Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
468
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Marquard begleitet haben, da wir ziehen wollten gen Seyfriedsberg, und die da mit uns ſind angegriffen und gefangen worden. Und zwar erſtlich hat Ritter Kunz ſeine Gefangenen denen von Landsberg gegeben an Soldes ſtatt und haben ſie ſich von ihnen müſſen löſen mit ſchwerem Gelde, die aber, die Ritter Hans genommen hat zu Villenbach, da er die Burg zerbrochen und mich erlöſet hat, die haben ſich auch löſen müſſen von einem ehrſamen Rath zu Augsburg, und haben ſchwören müſſen, daß ſie die Stadt nicht mehr be⸗ treten wollten, noch ſich an ihr rächen, und einen Brief darum ausſtellen und ſiegeln. So hat auch Hermann von Schellenberg, Ritter Hanſens Bruder, gegen die von Landsberg geklagt bei dem Herzog, darum, daß ihre Reiter dem Ritter Kunzen Beiſtand gethan haben, den von Schellenberg anzugreifen und mein Gut zu rauben, und hat der Herzog Befehl geben in all ſeinen Landen, daß die von Villenbach, des Ritter Kunzens Brüder und Vettern und ſeine Helfer, Niemand ſollte ätzen, noch tränken, noch hauſen, noch hofen(Koſt und Aufenthalt verſchaffen). Auch iſt Recht geſprochen, daß die von Landsberg ſollten denen von Schellenberg geben 1000 Gold⸗Gulden, das nicht viel war und ſie weit mehr von den Ge⸗ fangenen bekommen hatten. So haben die von Schellenberg das Geld genommen, und geſtiftet einen Jahrestag und ewige Meſſe in der Kirche zu Ziemets⸗ hauſen, wo ſie ihn(Marquard) hinbegraben, zu Troſt ſeiner armen Seelen, und habe auch ich dazu gethan und viele Seel-Meſſen für ihn leſen laſſen in den Kirchen zu Augsburg. Auch haben ſie einen Stein ſetzen laſſen bei Uſterſpach, auf dem Platz, da er ge⸗ ſtorben war, der gar ſchön iſt, und iſt darauf ge⸗ arbeitet unſer lieber Herrgott am Kreuz, mit ſeiner heiligen Mutter und dem Schooß-Jünger Johannes, auch das Wappen der von Schellenberg und Schrift und Jahrzahl zum Andenken des ſchrecklichen Mordes.*) Nun iſt aber ein ehrſamer Rath gar gut gegen mich geweſen, und hat mir gegeben 500 Gold⸗Gulden aus der Beute, die gemacht worden von Ritter Kunzen bei Villenbach, um des Schadens willen, den ich er⸗ litten habe an meinen Gütern, daß ich damit anfing, was ich wollte. So iſt mir noch übrig, Ritter Hanſen zu danken, und ihm zu vergelten alle die Arbeit, die er meinetwegen gethan hat, und iſt das eine gar ſchwere Sache und fordert viel Nachſinnens. Er be⸗ weiſet mir noch viel Liebe und Freundſchaft, und ſuchet mich alle Tage heim, fragend nach meiner Ge⸗ ſundheit, und thut das auch gar fleißig ſeine Schweſter. So bin ich nun aber wieder wohl auf, und erhole

*) Dieſes ſchöne Denkmal ſteht noch wohlbehalten bei dem Dorfe Uſterſpach. Doch iſt die Schrift gänzlich verwittert.

Novellen⸗Zeitung.

mich zu Kräften, auch bin ich nicht mehr ſo ſchrecklich und erbärmlich anzuſehen, als ich geweſen, das ich meiner Schwägerin danke, die mir gar viel Liebe und Sorge erzeigt. Nur habe ich oft ſchwere Stunden, wenn ich denke an das, was ich habe aus⸗ geſtanden, und daß meinetwegen Ritter Marquard erſchlagen und andere redliche Leute, das mir gar leid thut. Auch macht mir das bange, daß die Land⸗ leute ſagen, daß ſie Ritter Kunzen bei Nacht geſehen hätten als ein feurig Geſpenſt auf dem Steinhaufen zu Villenbach, und hätten gehört ein ſchrecklich Ge⸗ raſſel von Ketten, das auch wohl ſein mag, da er dahin gefahren in ſeinen Sünden, und will ich auch für ihn Meſſe leſen laſſen, daß Gott ſeiner Seele gnädig ſein und ihr eine fröhliche Urſtänd verleihen wolle. Amen. So ſagt der P. Joſeph, daß ich nichts Beſſeres thun könnte, als in ein Kloſter gehen, zum Heil meiner Seelen, dazu ich auch wohl Luſt hätte, wie vormals; ſo hält mich aber ein Stück zurück, das ich nicht ſchreiben kann, und muß ich darüber mit meinem Bruder noch zu Rathe gehen. Jetzt aber weißt du Alles, liebe Teutiche, und hoffe ich, daß ich werde meine Sünden gebüßt haben. XXVIII.

wohl begierig, liebe Teutiche, zu wiſſen, abhält, in ein Kloſter zu gehen, und merke ich wohl, was du denkſt, aus dem, was du ſchreibſt, und mag auch wohl ſein, daß etwas daran iſt. So will ich dir nicht verhalten, daß ich mit meinem Bruder geſprochen habe, von dem, was P. Joſeph zu mir geſagt, und hat mein Bruder geantwortet und auch ſeine Frau das gemeint, daß ich jetzt noch nicht daran denken ſollte, und ſollte allein ſorgen, wie ich Ritter Hanſen möchte danken, darum, daß er ſich viel genietet(Mühe gegeben) hätte um meinetwillen. Da fragte ich ſie, wie ſie das meinten und was ich thun ſſollte. So ſagte mein Bruder, daß er oft den Ritter⸗ darum angeſprochen, der hätte ihm aber geſagt, daß er gar nichts wollte und daß er mit mir ſprechen möchte, und vermuthe er wohl, daß er eben das wollte, was er vor einem Jahre geſucht hätte, und wenn das wäre, ſo wollte er mich gar inniglich bitten, ihm das nicht zu verſagen. Da ſtellte ich ihm vor, daß mir das würde gar übel gedeutet werden, daß ich mich zum dritten Mal wollte verloben und das in ſo kurzer Zeit; auch wäre mir Ritter Marquard wohl lieb geweſen, daß ich ihn noch nicht vergeſſen könnte. So ſagte er, daß er das nicht meinte, und möchte ich gar wohl an ihn gedenken, ſo lange ich lebte; ſo möchte ich aber auch denken, was Ritter Hans um mich gethan hätte, der mich gar lange ſchon lieb hätte, und von Jedermann geliebt und

Biſt was mich

Naul wi pilſt, und i Hans ein bid Ritter iſt, un waͤhlen zwiſch muß ich auch will anſtehen ſchaden ſol, wär, wenlt d aber noch nid wie er vorma wohl auch ni gezogen, zunm weſen. Doch und erfordert gehret für all gethan hat.

U

Giebſt mir faſt vor dir aber beke noch ehe du und meine e nicht länger Denn wiewe ſo habe ich ein Geſchenk laſſen durch ihm große F. zum erſtenma obwohl ich und hat mit man mir nich dh ic wiede So ſſt aber Da iſt uun beſcheiden, un hab ihm Me