Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
451
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möge verziehen werden. So ſuchet nun meine Braut zu retten, die er wohl geraubt und mitgeführt hat, und wenn ich jetzt todt bin, das bald ſein wird, ſo bringt meinen Leichnam auf mein Schloß und nehmt den Ring vom Finger, den mir meine Braut ge⸗ ſchenkt. Tragt ihn nach Königseck und bittet Ritter Hanſen, daß er ſich ihrer annehme, das er gern thun wird. Darauf hab er nichts mehr reden können, und ſei in Rappots Armen geſtorben. Dieſe Kundſchaft hat mich gar viele Zähren gekoſtet, und wird auch wohl weinen, wer noch davon höret. So fuhr Her⸗ mann von Schellenberg fort, da hätten ſie den Leich⸗ nam gewaſchen, und wird er nun zur Erde beſtattet werden. Den Rappot aber hätten ſie gleich nach Königseck abgeſchickt, Ritter Hanſen anzuſprechen, daß er mit ihnen einen Ritt thun möge, auf Kunzen von Villenbach, und vorher mit ſeinen Leuten auf Augs⸗ burg zu reiten. So wollte er mich nun bitten, mich ihrer und meiner Schweſter anzunehmen, und E. E. Rath zu bewegen, Ritter Kunzen den Krieg anzu⸗ kündigen, und ihn des Frevels zu beſtrafen, das ich ihm auch verſprochen. Hernach ſind auch die Kund⸗ ſchafter zurückgekommen, die wir ausgeſchickt hatten gen Villenbach, haben mitgebracht, daß den Tag vor St. Elsbeth wohl 100 Spieße(mit Spießen be⸗ waffnete Reiter) in das Schloß geritten wären, auch wären viele Ritter aus der Nachbarſchaft mit ihren Knechten und Leuten dahin gezogen. So ſei alsdann an St. Elsbeth der Ritter Kunz ausgezogen, und habe Niemand gewußt, wo er ſich hingewendet. Her⸗ nach um Mitternacht ſei Alles wieder zurückgekommen, mit großem Jauchzen und Freudengeſchrei. Da haben die Leute geſehen, daß Wagen mitgekommen, und ſei auf einem derſelben Jemand geſeſſen, den ſie nach der Stimme für eine Frau gehalten, und habe ſie gar erbärmlich gewinſelt und geſchrieen. Hernach, den andern Morgen, ſeien die Spieße wiederum ab⸗ gezogen, haben einige Gefangene mitgeführt, und wiſſe Niemand, was es zu bedeuten gehabt habe. So vermuthen wir nun, daß meine Schyeſter noch lebe, aber von Ritter Kunzen geraubt ſei, und hab ich jetzt einen ehrſamen Rath beredet, auf ihre Erlöſung zu ſinnen und will nur noch auf Ritter Hanſen warten. Das hab ich euch einſtweilen ſchreiben wollen, vielgeehrte Frau Teutiche Vetterin, damit ihr es wiſſet und für meine arme Schweſter betet, die Gott und ſeine heil. Mutter in ihren Schutz nehmen und aus allem Elend erlöſen wolle. Amen.

XXI. Seidem ich euch geſchrieben habe, iſt der Mar⸗ ſchalk von Boxberg hereingekommen, den ich gar lange ſchon kenne, der hat mir erzählt, wie ihr jetzt hören

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werdet. Sei ungefähr ſechs Wochen, da ſei Ritter Kunz, der ſein Nachbar wär, zu ihm kommen und hab ihn gebeten, mit ihm einen Ritt zu thun, zu⸗ mal er gegen Hermann von Eiſenburg Anſprache und Forderung hätte, die ihm durch Recht nicht werden möchten. So habe er ihm das nicht verſagen können, zumal er vorher oft einen guten Ritt mit ihm gethan, und habe Ritter Kunz geſagt, daß er ihm einen Boten ſchicken wollte, wenn es Zeit wäre. Da ſei ein Bote den Tag vor St. Elsbeth nach Boxberg gekommen und hab ihn nach Villenbach beſchieden, dahin er auch mit ſeinen Leuten geritten. Habe dort gar viel von ſeinen Nachbarn und Verwandten, die Marſchalken von Biberbach und Wertingen, und die von Welden, die Güßen, die Steine, die von Freiberg und die von Rechberg und ihrer gar viel Andere angetroffen, ſei auch eine große Menge Spieße dageweſen, die Ritter Kunz von Landsberg dahin kommen laſſen und in Sold genommen. So haben ſie die ganze Nacht ge⸗ zecht und wären gutes Muths geweſen, gegen Mittag aber langſam fortgeritten und erſt gegen Abend nach Uſterſpach in der Reiſchenau kommen, und habe Ritter Kunz ſie in den Wald verſteckt und ſtille halten heißen, bis er Befehl gäbe zum Angriff. Da ſei ein Haufen luſtig durch den Wald geritten, und hätten ſie dem nichts gethan, wären auch nicht be⸗ merkt worden. Darauf ſei ein anderer gekommen und ſeien Einige mit Fackeln vorangeritten. Da habe Ritter Kunz die Armbruſt genommen und los⸗ gedrückt, und ſei der, auf den er gezielt, vom Pferde gefallen und ohne Zweifel plötzlich todt geweſen. So haͤtten ſie angriffen und ſeien Viele und auch der von Eiſenberg erſchlagen und die Andern alle ge⸗ fangen oder zerſtreut worden, auch hätten ſie Sack⸗ mann(den Plünderer) gemacht und geraubt, was auf den Wagen ſei geführt worden. Ritter Kunz aber habe ſich einer gar ſchönen Frau, die mit geritten, habhaft gemacht, und habe ſie auf einen Wagen ge⸗ ſetzt und nach Villenbach gebracht, wo ſie nachge⸗ kommen und große Beute unter ſich getheilt und haben die Spieße die Gefangenen mit ſich nach Landsberg genommen. Die Frau aber habe Ritter Kunz für ſich behalten. Nun habe er erſt gehört, daß dieſe Frau meine Schweſter, und der Ritter, Marquard von Schellenberg, und die Meiſten, die dabei geweſen, ſeine freundlichen lieben Bürger von Augsburg geweſen. So ſei ihm nun das gar leid, da er nicht in Un⸗ frieden mit uns zu leben begehrte und auch Ritter Marquard ihm nichts zu Leid gethan habe. Drum wollte er mir Friedeu anbieten und ein Bündniß mit der Stadt ſchließen und erbot ſich, uns ſein Schloß

zu öffnen. Da dankte ich ihm und verſprach, es einem