Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
450
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450 ſchehen, daß ſie kundſchaften ſollten, ob ſie nichts von meiner Schweſter erführen. Da kam auf den Mittag ein Wagen und kam darauf die Magd mit dem Kinde. Die ſagte, da die Wagen wohl hinter den Reitern gefahren, ſo hätte ſie im Walde einen gar großen Lärm gehört, wie wenn eine Manns⸗ ſchlacht wär, und hätten auch deswegen die Wagen alle ſtill gehalten. Da ſei ihr erſchrecklich angſt und bange worden, ſei mit dem Kind vom Wagen abge⸗ ſtiegen und in das Dorf zurückgelaufen, wodurch ſie zuletzt gefahren. Dort habe ſie einen Bauern gebeten, ſie in ſein Haus zu nehmen, der habe es gethan, und ſei eben der, der ſie hierher bringe. Sie habe erfahren, daß der Feind Alles erſchlagen, und die Wagen geplündert und Alles geraubt habe. Da waren wir ſehr betrübt und blieben noch denſelben Tag und die ganze Nacht im Zweifel und Kummer. Und hat die Magd gar ſchrecklich um ihre Frau ge⸗ weint, wie ſie denn eine gar treue Magd iſt. So kam den Tag darauf der Bote von Seyfriedsberg zu⸗ rück, und kam mit ihm Hermann von Schellenberg, Ritter Marquard's Bruder und noch andere Ritter und Knechte, die da beim Ritt geweſen waren, und Hermann kam zu mir und erzählte mir, was er wußte und ſagte: Wären Alle gar guten Muths geweſen und hätten ſich nichts Minderes als Feindesgefahr träumen laſſen. So habe er ſelbſt, wie ſie auf den Ritter und ſeine Braut gewartet, den Zug in zwei Haufen getheilt, und habe er den erſten Haufen geführt. Es ſei ein Unfall geweſen, daß ſie zu Geſſertshauſen gefüttert und ſich in Diekirch zu lange mit Beten verweilet, darüber die Nacht eingebrochen. Doch hätten ſie gar nichts Uebels vermuthet und ſei er mit ſeinem Haufen durch Uſterſpach, und durch den Wald geritten, ohne Unrath zu merken, und habe geglaubt, der andere Haufen werde wohl nachkommen und gehe langſam, der Braut zu Gefallen. Er wollte eilen, das Schloß zu erreichen, um daß ſie wohl empfangen werden möchten. Wie er nun nach Seyfriedsberg mit ſeinem Haufen gekommen, da ſei Alles gar guten Muths geweſen, und habe ſich gar eine Menge Landvolk und armer Leute des Ritters im Hofe geſammelt, die Braut zu ſehen, von der ſie gehöret, daß ſie gar ſchön und fromm war, das ihnen große Freude gemacht. So hätten ſie aber gar lange gewartet, und nichts vom andern Haufen gehört und geſehen. Es wäre ihnen bange darüber geworden, und hätte er nicht gewußt, was ſie glauben und denken ſollen. Da ſeien ihrer Viele und er ſelbſt wieder fort vom Schloß und hätten Fackeln angeſteckt und dem Ritter mit der Braut entgegen reiten wollen. Da ſei ihm aber nicht weit vom

Novellen⸗Zeitung.

Schloß ein Reiter begegnet, der zu Fuß gegangen und ſein Pferd hinter ſich geführet. So haben ſie ihn angerufen, wo er hinaus wollte, auch wo er her käme, da habe er geſagt, daß er gar böſe Mähr hab und daß er Ritter Marquard's Leichnam auf ſeinem Pferde mitbringe. Da erſchracken ſie, wie Hermann von Schellenberg ſagte, gar gewaltig, und ſtand Alles um das Pferd her, und leuchtete mit Fackeln und ſah, daß es leider wahr war, was der Reiter geſagt. Sie beſchloſſen, in's Schloß zu reiten. Da ſie nun zu⸗ rückgekommen, ſei unter dem Landvolk ein groß Win⸗ ſeln und Heulen und Wehklagen entſtanden, da ſie den Leichnam des Ritters erblickt, und haben ſie ihn beſichtigt, daß er durch einen Pfeil gar nah am Herzen verwundet worden, und daß er ſich ganz verblutet hätte, das ſchrecklich anzuſehen geweſen ſei. Hernach habe Rappot, der Reiter, das erzählet: Wie ſie gegen den Wald bei Uſterſpach mit dem Zuge gekommen, da haben ſie Fackeln angezündet, weil es faſt Nacht geweſen und die Braut ſich gefürchtet, wiewohl Keiner von ihnen Arges vermuthet. So ſeien ſie urplötzlich von einem gar großen Haufen Reiter angegriffen worden, der über 200 möge ſtark geweſen ſein und ſie nicht 40, das denn auch wahr geweſen, weil die Andern voraus geritten waren. Da hätten ſie zwar Widerſtand gethan, wären aber Viele erſchlagen und gefangen worden, die Andern zerſtreut und geflohen. So wäre nun er auch gefloh en und hätte Sicherheit geſucht, und nicht geſehen, wie es dem Ritter noch der Braut gegangen ſei. Nachdem er nun lange allein herumgeirrt, habe er gedacht, daß er nun wohl nach Seyfriedsberg kehren möchte, da die Straße vom Feind verlaſſen ſein würde, und habe ſich auf den Weg gemacht. Da er nun in den Wald gekommen, wo die Mannsſchlacht gehalten worden, da habe ſein Pferd ſtill gehalten, und habe er vor Nacht nicht ſehen können, was daran Urſache geweſen. So habe er aber ein Aechzen und Stöhnen, wie von einem Menſchen, der ſterben wollte, gehört. Da ſei er vom Pferde geſtiegen und habe um ſich gegriffen und wohl gemerkt, daß ein Menſch vor ihm läg; ſo hab er ihn angerufen, wer er ſei, da hätte er nur darauf geſeufzt und geſagt: Waſſer, und mehr habe er nicht ſagen können. Da ſei er hingegangen und habe mit ſeinem Helm aus einer Lache Waſſer geſchöpft, zu dem Mann gebracht und ihn damit gelabt. So habe er hernach angefangen zu reden, und ihm 4dankt, habe geſagt: wiſſet, daß ich Ritter Marquarſe bin, bin gar ſchwer verwundet und muß daran erben und kommt das gewiß von Kunz von Villenbach,, der mir feind iſt. So will ich noch für ihn beten zu

Gott und ſeiner heiligen Mutter, daß ihm huaſi

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