Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
486
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Vater eines Baſtards! fuhr der junge Mann zornig auf.

Der Baron zuckte geringſchätzend die Achſeln. Du wußteſt es, ehe Du das Mädchen heimführteſt, verſetzte er ruhig.

Tod und Hölle! rief der Jäger in wachſender Erbitterung, und ein wildes, verzehrendes Feuer leuchtete in ſeinen Augen auf.Hätte ich's gewußt, würde ich nicht der Narr geweſen ſein, die Buhldirne meines Herrn zu heirathen. Sie logen mir damals vor, Anna ſei eine Waiſe, die Tochter eines entfern⸗ ten Verwandten von Ihnen, ich möge das Mädchen heirathen, Sie wollten nicht allein für die Ausſteuer Sorge tragen, ſondern mir auch die Revier⸗Jäger⸗ ſtelle und den Hof des alten Winkler verſchaffen; ich, dumm und gutmüthig, wie ich ſtets geweſen bin, ging in die Falle hinein und bemerkte erſt drei Mo⸗ nate ſpäter den Betrug.

Ich denke, über das Capitel haben wir früher ſchon bis zum Ueberdruß geſprochen, ſagte der Baron gemeſſen.Weshalb kommſt Du heute nochmals auf daſſelbe zurück?

Weil ich Sie erinnern will, daß Sie Ihr Ver⸗ ſprechen bis heute noch nicht gehalten haben, ent⸗ gegnete Kappel kurz.

Unverſchämter! murmelte Warkotſch.

Länger laſſe ich mich nicht hinhalten, fuhr der Jäger fort.Entweder, Sie löſen jetzt Ihr Wort ein, oder

Oder? fragte der Baron ſcharf.Haſt Du Dich nicht mit der Ausſteuer, welche Du am Tage Deiner Hochzeit von mir empfingſt, zufrieden er⸗ klärt? Biſt Du nicht inzwiſchen Revierjäger ge⸗ worden?

Das Gut Winkler's fehlt noch!

Laß die Preußen nur erſt aus dem Lande ſein,

ich kann jetzt auch nicht, wie ich will.

Bis dahin hat vielleicht Manches ſich geändert, ſagte der junge Mann mit ſchneidendem Hohn.Die ſchöne Marie Halbach weilt jetzt ſchon ſeit einem Jahre im Schloſſe, es wird nicht mehr lange dauern, ſo ſieht der Baron von Warkotſch zum zweiten Mal ſich ge⸗ nöthigt, den Kuppler zu ſpielen. 4

Hallunke! ſchrie der Baron bebend vor Wuth, während er mit der Reitgerte die Wange des Jägers blutig ſchlug.Wage noch einmal mit Deiner Läſter⸗ zunge den Namen jenes Mädchens zu beſudeln und Du ſollſt mich kennen lernen, wie Du bisher mich noch nicht gekannt haſt!

Kappel verbiß den Schmerz, den der Schlag ihm verurſachte, in dem Blick aber, den er ſeinem Herrn

Novellen⸗Zeitung.

ſprengte, drückten unverſöhnlicher Haß und glühender Rachedurſt ſich aus.

Warkotſch mochte dieſen Blick bemerkt haben, er reichte bald darauf dem Jäger wieder die Hand. Du weißt nicht, was jenes Mädchen mir iſt, ſagte er,wüßteſt Du es, würdeſt Du geſchwiegen haben.

Sie hätten es mir mittheilen ſollen, erwiderte Kappel unwirſch,halbes Vertrauen iſt kein Ver⸗ trauen.

Es giebt Geheimniſſe, die man unter allen Um⸗ ſtänden wahren muß, fuhr der Baron ausweichend fort.Ich gebe zu, daß ich im Unrecht war und von meinem Jähzorn mich hinreißen ließ, aber Du ſollſt für den Schlag Genugthunng haben, warte nur, bis der Potsdamer Wachtparade⸗Commandant wieder zum brandenburgiſchen Kurfürſten degradirt iſt. Heute ſchreiben wir den ſiebenundzwanzigſten November, am erſten December löſe ich mein Wort ein.

Die beiden Reiter waren inzwiſchen vor dem Schloſſe in Schönbrunn angekommen. Der Baron ſtieg ab, warf die Zügel dem Jäger zu und ſchritt hinein, während Kappel die Pferde in den Stall führte. Als der Letztere die Roſſe dem Stallknecht übergeben hatte, ſchlug er den Weg zur Schenke ein, die in jener Zeit, in der Frau Fama die Köpfe und Zungen unausgeſetzt beſchäftigte, ſich ſtets eines ſtar⸗ ken Zuſpruchs erfreute.

Auch hente ſaß der größere Theil der Bewohner Schönbrunns am Schenktiſch und die Einnahme der Feſtung Schweidnitz bildete das Thema der Unterhal⸗ tung.

Wäre der Oberſt Zaſtrow auf ſeinem Poſten

ſo hätten die Oeſterreicher die Feſtung ſo leichten Kaufes gewiß nicht erobert, meinte der Gutsbeſitzer Winkler, welcher, als der angeſehenſte und reichſte Bauer Schönbrunn's, am obern Ende des Tiſches ſaß.

Unſer König hat nie großen Werth auf die Wahl ſeiner Feſtungs⸗Commandanten gelegt, erwi⸗ derte der Amtsbote Ritter, der als Unterofficier der königlichen Leibgarde den erſten ſchleſiſchen Feldzug mitgekämpft hatte und nun als Invalide vom Amte das kärglich zugemeſſene Gnadenbrod empfing.Wir haben in der jüngſten Zeit manches betrübende Bei⸗ ſpiel erlebt, mit ſeltenen Ausnahmen verſchuldete ſtets die Feigheit oder Untauglichkeit des.betreffenden Commandanten, daß dieſe oder jene Feſtung in die Hände des Feindes fiel.

Wir haben leicht politiſiren, fiel Halbach, der

nachſandte, als dieſer einen Fluch murmelnd davon

Guts⸗ und Tiſchnachbar Winkler's, dem greiſen Krie⸗

geweſen, wie es einem braven Kriegsmann geziemt,

gand durchzogen ten? Haben wir ein eignes Betl halten?

Seht utc indeß auj der dieſer Krieg, richtet hat und

durch die

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Laudon ſch euſcheinen wird, der Kriegsgreue

Der Iuval

Deukt ni Ende des Krie wagen, vor B zugeeifen, er erbitterten B Und einen ſolc Oeſterreich iſt mehr nach de auch kommen ſo leicht nicht, kampfgerüſtet

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