Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
452
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452 Novellen⸗

ehrſamen Rath anzuzeigen. Da kam hernach Rappot, der Reiter, von Königseck zurück und nach Augsburg, wo ihn Hermann von Schellenberg hinbeſchieden, und brachte uns Ausweis, daß in zwei Tagen Ritter Haus hier ſein und viele Freunde und vornehme Ritter mitbringen würde, und ſei er ſehr traurig geweſen, da er Ritter Marquard's Unfall vernommen, und habe ſogleich zu einem Ritt Vorkehrung gemacht. Da berichtete ich das einem ehrſamen Rath und ſchlug vor, die halbe Stadt auszuſchicken gen Villenbach, um es zu zerſtören, das wohl ſein müßte, wo wir vor Ritter Kunz wollten Frieden haben, und den Ritter Hans zum Obriſten zu beſtellen, und hat das ein ehrſamer Rath für gut angeſehen und vier Haupt⸗ leute beſtellt über den reiſigen Zeug(bewaffnete Mannſchaft), die ſind: Stephan Hangenor, Hans Langemantel von Radau, Jörg Rem, Baſtian Ilſung und Jos Onſorg, euer Schwager. So iſt darauf Ritter Hans ankommen. Hat gar gern den Sold und Beſtallung genommen, und mit meiner Schweſter groß Mitkeiden gehabt, daß er auch darüber geweint, das ich von einem Ritter nimmer geſehen hab. Hat verſprochen, zu thun, was er könne, um ſie zu be⸗ freien, da er ſie noch liebe und ehre, wenn ſchon ſie Ritter Marquard ihm vorgezogen, doch wiſſe er auch, daß ſie auf ihn nicht bös geſinnt ſei. Iſt eine große Frende unter den Reiſigen geweſen, daß Ritter Hans Obriſter geworden, und hat er Vorkehrungen gemacht, daß ſie heute in aller Frühe ausgezogen und nun wohl vor Villenbach angelangt ſein werden. Hat ihnen Jedermann Glück und Sieg gewünſcht, da ich wohl ſagen kann, daß meine Schyweſter viel gute Freunde hat, die ihren Unfall gar ſehr bedauern. So wünſche ich ihnen nun auch Glück und bitte Gott und alle Heilige um Schutz und Beiſtand für meine Schweſter. XXII.

Will euch nur ein paar Worte ſchreiben, vielge⸗

ehrte Frau Teutiche Vetterin, die euch tröſten mögen wegen meiner Schweſter. Ritter Hans hat einen Boten in die Stadt geſandt, der hat Nachricht ge⸗ bracht, daß er die Veſte Villenbach mit Sturm er⸗ ſtiegen, Ritter Kunzen erſchlagen und meine liebe Schweſter befreit. So mögt ihr nun guten Muth haben und euch mit uns deß freuen. Morgen werden

ſie in die Stadt kommen und will ich alsdann mehr ſchreiben. 82

XXIII. Um euch Wort zu halten, ſo vill ich jetzt ſchreiben, daß Ritter Hans mit ſeinem Volk und meiner lieben Schweſter glücklich von ſeinem Zug zu⸗ rück gekommen. Sind ihnen die Leute Stunden weit

Zeitung.

entgegen gelaufen und iſt ein groß Frohlocken und Freudengeſchrei unter den Bürgern geweſen. Und bin ich ihr auch entgegen mit meinem Weibe, und mit der Frau Burggräfin von Burtenbach, Ritter Hanſen's Schweſter, und mit der Frau Oneſorgin, eurer Schweſter, bis Gablingen, und habe ſie dort erwartet bei Ritter Berchtold von Knöringen auf dem Schloß, und ſind hernach ein wenig voraus her⸗ eingezogen in die Stadt. Da hat der Zug vor dem Rathhaus gehalten, Ritter Hans aber und die Haupt⸗ leute ſind für mein Haus gekommen und haben meine Schweſter mitbracht, die hat vor Freuden geweint und wir Alle haben mitgeweint, da wir ſie geſehen haben und hatten wir ihr ſchon ein warmes Bett bereitet, weil ſie faſt müde und vor Noth und Schrecken ſiech war, worein wir ſie legten. War gar erbärmlich anzuſehen, und ihre Augen roth und trie⸗ fend von Zähren, auch war ſie gar bleich und mager, auch ganz unkenntbar. Hernach bin ich mit Ritter Hanſen und den Hauptleuten auf das Rathhaus gangen, und erzählte er dort, was er verrichtet. Da⸗ mit war ein ehrſamer Rath gar wohl zufrieden, und dankte ihm ſehr, und machte ihm ein ſtattlich Ge⸗ ſchenk, das war ein ganz gerüſtet Pferd, und ließ jedem ſeiner Leute ein Maß Wein geben, damit ſie gar wohl vergnügt waren. So bat ein ehrſamer Rath Ritter Hanſen, ſeinen Zug beſchreiben zu laſſen, damit es konnte verwahret werden zum ewigen Ge⸗ dächtniß. Hernach ſind wir vom Rathhaus in mein Haus zurückgegangen, und haben noch mehr Leute dort angetroffen, die meine Schweſter begrüßen wollen, zum Theil aus Freundſchaft, zum Theil aber aus Fürwitz, das aber mein Weib nicht hat zugeben wollen. Da hat inzwiſchen meine Schweſter gar ſehr nach ihrem Kinde gefragt, und hat ihr das die Magd bringen müſſen, und iſt eine Freude geweſen, die nicht zu ſchreiben iſt, und hat mit ihnen weinen müſſen vor Freuden, wer es mit angeſehen. Hernach bin ich mit Ritter Hans dazu kommen. Da hat ihm meine Schweſter nicht antworten können, ſo war ſie unruhig und hat die Hand des Ritters in ihre Hände genommen und gedrücket, weil ſie nicht im Stande geweſen, ihm das zu danken, und iſt darüber der Ritter gar gerühret worden. Hernach haben wir ſie in Ruhe gelaſſen und hoffen jetzt, daß ſie ſich bald wieder erholen ſoll. So hat ſie mich gebeten, euch einſtweilen zu ſchreiben, weil wir noch nicht zugeben mögen, daß ſie es thue. Doch läßt ſie nicht nach, bis ich ihr zugebe, nur zwei Zeilen zuzuſetzen, das ich wohl thun muß, ihr zu Gefallen.

Gott grüße dich, meine liebe Teutiche. Ich

danke ihm und der heil. Gottesgebärerin und der

darum, daß uard von Freund war ſeine Braut und doüwe⸗ ich mit der ankommen worden, Un ſchaft thun fruchten, werden, we daß er ihr in das Sch den Remen daß, wo e herausgeber Leid geſche daß er es lich, daß i ſollte, ehe das nicht, und wollte ordnete ich zurichten, Kunz aus verlor er d laufen, de mußten, d mußte noch grimmiglich Norgen d dieten, und Vußen Lol und dſſieg auf und wi Und had koſtet; es