Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
446
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Novellen⸗Jeitung.

hatte, begann er ſein Leben mit der rührendſten Aufopferung. die Subdiviſion im Vardepartement, dann das der dritten Er, der Aelteſte von acht Geſchwiſtern, ſah ſich plötzlich ver⸗ Diviſion der Armee in Paris. Am 22. Dec. 1851 zum waiſt und die einzige Stütze ſeiner Geſchwiſter. Entſchloſſen Diviſionsgeneral ernannt, wurde er zwei Jahre lang der übernahm er die ſchwierigen Pflichten dieſer Vaterſchaft, welche Armee in Lyon beigegeben. Außerdem hatte er von 1852

die Vorſehung ihm auferlegt hatte.

bis 1854 die Generalinſpicirungen zu beſorgen und im Jahr

Aufangs trat er in den Civildienſt ein, wo er die noth⸗ 1855 wurde er in den berathenden Infanterieausſchuß be⸗

wendigen Mittel für die Erhaltung ſeiner jungen Familie zu gewinnen hoffte, und er übernahm bei einem Steuererheber eine Schreiberſtelle. Dieſen Beruf vertauſchte er aber bald mit dem des Kriegers, da die vielen Schlachtenberichte und Siegesbülletins, die er geleſen, ihn berauſcht hatten und ſein Vaterland der Soldaten eben mehr als je bedurfte.

Am 24. Dec. 1813 trat er in ein Infanterie⸗Regiment und am 5. Febr. 1814 hatte er bereits die Epauletten als Souslieutenant. Die letzten Feldzüge des erſten Kaiſerreichs

waren eine ſehr harte Lehrzeit; aber die ſich folgenden Prü⸗

fungen hatten den Geiſt des jungen Herbillon geſtärkt und gereift und ſie trugen dazu bei, dieſen General zu bilden, der hitzig beim Angriffe, ruhig im Gefecht und in Gefahren ſtets kaltblütig war.

In den folgenden Jahren erlangte Herbillon alle ſeine Grade. Er nahm an allen Expeditionen Theil. In den Jahren 1814. und 1815 betheiligte er ſich an den letzten Feldzügen Napoleons gegen die Verbündeten in Frankreich und Belgien. Nach dem Sturz Napoleons I. bei Waterloo wurde er von der Reſtauration für eine kurze Zeit auf halben Sold geſetzt, doch bald nachher als Bataillonschef wieder in die Reihen des Heeres aufgenommen. Im Jahr 1823 machte er unter dem Herzog von Angouléme den Feldzug nach Spanien mit. Von 1825 bis 1829 wurde er nach Guadeloupe geſchickt. Endlich reiſte er 1837 nach Algerien ab und dort zeichnete er ſich dreizehn Jahre lang fortwährend durch zahlreiche rühm⸗ liche Gefechte und glänzende Erfolge aus, die in die Tages⸗ befehle der Armee eingetragen wurden, ihm einen berechtigten Ruhm verſchafften und ihm die Achtung und die Sympathie ſeiner Vorgeſetzten erwarben. Die verſchiedenen Poſten, die ihm anvertraut wurden, ſei es als Obriſt oder Brigadegeneral, ſei es als Befehlshaber von Kreiſen oder Anführer von Expe⸗ ditionen, ſtellten ihn ſtets in die Mitte aufſtändiſcher Stämme, über die er immer entweder durch ſeine kräftigen Angriffe oder die Geſchicklichkeit ſeiner Manöver, oder auch durch das Vertrauen, das die Rechtlichkeit ſeines Charakters den Be⸗ ſiegten einflößte, zu beſiegen verſtand. Unter den Gefechten, an die ſein Name ſich knüpft, ſind die wichtigſten-und die bekannteſten die Expedition gegen die Beni⸗Salah im Jahr 1841; das Treffen bei Bar l'Outah im Jahr 1843 und zwei Jahre ſpäter das bei Ardouſſah; im Jahr 1847 die Expedition gegen die Ouled-Djellal und viele andere, die für ihn eben ſo viele Gelegenheiten wurden, neue Anſprüche auf militäri⸗ ſchen Ruhm zu erlangen.

Im Jahr 1837 ſchrieb der General Bugeaud von ihm: Dieſer Offizier iſt wahrhaft ausgezeichnet; er beſitzt ausge⸗ zeichnete Kenntniſſe; iſt voller Eifer, Thätigkeit und Auf⸗ opferung, kurz er beſitzt alle Erforderniſſe, um zu den höchſten Graden zu gelangen.

