Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
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ehemaligen Kroatenhauptmann erinnerte, muſterte den Jüngling vom Scheitel bis zur Fußſohle.

Die Heirathsgedanken werden Ihm wohl ver⸗ gangen ſein? hob er in ironiſchem Tone an. Eine beſſere Wahl als die, ſich anwerben zu laſſen, konnte Er nicht treffen. Seinem Könige fehlt's ja an Kanonenfutter!

Anton drängte den auflodernden Zorn, den er ſchon beim Anblick des Verhaßten erwachen fühlte, gewaltſam zurück; hätte er nicht im Vorzimmer des Königs geſtanden, er würde dem Baron die Antwort nicht ſchuldig geblieben ſein.

An Ihm hat Sein König übrigens nichts ge⸗ wonnen, fuhr der Baron fort, während er mit der Reitgerte auf die hohen Stiefel ſchlug,mit einer Hand voll Oeſterreicher jage ich ein ganzes Regiment Seines Kalibers in die Flucht!

Herr Baron! fuhr der junge Mann auf, un⸗ fähig, ſich länger zu bemeiſtern.

Das Maul gehalten! Wenn Er auch die Hu⸗ ſarenjacke des Königs von Preußen trägt, bleibt Er darum doch mein Unterthan! Sein Vater war ja auch Einer von denen, welche die Petition an den König unterzeichneten, laut der ich zur Zahlung der Kriegsſteuer herangezogen werden ſollte, Er den Alten ſieht, ſage Er ihm, ich werde ihm da⸗ für eine Suppe einbrocken, an der er zeitlebens genug

Novellen⸗

he? Wenn

Zeitung.

bern will und nicht einmal in Schleſien feſten Fuß faſſen kann!

Gleich einem Blitzſtrahl fuhr der Säbel des Hu⸗ ſaren aus der Scheide.

Potsdamer Wachtpa en 25 laſſen, und ich be⸗ weiſe Ihnen, daß d de e achtpa arade

Halt! fiel in dieſem Augenblick eine helle, ſcharfe Stimme dem Huſaren in die Rede.

Der König, durch den Lärm aufmerkſam gemacht, war unbemerkt eingetreten, ſein zornig funkelnder Blick ruhte auf dem Huſaren, der vor dieſem Blick die Wimpern ſenkte.

Was geht hier vor? fragte er in einem Tone, dem man's anhörte, daß er weder einen Widerſpruch duldete, noch Ausflüchte und Entſchuldigungen del⸗ ten ließ.

Warkotſch ſchlug die Augen vor dem durchbohren⸗ den Blick des Monarchen nicht nieder.

Eurer Majeſtät Huſaren haben einen ſchlechten Lehrmeiſter, entgegnete er ſarkaſtiſch.

Schweige Er! fiel der König ihm zornig in's Wort.Er wird mir nicht vorzuſchreiben haben, wie meine Huſaren erzogen werden ſollen! Weshalb hat Er den Säbel gezogen? Antwort!

Der Baron nannte mich einen Maulfechter und Gurer Majeſtät Armee die Potsdamer Wachtparade,

haben ſoll!

Anton ſah dem hohnlächelnden Edelmann feſt ins Auge.

Noch iſt Gerechtigkeit zu finden, erwiderte er. Seine Majeſtät werden nicht dulden, daß ihren Un⸗ terthanen ungeſtraft Unrecht geſchieht.

Iſt Er toll, Kerl? brauſte der Baron auf.Wie kann Er wagen, mir gegenüber ſich einer ſolchen Sprache zu bedienen? Warte Er nur, wenn dieſe Wirthſchaft ein Ende genommen hat, wird Er mich noch kennen lernen. Er hat ja ein Auge auf mein Mündel ge⸗ worfen, he?

Habe ich darüber Ihnen Rechenſchaft abzulegen? entgegnete der Jüngling, dem das Blut in die Wan⸗ gen ſchoß.Ob Sie das Recht haben, ſich zum Vor⸗ mund des Mädchens aufzuwerfen und es gegen ſeinen Willen im Schloſſe zurückzuhalten, darüber werde ich höheren Orts die Entſcheidung einholen.

Der Baron hatte die Reitgerte erhoben, aber, ſich eines Beſſeren beſinnend, ließ er ſie wieder ſinken.

Er iſt ein Maulfechter, ſagte er im Tone ver⸗ achtender Geringſchätzung.Er paßt vortrefflich zur Potsdamer Wachtparade, die das ganze Europa ero⸗

erwiderte der Huſar, der nicht wagte, dem König in's Auge zu ſehen.

VDen ⸗Maulfechter» wird Er verdient haben, verſetzte der Monarch mit ſcharfer Betonung.Die Potsdamer Wachtparade hat Seine Vertheidigung nicht nöthig. Melde Er ſich bei der Wache, ich die⸗ tire Ihm drei Tage Arreſt, weil Er den Seinem Könige ſchuldigen Reſpect verletzt hat! Kehrt! Marſch!

Ohne den Baron eines Blickes zu würdigen, ſchritt der König, von Maßmann begleitet, in den Saal zurück, während Anton, gehorſam dem erhalte⸗ nen Befehle, den ſchweren Gang zum Arreſtlocal antrat.

Barons, als er das Vorzimmer verließ.

Was in jenem Augenblick in der Seele des Mannes, deſſen Namen die Geſchichte für ewige Zeiten gebrandmarkt hat, vorging, wer vermag's zu ſagen!

Er fuühlte, daß er durch ſeine geringſchätzende Aeußerung über die preußiſche Armee in der Gunſt des Königs geſunken war, er wußte, daß Friedrich die Macht beſaß, ihn dies entgelten zu laffen, den

Triumphirender Hohn umſpielte die Lippen des

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Lebensweiſe. Oöbgleich dines Revierhä der Leibjäger Warkotſch, 1 daß der Jäger der⸗Kappelma Herrn genoß. fenden Lebens ausbleiben, de Gunſt ſeines? brauchte. Als der Jäger die beid Wartotſch und ritt unve Eine Vie Tuabe zurückge Schritt gehen kommen. Nichts ſich neben ihr Nein! Warkotſch in die Landſch Was ſa meinen Brief Vott.Wird dahalten? Ich glau dan nir aufget rechte, nach eenn. Ublict duſ Was ſe