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allenthalben reichlich vorhandenen Nabobgeizhälſen ein edles Beiſpiel entgegenſtehe.
An einen ſolchen ſeltenen Wohlthäter der Menſchheit, der den Namen Joſé Laborde trug, erinnert den Reiſenden ein prachtvoller, einſt von jenem Manne bewohnter Garten in der amerikaniſchen Stadt Cuernavaca.
Joſé Laborde ſtammte aus einer alten Familie des Königreichs Bearn und war höchſt wahrſcheinlich ein älterer Verwandter jenes reichen Juan Joſé Laborde, welcher ſich für Ludwig XV. von Frankreich beim Hofe zu Madrid im Betrag von 50 Millionen Livres verbürgte, eine Menge großer und prachtvoller Bauten ausführte, 400,000 Francs zur Errichtung von Hospitälern hergab, und trotz aller dieſer und anderer Dienſte am 18. April des Jahres 1794 auf der Gulllotine ſtarb.
Joſé Laborde's Jünglingsjahre fallen in die Zeit, welche dem Ausbruche des ſpaniſchen Erbfolgekriegs vorherging. Er kam als junger Mann nach Mexiko, wo ſein Oheim be⸗ reits heimiſch geworden war und die Minen des Landes aus⸗ zubeuten verſuchte. Die Unternehmungen des Onkels ſcheinen nicht beſonders glücklich geweſen zu ſein, gewährten aber dem
Keffen die Gelegenheit, ſich viele und große Kenntniſſe des Landes und des Bodens zu ſammeln. Der Onkel, mißmuthig über die vielen Händel, in welche er mit der Regierung ver⸗ wickelt wurde, überließ ſeinem Neffen eine unbedeutende Mine, weil dieſer große Erwartungen von ihr hegte, die ſich auch verwirklichten. Schon nach einigen Jahren hatten die Verhältniſſe des jüngern Laborde ſich ſo günſtig geſtaltet, daß er ein großes Werk übernehmen konnte. Das Glück ſchien ihn zu verfolgen, denn die Grube in der Canada vom Real de Tlapijahua machte ihren Beſitzer zu dem reichſten Manne des Landes; aber Laborde trug auch dieſes Glück mit jener Seelengröße, die ein Erbtheil ſeiner hochverdienten Familie zu ſein ſcheint. Die Schätze, welche er dem Schooße der Erde abrang, ſchienen für ihn ſelbſt nur in ſofern Werth zu haben, als er ſich damit die Liebe der Mitwelt und ein dankbares Andenken bei der Nachwelt erkaufen konnte. Er war ein Vater der Armen, gab ungeheure Summen zu milden Stiftungen, ließ auf ſeine Koſten herrliche Bauten aufführen und Gärten anlegen, und ſchenkte 400,000 Peſos für den Bau der Kirche in Tasco, die er außerdem reich fundirte und mit Kleinodien von unermeßlichem Werth be⸗ ſchenkte. Er ſelbſt lebte in hohem Grade einfach, ſein Glück im Wohlthun, ſeinen Lohn in der Freude Anderer, im Dank der Waiſen und im Segen der Wittwen ſuchend. Kurz, er beſaß eins jener weichen Gemüther, aus denen ſelbſt der hellſte Sonnenſchein gegenwärtigen Glückes eine tiefe Weh⸗ muth, eine Ahnung bitterer Tage nicht auslöſchen kann. Er gehörte zu jenen Männern, die, Thränen trocknend,„vor⸗
reife Tage künftiger Schmerzen“ leben und einhergehen
„gebräunt, ehe noch die Sonne brannte“.
Waren es FHinderniſſe, welche von Seiten der Re⸗ eg gelegt wurden, waren es unglückliche Vorfälle, wie ſie im Bergmannsleben nicht ſelten ſind, genug, das Werk Laborde's gerieth plötzlich in Verfall, und da ſeine Hände den Segen der Tiefe nur gehoben zu haben ſchienen, um ihn über die Menſchheit auszugießen, ſo gerieth er in Geldverlegenheiten und endlich gar in große Noth, um ſo mehr, da ſeine ſeit einigen Jahren in Tasco in Betrieb geſetzten Gruben noch fortwährend großer Summen Auf eine Unterſtützung von Seiten der damaligen Regierung war nicht zu rechnen und vergebens wandte er ſich an die Kirche, die
gierung dem Bergbau in den W
bedurften, ehe an eine Ausbeute zu denken war.