Im Jahr 1846 wurde Herbillon zum Brigadegeneral ernannt und zu derſelben Zeit mit dem Commando der Sub⸗ diviſion Conſtantine betraut. 1849 erhielt er den Auftrag, alle Infanterietruppen, die damals in Afrika ſtanden, zu inſpiciren. Am Ende deſſelben Jahres ſagte er dem Boden Afrika's, an den ſich die ſchönſten Erinnerungen ſeiner Lauf⸗ bahn knüpften, Lebewohl, da er nach Frankreich zurückgerufen worden war. Er übernahm dort zuerſt das Commando über

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rufen, dem er durch ſeine langen Erfahrungen und ſeine Ein⸗ ſichten ſehr nützlich wurde. Als der Krieg in der Krim ausbrach, erhielt er das Commando der Infanteriediviſion des Reſervecorps. Später, wo er zu einem thätigeren und ausgedehnteren Commando berufen war, nahm er an den Schlachten bei Tſchernaia und Traktir einen ſehr glänzenden Antheil. Durch dieſes Com⸗ mando erlangte er das Recht, in der erſten Section des Cadre des Generalſtabes dauernd zu bleiben. 3

Als der italieniſche Krieg ausbrach, wurde er zum, Militärgouverneur von Genua ernannt, und in Folge deſſen konnte er ſich an den Schlachten nicht betheiligen.

Der Kaiſer belohnte ſeine zahlreichen Dienſte in einer würdigen Weiſe. Herbillon wurde 1856 zum Großkreuz der Ehrenlegion und am 24. October 1863 zum Senator ernannt.

Die kurze Zeit, während welcher der General Herbillon an den Berathungen des Senats Theil nahm, erlaubte ihm nicht, einen bedeutenden Antheil an den Arbeiten dieſer Verſammlung zu nehmen. Nichts deſto weniger wurde er wegen ſeiner militäriſchen Autorität und Erfahrung mehrmals zum Berichterſtatter über Geſetzesvorſchläge oder Petitionen ernannt, und er bewies in der Erfüllung dieſer Pflichten ſtets denſelben Eifer und die nämliche Hingebung, die fort⸗ während der weſentliche Charakter ſeiner ganzen Exiſtenz ge⸗ weſen ſind.

Der General Herbillon konnte mit der Ueberzeugung ſterben, daß er einen geehrten Namen hinterlaſſen und daß ſeine Waffencameraden und ebenſo ſeine Collegen im Senate

ſeinen Verluſt aufrichtig bedauern werden. C.

Graf Adam Gurowshi.

In dieſem Manne, welcher am 4. Mai c. nach einer dreiwöchentlichen Krankheit in Waſhington am Typhusfieber ſtarb, hat die polniſche Emigration eines ihrer ausgezeichnetſten Mittllieder und einen geachteten Literaten verloreg. Sein Leben war ein ſehr bewegtes und er verdient, daß wir Näheres über daſſelbe mittheilen.

Der jetzt Verſtorbene wurde am 10. September 1805 auf einer Beſitzung ſeiner Familie in der Woiwodſchaft Kaliſch in Polen geboren. Die Grafen Gurowski nahmen unter dem polniſchen Adel eine ſehr hervorragende Stellung ein und Jahrhunderte hindurch bekleidete das Haupt derſelben den Poſten als Kanzler des Königreichs. Sein Vater, der Graf Ladislaus Gurowski, betheiligte ſich im Jahre 1794 an dem Kampfe Kosciusko's für die Wiederherſtellung der Unabhängigkeit Polens und in Folge deſſen verlor er ſeine meiſten Güter, die confiscirt wurden. Nach deſſen Tode war Adam das Haupt der Familie Gurowski, da er aber die Grund⸗ ſätze ſeines Vaters geerbt hatte, ſo wurde er, weil er patriotiſche Lieder geſungen hatte und das verbotene polniſche Nationalcoſtüm trug, auf Befehl des Großfürſten Con⸗ ſtantin von den Gymnaſien in Warſchau und Kaliſch relegirt. In Folge deſſen begab er ſich im Jahre 1820 nach Berlin und beſuchte bis 1825 deutſche Univerſitäten, um ſich wiſſen⸗ ſchaftlich auszubilden, worauf er nach Polen zurückkehrte, wo

bafiſtr di Gurowoki beg zunächſt wur ſcäftigt und Unterrichts au Anordnungen deshalb auf laffungägeſuc 1844 heimlic Berlin und b ſetzt ſeine St hiſtoriſcen de über den Panſ Gegenſtände in Zwei Jahre la leſungen über aus beſuchte e Vereinigten S wo er naturali Cambridge im das römiſche Newyork nied New⸗York Tri war. In dieſe von einem bed America a Aus Newyork eine Zeitlang ſchäftigt war in Rewyork u ſtets ein willkg des vor einige er auf ſeinem feiner letzten K Charles Camg Deeil, wo er leberreſt zui Sarge folgten Tlllaede

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