Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
444
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444 Novellen⸗Feitung.

Werke und ſeiner Perſönlichkeit, die eine der ſchönſten

Phyſiognomien unſrer Zeit war, mitzutheilen. Phyſtemuul Joſeph Parent, den ein früher, aber unglücklicher Weiſe vorauszuſehender Tod dem Leben entriſſen hat, war

und ſeine Thätigkeit auch im Auslande zur Anwendung zu bringen. So übernahm es die Arbeiten an einem Theile der Eiſenbahnen im ſüdlichen Italien, in Calabrien und Sicilien;

in Spanien die Linien von Malaga nach Cordova ꝛc. Wie

am 6. December 1807 zu Couillet in Belgien, in der Nähe viele Kubikmetres Erde, wie viele Felſenblöcke, wie viele

von Charleroy, geboren. Er wurde ſehr früh eine Waiſe ohne

Kilometres Tunnel ſind von dieſer Geſellſchaft beſeitigt,

alles Vermögen. Man könnte faſt ſagen, die Vorſehung habe transportirt, durchbohrt worden! Wie viele Städte, Dörfer,

ihn bei ſeinem erſten Auftreten im bürgerlichen Leben jeder

fremden Hülfe berauben wollen, damit er dann in einer um ſo glänzendern Art zeigen könne, was die durch Energie und Beharrlichkeit verdoppelte Intelligenz zu leiſten vermöge.

Im Alter von 18 Jahren hatte Parent ſich bereits in beſcheidenen und anſtrengenden Unternehmungen ein kleines Capital geſammelt. Da er das Mangelhafte ſeiner erſten Erziehung fühlte und da er ſehr lebhaft wünſchte, ſich neue Kenntniſſe zu erwerben, wählte er ſich ſelbſt eine Lehranſtalt, in die er bis 1830 als Zögling eintrat.

Die Revolution, die damals in den belgiſchen Provinzen, welche den Niederlanden unterworfen waren, ausbrach, zog die ganze belgiſche Jugend unter die Fahnen. Parent war ebenfalls von dieſem patriotiſchen Feuer beſeelt und er wohnte

als Ingenieur der Belagerung von Antwerpen bei. Sobald

aber die Emancipation ſeines Vaterlandes eine vollendete Thatſache war, verließ er ſofort den Militärſtand, um ſich einem Lebensberufe zu widmen, zu dem er ſich mehr hinge⸗ zogen fühlte.

Parent trat nun in dieſe große Geſchäftslaufbahn ein, die er um den Preis einer anhaltenden Arbeit mit ſo großem Erfolg dreißig Jahre lang durchlaufen ſollte. Sein Name, mit dem des Herrn Schaken aſſociirt, knüpft ſich an die Unternehmungen der erſten Eiſenbahnen, welche von dem induſtriellen Belgien auf dem Continent errichtet wurden.

Im Jahre 1 842 kam Parent, welcher den Aufſchwung vorherſah, den die öffentlichen Arbeiten in Frankreich, das bis dahin hinter den andern Ländern zurückgeblieben war, nehmen mußten, nach Paris. Der Bau der Nordbahn wurde votirt und Parent übernahm die Ausführung mehrerer wich⸗

tigen Sectionen dieſer Linie. Von 1843 bis 1849 betheiligte er ſich an den Arbeiten, welche während dieſer Periode das

Netz der franzöſiſchen Eiſenbahnen weiter entwickelten. So führte er mehrere Sectionen der Eiſenbahn von Paris nach Lyon, die Zweigbahn von Creil nach Saint Quentin, die von Metz nach der preußiſchen Grenze und endlich den größten

verödete Thäler ſind durch die von dieſer Geſellſchaft ſo ſchnell erbauten Eiſenbahnen bereichert worden! Wie viel tauſend Arbeiter haben auf den Werkſtätten, die in jenen Einöden errichtet wurden, ganz unverhofften lohnenden Verdienſt gefunden? Wäre es möglich, darüber genaue ſtatſſtiſche Angaben aufzuſtellen, ſo würde das zu derſelben Zeit die ſchönſte Lobrede des Herrn Parent ſein.

