466 Novellen
ich umher ſah, da ſchrie ich: Heilige Mutter Gottes, wo bin ich? und was wird's noch werden? Da ſah ich, daß ich in einem Gewölbe war, das auf ſtarken Pfeilern ſtand, und waren da überſchwengliche Schätze darin, in Kiſten verwahrt, und ſtarke eiſerne Thüren mit mächtigen Schlöſſern, aber keinen Tag ſah ich nicht, und das Waſſer floß herab wie Zähren von den Mauern, und netzten mir Stroh und Kleider, die ich ſelbſt netzte mit meinen Thränen. Da bat ich Berthen, und beſchwor ſie um Gottes und Aller Heiligen willen, mir zu ſagen, was das wär, und warum man mich hierher gebracht hätte, ſie aber that's nicht und war wieder mit mir gar hart und grauſam. Einſtmals aber, da ſie hinausgegangen war, mir Speiſe zu bringen, da lauſchte ich an der Thür, weil ich die Männer reden hörte, die mich bewachten. Da fragte einer den andern: Wie es ſtehe? ſagte der andere, ſieht gar ſchlecht aus mit uns, zwar haben wir zwei Stürme abgeſchlagen, ſo rüſten ſie aber zum dritten Mal, und wenn wir nicht Zuſchub und Hülfe
bekommen, ſo werden ſie die Burg gewinnen und zer⸗
brechen. Sagte der erſte: Wenn ich Ritter Kunz wäre, ſo wollte ich das nicht thun und das Weib hergeben, das man wollte. Da ſagte der andere: Ich wollt's auch thun, ſo habe ich groß Mitleid mit ihr, weil ſie ſolche Härte nicht verdienet, und beſſeres Glück wohl werth wäre. Da aber kam Berthe und ich konnte nichts mehr vernehmen, ſo faßte ich nun wieder etwas Muth, weil ich hörte, daß die Burg belagert wurde und hoffte, wenn ſie gewonnen, daß ich alsdann befreit ſein würde, ſo wußte ich aber noch nicht, von wem ſie belagert wurde. Da aber Berthe gekommen war, da legte ich mich wieder nieder auf das Stroh, und war nun voll Hoffens und kam mich der Schlaf an, das faſt nicht war geſchehen, ſeitdem ich auf das Schloß war gebracht worden. Als ich aber ein wenig ſchlummerte, da ward ich erweckt durch ein großes Geraſſel und Getöſe und zitterte mir das Herz im Leibe vor Angſt und Sorgen. So machte man die eiſerne Thür auf und vier Männer mit Pickel⸗ hauben und Panzern kamen herein und trugen brennende Fackeln. Hernach kam nach ihnen Ritter Kunz und noch mehr Geharniſchte gingen hinter ihm her. Da ging Ritter Kunz auf mich zu und ſchrie: Fort! mir nach! Ich aber wollte nicht. Da ruft er noch einmal: Fort! und nahm mich bei der Hand und zog mich, aber ich konnte nicht gehen, ſo brüllte er zum dritten Mal: Fort! aber ich fiel; da gab er Befehl ſeinen Leuten, die hinter ihm waren, mich zu ſchleppen. Und ſie nahmen mich bei Schultern und Füßen, und verfuhren hart mit mir, und ich ſchrie und heulte, aber es war da kein Mitleid noch Erbarmen. So machte der
„Zeitung.
Ritter ein anderes eiſernes Thor auf, mit entſetzlichem Krachen, und ging hinein, und zwei mit Fackeln und gingen voran. Da trug man mich durch einen dunklen Gang unter die Erde, und nahm der kein Ende und mag wohl eine halbe Stunde geweſen ſein, daß ich bin geſchleppt worden. Hernach kamen wir in ein Dorf und waren im Dorfe viele Wagen und Pferde, und ſie banden mir aber Hände und Füße, und ein Tuch um den Mund, und warfen mich auf einen Wagen, und die Kiſten dazu und fuhren gar eilend davon, und Ritter Kunz nebſt den Andern, die da mit mir gekommen waren, die ſetzten ſich zu Pferde und ritten neben dem Wagen her, und fluchten und ſchwuren, und ging das in
größter Eile durch dichte Wälder und Gebüſche auf
unebenen Wegen. Und da wir wohl eine Stunde gefahren waren, ſah ich Reiter gegen uns kommen, und waren ganz nahe, da zog Ritter Kunz ſein Schwert aus, wandte ſich gegen mich und ſchrie: Stirb! wenn du nicht mein ſein ſollſt! Da fiel ich aber in Ohn⸗ macht vor Schrecken, das denn kein Wunder war, da er mich gewiß erſchlagen, wenn ich nicht wäre gerettet worden. Als ich aber zu mir wieder gekommen war und die Augen aufgethan hatte, da ſchrie ich: o Gott! wo bin ich, und was iſt geſchehen? und da erblickte ich einen Ritter vor mir, der mir beiſtand, und er⸗ kannte ihn für Ritter Hanſen von Königseck. Ob ich ihn nicht zu der Zeit für einen Engel gehalten das weiß ich nicht, ſo ſprach er zu mir: Fürchtet euch nicht mehr, Frau Elsbeth, weil ihr frei ſeid und euer Feind da liegt, todt vor euren Füßen. Da ſah ich Ritter Kunzen in ſeinem Blut, und war ein gar gräßlicher Anblick, und konnt's nicht ertragen. Da ſprach Ritter Hans, wenn mir es recht wär, ſo wollte er zurückkehren zum Schloß, wo ſeine Leute wären, und da wir umkehrten, da war das Schloß ganz im Feuer, und ſie arbeiteten daran und blieb kein Stein auf dem andern, bis auf einen Thurm, den ſie ſtehen ließen zu ewiger Gedächtniß. Und Ritter Hans ſandte Boten aus in die Stadt, und ließ ihnen ſagen, was er gethan. So ward ich nun von meinem Jammer befreit, und ſo magſt du mir auch wohl goͤnnen, wenn ich aufhöre zu ſchreiben, und jetzt will ich ausruhen. Und o des großen Glückes, daß ich wieder bei den Meinen bin. Habe ſo viel erlitten, daß es faſt das Geringſte geweſen, daß ich Ritter Marquard, meinen lieben Bräutigam, verloren, der mich ſehr geliebet hat. So will ich aber ſeiner Liebe nicht vergeſſen, und Alles das thun, was ich thun kann, um ſeine Seele zu tröſten. Und war mir auch das gar ein Geringes, daß ich all mein Geld verloren, das ich mitgenommen, wohl 200 Pfund, auch daß ich um meine Kleider, Kleinod und Schmuck, auch um
Steinhaufen geben, daß 1 ach ſehle er wat zu veiter guem fahren und war ga möchte. So der andere darunter gar⸗ ſind, aber Ri So zogen wi gezogen ware und war mi⸗ meinem Leibe Kind wieder wo nicht ga erſte Frage mich vom S ſagte er, daß Magd es dal geben, und mit mir u kommen wa Knöringen und meine li und die Bur, Schweſter. wir einander Händedrücken ic noch nich dad nicht vi darchtold, de d vir muf Volt dog la höͤflich de den Fraue,


