Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
471
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Kehofft dr N, da wir d Aunrubig in

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lleben Frauen, un, in St. An⸗ 38 und darin Dernach haben es gar ſtill und t worden Vnd edwſamer Rath dellenberg Wein walle Leute, daß da nich Ritter auch die Frau e Geſippte, die So wollen wir a von hier, im und fürchte ich Ritter Hans euthalben liebet, nigseck, will ich

eeßt wieder recht teit ſein mögeſt, hört habe, da en, daß es noch aber jetzt hoffe nicht ſchreiben weſen und nach vor drei Wochen Packen und Ur⸗ Einrichten wohl ommen, Augs⸗ unde, und hab

t faſt geweint mmen alle das ich daraus ge⸗

Kummer für ſlittet Hanſens as ith zu ihm

genommen von

gehabt, gar ſtark gemacht. Haben keinen großen Zug mit uns genommen, und ſind wir ganz ſicher und ohne Gefahr dahin zogen, und in vier Tagen, da wir langſam ziehen wollen, gar glücklich und ge⸗ ſund zu Königseck angelangt, und auch mein liebes Kind, das jetzt gehen und ſchwatzen kann, und mir gar lieb iſt, dort glücklich mit uns ankommen. Da bin ich nun von Ritter Hanſens Geſippten und Nach⸗ barn gar wohl empfangen, und iſt mir große Ehre

Vierte Folge.

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wo ſie im Chor der Barfüßer⸗Kirche zu ihrem erſten Gemahl iſt begraben worden.

Es würde viel müßiger ſein, nach der Authen ticität dieſer ſeltſamen Schriftſtücke zu forſchen, als ſie lieber kurz und gut für eine alte literariſche Imi⸗ tation zu halten und ſich an der maßvollen Friſche, charakteriſtiſchen monotonen Beſchränktheit und indi⸗ vidualiſirenden Kraft ihres Vortrages zu erfreuen.

erzeigt worden, und hoffe ich gar freundlich mit. 4

ihnen zu leben. Auch haben die armen Leute des Ritters, und Hinterſaſſen, mir große Freude bezeuget, mich zu ſehen, denen ich gar gern alles Liebe erzeigen will. Das Schloß iſt gar ſchön und feſt, da wir wohnen, und ſagen ſie, es ſei vor vielen Jahren von Ritter Cuno, der aus Welſchland geweſen, und von dem die Königseck abſtammen, erbauet worden, und habe vor Zeiten Cunoseck geheißen. Liegt auf einem Berg, in einem gar ſchönen Revier, und iſt eine Freude, da zu wohnen. So hab ich mich nun ganz eingehauſet, und werde gewohnt auf dem Lande zu ſein, und die Stadt zu vergeſſen, und das auch darum, weil mich mein Mann lieb hat, und mein Kind mir viel Freude macht. Und hat Ritter Hans gar ſchönes Jagen um das Schloß her, das er ſehr liebet, auch haben wir ſchönes Vieh in unſern Ställen und viel Obſtbäume in unſern Gärten und große Fiſchteiche und iſt Ritter Hans gar ein friedliebender Mann mit ſeinen Nachbarn, und führt nicht leicht Krieg mit ihnen, ſei denn, daß er angegriffen werde, das nicht leicht geſchieht, da ſie ihn Alle lieb und werth halten. So danke ich Gott und allen Heiligen, daß ſie mir jetzt Ruhe beſcheeret, nach den großen Trübſalen, die ich erlitten. Iſt mir gar wohl und fehlt mir nichts, als daß ich hören möchte, daß du auch wohl ſein mögeſt. Laß dich nicht wundern, wenn du nicht ſo viel Briefe mehr von mir bekommen wirſt, da ich jetzt weiter von dir bin und nicht immer Zeit habe, noch Mittel, den Brief fortzuſchicken. So wünſche ich dir noch einmal, daß du ja bald mögeſt geneſen, das mich gar freuen ſoll zu hören.

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Dieſes iſt der letzte Brief von der Frau von Königseck an die Frau Teutiche Vetterin. Aus andern Nachrichten iſt zu erſehen, daß dieſe nach einer lang⸗ wierigen Krankheit geſtorben ſei und dadurch dieſer Briefwechſel ein Ende genommen habe. Die Frau von Königseck aber hat ein hohes Alter erreicht, doch aus dieſer Ehe keine Kinder erzielt. Und nachdem ſie nochmals Wittwe worden, hat ſie ihre Tage als eine Frau von großem Anſehen und große Wohl⸗ thäterin der Kirchen in ihrer Vaterſtadt beſchloſſen,

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Gedichte von Egyd Wratislam Jahn.

Aus dem Böhmiſchen übertragen von Alfred Waldau. Ich habe in Dein Herz gelegt

Ich habe in Dein Herz gelegt.

Mein Sinnen und mein Streben,

Der gold'ne Frühling, der d'rin webt, Er ruft es wohl in's Leben.

Ich blicke in Dein Herz ſo gern, Wo, ſchön wie eine Blume, Sich das Gefühl mit Muſik eint Und Liebe mit dem Ruhme.

Dort grüßet mich ſo mancher Ton Aus alten, großen Tagen,

Und heißt mir mit der Zukunft nur Getroſt den Kampf zu wagen.

Und hohe Geiſter winken mir

Auf Wieſen und in Hainen Und wieder darf der Tag des Herrn Der ſtillen Seele ſcheinen.

O Du, Du biſt die Einzige

O Du, Du biſt die Einzige

In dieſer Welt der Schwäche,

Der ich mein Herz verſchwören kann, Und dieſen Schwur nie breche.

In Deiner Seele ſchlummern ſanft Koſtbare, hehre Gaben,

Die ihren Segen, gold'ne Träum', Von Gott empfangen haben.

Du biſt's, bei der den Ruhm der Welt, Der Ahnen Glanz ich finde,

Und dennoch blickſt Du demuthreich Du gleichſt dem ſtillen Kinde.