Novellen⸗
Zeitung.
er ſo reichlich bedacht hatte. Schon ſah er ſich gezwungen, als ein bankrotter Schwindler ſeine alten Tage, verlaſſen und gemieden, im Elende zuzubringen, als ſeine Kinder ihn durch das Opfer ihrer Freiheit, aber ohne ſein Wiſſen, retteten.
Laborde war lange unverheirathet geblieben und hatte unter Umſtänden, welche ſeine Verheirathung zu einem der ſchönſten Züge ſeines Lebens machten, ſeine Hand der mittelloſen Waiſe eines Freundes gereicht. Dieſe Gefährtin ſeines Lebens war damals ſchon todt, aber ſie hatte ihrem Gatten, an dem ſie mit Liebe und Bewunderung hinaufge⸗ ſehen hatte, zwei Kinder geboren nnd ihre Liebe auf ſie ver⸗ erbt. Beide beſchloſſen unter ſich, ihrem Vater das höchſte Opfer zu bringen, deſſen ein Menſch fähig iſt, ohne ſein Vorwiſſen und ohne daß er je etwas erfahren ſollte, einen Schritt zu thun, ſchwerer als der Tod. Sohn und Tochter gingen zum Biſchof und erklärten, beide die Ordensgelübde ablegen und einem der Klöſter in der Diöceſe ihr gegen⸗ wärtiges und zukünftiges Vermögen zubringen zu wollen, unter der Bedingung, daß der Biſchof ihrem Vater die Gelder vorſchieße, welche zur Fortſetzung ſeiner Arbeiten in den Gruben von Tasco erforderlich wären, die aller Voraus⸗ ſicht nach bald ungeheure Ausbeute geben würden. Der
eintrete, der Sohn aber das Gelübde ablege, und bei der erſten Aufforderung das geiſtliche Gewand anzulegen ſich verflichte.
Jungfrau, anſcheinend unbeeinflußt, den Vater, ihr den Eintritt in's Kloſter zu geſtatten. Laborde ſah mit Wehmnth. ſein Kind und ſeine Armuth, ſchloß ſie zum letzten Mal, wie er glaubte, in ſeine Arme und erlag faſt der Verzweiflung. Aber ſiehe da, noch am Abend deſſelben Tages erſchien der Biſchof in ſeiner Wohnung, tröſtete ihn und brachte ihm eine mit Diamanten und vielen andern koſtbaren Steinen ge⸗ ſchmückte, goldene Sonne aus dem Tabernakel der Kirche in Tasco, die der Arme in beſſeren Tagen ihr zum Geſchenk ge⸗ macht hatte. Mit den darauf geliehenen und andern Geldern beſtritt Laborde die Fortſetzung der bereits eingeſtellten Arbeiten, und erlangte in kurzer Zeit die Genugthuung, auf die er gerechnet hatte.— Die nächſten zehn Jahre ſind für die Geſchichte des Bergweſens in Mexiko epochemachend, denn die Silberge⸗ winnung ſtieg während derſelben, trotz der Schutzloſigkeit der Gewerke von Seiten der Regierung, auf eine Höhe, welche ſie bis heute nicht mehr zu erreichen vermochte. In dieſer
Biſchof willigte ein, wenn die Tochter ſofort in ein Kloſter
Als dieſe Angelegenheit geordnet war, bat die blühende
Zeit ſchöpfte Laborde unermeßliche Reichthümer, ſo daß ihm ein Vermögen von mindeſtens 35 Millionen nachgerechnet wurde. Allein Laborde's Caſſe glich dem Meeresbecken, das von allen Strömen doch nicht voller wird, weil es in Thau und Regen zurückgiebt, was es von jenen empfängt. Auch
jetzt noch kam es nicht ſelten vor, daß er durch ſeine allzeit offene Hand in drückende Verlegenheiten gerieth. So bat ihn eines Tages ein fremder Kaufmann um einen Vorſchuß von 30,000 Peſos, die er nothwendig brauchte, um ſich gegen ſeine Gläubiger zu behaupten, die den Verluſt eines Schiffes, welches von den Engländern weggenommen worden war, zu ſeinem Sturz zu benutzen dachten. Dieſer Fremde war der Sohn eines Mannes, der Laborde's Onkel verſchiedene Mal Vorſchüſſe geleiſtet hatte. die Summe auszuzahlen. Dieſer erinnerte ihn, daß er nur noch gerade ſo viel baar in Caſſe habe, und am nächſten Samſtag in dieſem Betrag Arbeitslöhne zahlen müſſe, ohne
Laborde befahl ſeinem Buchhalter,
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