Zuweilen nur erwacht in Dir
Die Welt von Wunderdingen:
Die Gotteslichter ſprüh'n hervor— Und ich muß Dir lobſingen!
Wie durch die Lenzuacht Liederton—
Wie durch die Lenznacht Liederton, So zieht durch meine Seele Die Sehnſucht, daß ſie heimlich ihr Manch gold'ne Mär' erzähle.
Da ſeh' ich Dich als Königin, Und jetzt als Fee der Haine,
Und jetzt als Heilige— und ſtets In wundermildem Scheine.
Und folgen muß Dir dann mein Geiſt In unſichtbare Fernen,
In's Reich der ew'gen Herrlichkeit, Zu Deiner Heimath Sternen.
Dort bannſt Du meinen Gram hinweg Durch holde Sangesgrüße: Mein letzter Schmerzenshauch verweht Vor Deines Lächelns Süße.
Literariſche Briefe von Otto Banck.
Die Einheit des Lebens. Von Jac. Mole⸗ ſchott. Gießen, Ferber'ſche Buchhandlung.
Sicherlich dürfen Sie mit mir in der Anſicht übereinſtimmen, daß Deutſchland den wiſſenſchaftlichen Beſtrebungen Moleſchott's mehr Dank ſchuldig iſt, als es ihm bis jetzt dargebracht, natürlich meine ich nur idealen Dank der Anerkennung, denn von einem ma⸗ teriellen, das Leben pecuniär ſichernden pflegt ja ohnehin beim deutſchen Publicum wie den deutſchen Staaten Männern des Talentes gegenüber nur ſelten die Rede zu ſein. Es wird, zumal wenn ſie ihre eigene Farbe und ihre eigene Stimme haben, zumeiſt dem Himmel überlaſſen, ſie zu kleiden und zu ätzen, wie ſeine Lilien auf dem Felde und ſeine Vöglein im Walde. Moleſchott iſt nun zwar wie ſo mancher Tüchtige durch ſelbſtthätige Kraft wohlverſorgt, aber deutſche Cultus⸗ ämter und deutſche Lehranſtalten waren es nicht, welche ſich um ſeinen Beſitz ſtritten; denn nachdem die Schweiz ſeinen Werth erkannte, iſt er bereits lange Deutſchland, ſeinem, wenn auch nicht leiblichen, doch geiſtigen Vater⸗
Novellen⸗ZJeitung.
eine neue Heimathsſtätte gefunden. Die ungeheure Biegſamkeit ſeiner vielſeitigen Intelligenz erleichtert ihm das Wirken in der Fremde, denn er gab binnen Kurzem das ſeltene Schauſpiel, als Ausländer ſeine Vorträge an der Hochſchule in trefflichem Italieniſch halten zu können.
Die Zeiterſcheinungen in der Naturyviſeenſchaft, die jetzt beinahe als Centrum allen Geiſt der Wiſſen⸗ ſchaft überhaupt beherrſcht, haben ſich ſo gewandelt, daß Moleſchott durchaus nicht mehr der Vorwurf ge⸗ macht werden kann, zu den rohen Materialiſten zu zählen. Die Vorwürfe, welche ihm von einem unſerer größten Chemiker gemacht wurden, ſind zum Theil un⸗ gerecht. Viele Arbeiten, darunter auch die vorſtehende über die Einheit des Lebens, beweiſen, wie objectiv Moleſchott auf die Erſcheinung der Thatſachen und ihre Erklärung in der Naturkunde einzugehen, wie klar er dem Leſer ſeine erläuternde Rundſchau zu machen ver⸗ ſteht. Der Verfaſſer ſpricht von den poetiſchen und ſymboliſirenden Vorſtellungen, welche man ſich früher von der Lebenskraft, der Krankheit ꝛc. in der Heil⸗ kunde machte und geht dabei auf das menſchliche Bedürfniß zurück, ſich dunkle Mächte, die man nicht erkannt hat, zu perſonificiren. Dies iſt für alle Gebil⸗
Medicin über Hypotheſen.
Es giebt im menſchlichen Geiſte, ſagt Moleſchott, ſo lange er nicht wiſſenſchaftlich gebildet iſt, keinen mächtigeren Trieb, als den, der ihn beſtimmt, den unbekannten Grund einer Reihe von Erſcheinungen als eine Perſon zu begrüßen. Und es giebt kein Ge⸗ biet, auf welchem ſolche verborgene Urſachen zahlreicher und aufregender ſind, als jene üppige Welt, welche die bunte Mannichfaltigkeit der Formen und das frucht⸗ bare Spiel der Verrichtungen in den lebenden Weſen entfaltet. Möchte man doch ſagen, daß in dem Worte Geheimniß ein Gedanke verborgen iſt, den das orga⸗ niſche Leben uns ſelbſt eingegeben hat. Und ſo iſt es denn natürlich gekommen, daß der urſprüngliche Hang
des Lebens die Befriedigung eines Bedürfniſſes zurück⸗ gegeben hat, das ihn die Welt der Organismen em⸗ pfinden lehrte. 4
Jeder lebende Körper behauptet ſeine eigenthüm⸗ liche Form und ein ureigenes Gepräge ſeiner Lebens⸗ verrichtungen, obwohl er beſtändig die Bauſtoffe ver⸗ ändert, aus denen er in ſeinen feinſten Formbeſtand⸗ theilen beſteht. Aber die Erhaltungskraft, die in
organiſirte Geſtalt oder auch eine Reihe von Geſtalten durch die Jahrhunderte behauptet, die zwei große Erd⸗
lande, nach Turin hin entrückt und hat in Italien
umwälzungen von einander trennen, muß verſgifße
deten intereſſant, denn noch heute ſtreitet man in der
des menſchlichen Geiſtes mit voller Hand dem Reiche
einem ſich fort und fort verändernden Medium die
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