Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
485
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noch triumphirte er darüber, daß er dem Monarchen Trotz geboten hatte.

Was ihn überhaupt bewog, einen Herrſcher zu haſſen, der ſich die Achtung und Bewunderung Euro⸗ pa's errungen hatte, weshalb er zu dem ſchnödeſten Verrathe an einem Manne überging, der ihn vor allen anderen Edelleuten Schleſiens bevorzugte und ihm ſtets die deutlichſten Beweiſe ſeiner Gunſt gab, das hat Niemand erforſcht.

Vor der Thüre des Hauſes, welches der König bewohnte, ſtand ein junger ſchlanker Mann, der un⸗ gefähr achtundzwanzig Jahre zählen mochte.

Er trug einen grünen, mit Treſſen reichbeſetzten Jagdanzug, einen Hut mit wallendem Federbuſch und an der Hüfte einen kunſtvoll gearbeiteten Hirſchfänger. Die Geſichtszüge dieſes Mannes waren ebenmäßig, aber ſie trugen das Gepräge einer ausſchweifenden Lebensweiſe.

Obgleich er ſchon ſeit einigen Jahren den Titel

eines Revierjägers führte, war er doch noch immer der Leibjäger und Kammerdiener des Baron von Warkotſch, und Jedermann in Schönbrunn wußte, daß der Jäger Kappel, oder, wie er allgemein hieß, der⸗Kappelmathias⸗ das unbegrenzte Vertrauen ſeines Herrn genoß. Von Jung und Alt ſeiner ausſchwei⸗ fenden Lebensweiſe wegen gemieden, konnte es nicht ausbleiben, daß Kappel die Bauern haßte und die Gunſt ſeines Herrn häufig zum Nachtheil jener miß⸗ brauchte.

Als der Baron das Haus verließ, führte der Jäger die beiden ſeiner Obhut anvertrauten Roſſe vor.

Warkotſch ſchwang ſich, in Gedanken vertieft, auf und ritt unverzüglich von dannen.

Eine Viertelſtunde mochten die Beiden in ſcharfem Trabe zurückgelegt haben, als der Baron ſein Pferd Schritt gehen ließ und dem Jäger zurief, näher zu kommen.

Nichts Neues? fragte er barſch, als Kappel ſich neben ihm befand.

Nein! entgegnete dieſer eben ſo kurz.

Warkotſch blickte eine geraume Weile ſchweigend in die Landſchaft hinaus.

Was ſagte der Curatus Schmidt, als Du ihm meinen Brief brachteſt? nahm er endlich wieder das Wort.Wird Graf Wallis heute noch mein Schreiben erhalten?

Ich glaube, ja! erwiderte der J Jäger.Schmidt hat mir aufgetragen, Ihnen zu ſagen, daß er darauf rechne, nach beendetem Kriege die Pfarrſtelle in Schönbrunn zu erhalten, ſetzte er, einen lauernden Seitenblick auf ſeinen Herrn werfend, hinzu.

Was fällt ihm ein? fuhr der Baron auf.

Vierte Solge.

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Schmidt iſt katholiſch, das Pfarramt Schönbrunn lutheriſch, er ſoll ruhig in Siebenhuben bleiben, die Pfarre iſt für ihn fett. genug. Ueberdies werde ich mit dem anmaßenden Pfaffen in einem ganz anderen Tone reden, wenn ich ſeiner Dienſte nicht mehr bedarf.

Wenn die Citrone ausgepreßt iſt, wirft man ſie weg, verſetzte Kappel im Tone beißenden Hohnes;

wer ſich's gefallen läßt, iſt ein Dummkopf und eben

nichts Beſſeres werth!

Der Baron ſchaute betroffen auf. heißen? fragte er.

Je nun, wenig und doch auch wieder ſehr viel; wen es trifft, der mag ſich darnach richten.

Ich glaube, Du willſt den Unzufriedenen ſpielen! fuhr der Baron gereizt auf.Nimm Dich in Acht, Mißbrauch meines Vertrauens würde Dich auf's Schaffot bringen.

Albernes Geſchwätz! entgegnete Kappel achſel⸗ zuckend.Was könnte ich durch einen Mißbrauch Ihres Vertrauens gewinnen? Der Preußenkönig würde mich füſiliren laſſen

Ganz gewiß! fiel der Baron ihm in's Wort. Ohne Gnade und Barmherzigkeit.

Aber jedenfalls in nobler Geſellſchaft! ſſetzte der Jäger ruhig hinzu,

Der Baron erhob im wild auflodernden Jähzorne die Reitpeitſche, aber ein Blick Kappel's genügte, ihn ſeinen Vorſatz vergeſſen zu laſſen.

Du führſt heute eine ganz beſondere Sprache, nahm er nach einer Weile mit verbiſſenem Grimm das Wort,haſt Du etwas auf dem Herzen, ſo ſag's frei heraus. Wozu die verſteckten Anſpielungen?

Kappel warf einen forſchenden Blick auf die Züge ſeines Herrn, der erſt jetzt einſah, welche Macht der Diener bereits über ihn gewonnen hatte.

Vor einem Jahre ungefähr hatten wir eines Morgens eine vertrauliche Unterredung mit einan⸗ der, erwiderte er.Meine Mutter war kurz vorher beerdigt worden, ich befand mich in einer ernſten, düſteren Stimmung

Ja, ja, weil der Paſtor Gerlach in der Leichen⸗ rede Dir den Kopf gewaſchen hatte, fiel der Barou ihm in die Rede,ich entſinne mich der Geſchichte.

Ich war zu Ihnen gekommen, um den Paſtor der Ueberſchreitung ſeiner Amtsbefugniſſe anzuklagen, fuhr Kappel gelaſſen fort.Statt mich anzuhören und mir Genugthuung zu verſchaffen, ſchlugen Sie mir eine Heirath vor.

Du gingſt auf meinen Vorſchlag ein, führteſt das Mädchen zum Altar und biſt heute bereits glück⸗ licher Vater.

Was ſoll das