Die Energie und Beharrlichkeit, welche Parent in ſeinen Unternehmungen bethätigte, zeigte er auch in der Aus⸗ übung des Guten. Alle Mitglieder ſeiner Famlie, ſelbſt die entfernteſten Verwandten, erfreuten ſich ſeiner Vorſorge. Er ließ ſie erziehen, ſtattete ſie aus und ihr Wohlſtand wuchs in derſelben Zeit wie ſein Vermögen. Ausgezeichnet ſympathiſch in ſeiner Phyſiognomie und in ſeinen Manieren, beſaß Parent, obgleich er nur geringer Herkunft war, in ſeinem ganzeu Weſen das Elegante und Delicate, das mit der wahren Ueberlegenheit ſtets vereinigt iſt; ebenſo hatte die hohe finanzielle und induſtrielle Stellung, die er einnahm, ihm nur ergebene Freunde erworben, während die Zahl ſeiner Neider ſehr gering war.

In der Mitte dieſes moraliſchen und materiellen Wohl⸗ ſtandes erlitt Parent einen ſchrecklichen Schlag; ſeine Gattin ſtarb am 7. Februar c. Dieſes Ereigniß, das ihm die Ge⸗

fährtin ſeiner Arbeiten und ſeines Glücks entriß, entwickelte

mit einer ſchrecklichen Schnelligkeit den verborgenen Keim einer Herzenskrankheit, an der bereits mehrere Mitglieder ſeiner⸗ Familie geſtorben waren. Seine Einbildungskraft fand ſich, während ſie die Deutlichkeit der Anſichten beibehielt, die ihm in der Ausübung ſeiner Geſchäfte von ſo großem Nutzen ge⸗ weſen war, tief erſchüttert. Seltſame Vorgefühle und ebenſo mediciniſche Symptome, über deren Beſchaffenheit ſich ſein ſcharfer Blick nicht täuſchen konnte, ließen ihn ohne Unter⸗ brechung eine nahe Kataſtrophe vorausſehen.

Am 1. Juni c. fühlte ſich Parent, als er von einer Spazierfahrt nach dem Boulogner Wäldchen zurückkehrte, plötzlich von einem Unwohlſein befallen. Er legte ſich zu Bett

Theil der Arbeiten an der Eiſenbahn von Paris nach Straß⸗ und da er ſich über ſeine Lage keinen Illuſionen hingab, ließ

burg aus.

ſeine Art, die Geſchäfte zu behandeln, charakteriſiren, be⸗ ſtimmten ihn, ſich der Geſellſchaft anzuſchließen, welche Ende 1851 ſich um die Conceſſion der Linie von Lyon nach Avignon bewarb. Der Bau dieſer Linie kann als der erſte Schritt auf dem Wege der großen Arbeiten, die ſich unter dem Kaiſerreiche entwickelt haben, betrachtet werden, und die Pflicht gebietet zu conſtatiren, daß Parent den Namen ſeines Hauſes daran geknüpft hat.

Der ganze Bau der Linie von Paris nach Mühlhauſen im Elſaß und von Donjeux nach Gray iſt gleichfalls das Werk der Geſellſchaft Parent⸗Schaken. 4 Die Wichtigkeit, welche das Haus Parent⸗Schaken in Frankreich erlangt hatte, das Vertrauen, welches es einflößte, die Capitale, über die es verfügte, die zum Bau der Eiſen⸗ bahnen erforderlichen Materialien, welche ſeine Werkſtätten in Oullins, die ſpäter nach Fives⸗les⸗Lille verlegt wurden, ihm zur Verfügung ſtellten, erlaubten ihm ſeine Hülfsquellen

er den Abbé Guérard, den Freund ſeiner Familie, und ſeine. Die Kühnheit und der durchdringende Blick, welche

Aerzte, die Doctoren Griſolle, Moiſſenet und Fournier, zu ſich kommen. Jeder that ſeine Pflicht, aber die Religion allein konnte ihm eine wirkſame Hülfe gewähren. Die Wiſſen⸗ ſchaft konnte nur eine tödtliche Verletzung nachweiſen, welche

durch den Bruch der Aorta das Erſticken und den Tod herbei⸗

führen mußte. Parent entſchlief, umgeben von ſeinem Sohne, ſeinen Töchtern, deren Gatten, ſeinen Aſſociés und den erſten Angeſtellten ſeines Hauſes. Durch ein faſt übernatürliches

Zuſammentreffen ſtieß er ſeinen letzten Seufzer genau zu

derſelben Stunde aus, in der ſeine Gattin geſtorben war;

dieſelben Aerzte ſtanden an ſeinem Kopfkiſſen, dieſelbe barm⸗ herzige Schweſter wachte an demſelben.

Herr Parent ſtarb ruhig; ſein ſehr großer Reichthum, unter die drei Kinder vertheilt, die ihm ſeine erſte Gattin ge⸗ ſchenkt hat, bildet drei fürſtliche Vermögen. C.

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