis zur Selbſtverleugnung nicht minder ein Denkmal geſetzt hat, wie der Wächter Richard, welchem Marie An⸗ toinette in der Conciergerie übergeben war. Mitleid für die Opfer der Revolution war ein ebenſo großes Verbrechen, wie ſie zu retten. Bouchotte beging das eine, Richard das andere, zum Glück, ohne dafür büßen zu müſſen.

Die Septembermorde waren planmäßig vorberei⸗ tet worden. Zu einer beſtimmten Stunde des dritten September zogen die einzelnen Banden nach den ihnen bezeichneten und für ihre Juſtiz beſtimmten Gefäͤng⸗ niſſen, deren Thürhüter ausdrücklich von dem Unter⸗ nehmen benachrichtigt und ins Vertrauen gezogen waren. Auf zweimaliges Anſchlagen an die Thore

war es Überall geſchehen, in der Abtei, in den Carmes, in Bicétre, der Salpetrière, in La Force und in der Conciergerie. Die Wächter öffneten bei dem verab⸗ redeten Zeichen und grüßten die Pikenträger in rothen Mützen, wie die Todtengräber die Scharfrichter grüßen.

Die Bande, für St. Pelagie beſtimmt, hatte ſich

verſpätet. Sie war in eine Kneipe unterwegs einge⸗ kehrt und feierte hier erſt durch Trinken und Singen das Vorſpiel zu der Arbeit des Säbels und der Pike, welche der Guillotine Concurrenz machen ſollte. End⸗ lich ſetzte ſie ihren Weg fort und in den engen Straßen, die ſie paſſirte, ſammelte ſich das Volk voller Neu⸗ gierde für die blutige Miſſion, welche man dieſer Nanfenen Maſſe anvertraut hatte. Sie erreichte end⸗

lich die Rue de la Clef und ihr Hurrahgeſchrei ſollte.

dem Concierge von St. Pelagie ihre Ankunft an⸗ kündigen.

Aber das Thor des Gefängniſſes blieb geſchloſſen.

V Der Chef der Bande gab die verabredeten zwei Schläge. Niichts rührte ſich hinter dem Thore, welches feſt

in ſeinem Schloſſe lag.

Was ſollte dies bedeuten? Hatte der Concierge nichts gehört?

Man donnert mit Piken und Kolben gegen die Thür; man ſchreit und ſchimpft Nichts ant⸗

ſollten ſie ſie öffnen und die Schlüſſel abliefern. Alſo

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