Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
443
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heimgeſucht worden; König Philipp wollte den Aufſtand womöglich mit einem Schlage dämpfen und hatte dem Mar⸗ quis de los Velez den Oberbefehl anvertraut. Dieſer ver⸗ wüſtete Alles mit Feuer und Schwert und die Mauren nannten ihn nur den Teufel mit dem eiſernen Kopfe. Der Marquis de Seſa war mit 10,000 Mann in die Alpujarras eingerückt, aber nach kurzer Zeit waren ſie dermaßen aufgerieben, daß kaum noch 1500 Mann unter den Fahnen ſtanden. Die Spanier hatten es ſich zum Syſtem gemacht, Alles zu zerſtö⸗ ren: Bäume, Ernten und Häuſer. Der Geſchichtſchreiber Marmol ſagt:Aerger als unſere ausgehungerten Truppen können auch die Heuſchrecken nicht verheeren; wenn ſie in einen Garten kamen, dann war gewiß nach einer Stunde kein grünes Blatt mehr übrig. Binnen Monatsfriſt wurden zehntauſend Morisken getödtet oder in die Sclaverei abgeführt. Damals fanden mehr als 80 Gefechte ſtatt; ganze Dörfer wurden menſchenleer; die Bewohner von Alhendin verpflanzte man nach Montiel in der Mancha.

Perez de Hita, welcher den Krieg mitgemacht hatte, erzählt Folgendes:Die Spanier dachten an nichts, als an Mord und an Plünderung; ſie alle waren Diebe und Räuber und ich war einer der ärgſten. Um nicht außer Uebung zu kommen, ſtahlen ſie Eiſenwerk, Obſt, ja ſogar Katzen.

Nach der Erſtürmung von Jubilez wurden eintauſend moriskiſche Weiber und dreihundert Männer mit kaltem Blute abgeſchlachtet. Die Mohren vertheidigten ſich mit dem Muthe der Verzweiflung; wenn ſie keine Waffen mehr beſaßen und ihre vergifteten Pfeile verſchoſſen hatten, dann packten ſie einen Feind und ſtürzten ſich mit ihm über die Felſen hinab in den Abgrund; Frauen und Kinder drangen unerſchrocken gegen die Spanier ein und warfen ihnen Sand in die Augen. Manche warfen ihre Töchter in ſchneebedeckte Abgründe, damit ſie nicht in die Gewalt der Spanier fielen. Derſelbe Geſchichtſchreiber erzählt, er habe einſt auf dem Wege nach Filix eine mit Wunden bedeckte Frau liegen ſehen; ſie hatte ſich über das Jüngſte, welches ſie noch an der Bruſt nährte, hingelegt, um es zu ſchützen. Da kamen aber die chriſtlichen Soldaten, erſtachen die Mutter vollends und das Kind ſchwamm im Blute. Perez de Hita fügt hinzu, daß er ſich deſſelben erbarmt und ihm das Leben gerettet habe.

Zwei ſpaniſche Soldaten hatten das Haus eines reichen Morisken ausgeplündert und dann Alles in demſelben ver⸗ wüſtet. Zuletzt fanden ſie ein junges, bildſchönes Mädchen. Beide wollten ſich deſſelben bemächtigen, keiner gönnte es dem andern und beide zogen gegen einander vom Leder.

Als ſie mit Erbitterung kämpften, kam ein dritter Soldat hinzu,

welcher der Sache ein Ende machen wollte. Er verſetzte der Moriskin zwei Dolchſtiche und ſie ſank todt zu Boden; dann ſagte der Elende: zwei brave Soldaten müſſen einer ſolchen Kleinigkeit wegen einander nicht in die Haare gerathen. Die

beiden Soldaten aber machten nun gemeinſchaftliche Sache

gegen den dritten, ſchalten ihn ein Ungeheuer und hieben ihn auf der Stelle nieder. Da lag er nun dicht neben dem todten Engel.

Bei Lanjaron am Südabhange der Sierra Nevada endet das fruchtbare Thal von Lecrin, dieſes Paraiso de las Alpujurras. Auch dieſe Stadt litt im Moriskenkriege ganz unbeſchreiblich; ſie blieb achtzig Jahre lang verödet; dann ſchaffte die Regierung 50 Coloniſten aus dem Innern Spaniens dorthin. Jetzt iſt ſie die wichtigſte Stadt in den Alpujarras und bietet einen ganz freundlichen Anblick dar.

Weiterhin, nach Orgiva zu, kommt man durch wildes Gebirgsland; hin und wieder ſieht man eine in Trümmern liegende mauriſche Burg. Die Landleute ſind zwar friedlich,

Lolge. 443 haben aber etwas Unheimliches. Orgiva iſt ein großer Flecken am Fuße des Picacho de Veleta und war lange Zeit der einzige Ort, in welchem ſich während des Krieges in den Alpujarras die Chriſten behaupteten. In der Nähe liegt der Barranco de Poqueira, eine tiefe Schlucht, ſo fürchterlich, wie die Ein⸗ bildungskraft ſich nur vorſtellen kann, ein ſchwindelerregender Abgrund. Und immer wilder wird die Gegend bis Üjijar, das in der Mitte der Alpujarras liegt und einſt die Haupt⸗ ſtadt dieſer Landſchaft war. Hier ſind noch manche Familien von unvermiſchter mauriſcher Abkunft. Ogixar la nombrada ſpielt in den Romanzen eine große Rolle. Weiterhin wird die Gegend wieder reizend, und überall tauchen geſchichtliche Erinnerungen auf.

Man ſieht Baumwollen⸗ und Zuckerpflanzungen wie auf den Antillen, und ſelbſt die Dattelpalme reift.

Den Anbau dieſer Erzeugniſſe verdankt Spanien, gleich vielen anderen Wohlthaten, den Arabern. Man erbaut die Hütten im lieblichen Schatten der hohen, ſchlanken Säulen⸗ reihen mit den ſäuſelnden Kronen der weitverbreiteten, ge⸗ fiederten Blattverzweigungen. Aus den gemeinſamen, pracht⸗ vollen Endknospen hängen die großen Datteltrauben golden und purpurfarbig herab, dieſe Trauben mit dem Ambroſiaduft, dem Honigſaft, dem berauſchenden Spiritus, ihrem nahr⸗ haften Mehl und ihrem feinen Wohlgeſchmack. Jeder aus⸗ gebildete Palmbaum iſt wie ein kleines Ackerfeld für eine Familie; nicht ſelten hängen zehn Rispentrauben um ſeine Blattkronen und manchmal enthält eine Traube bis zu zwei⸗ tauſend Datteln..

Mit Recht hat man die Dattelpalme nicht nur als Charaktergewächs des arabiſchen Klimas bezeichnet, ſondern auch als Wahrzeichen, bis wie weit nach Norden hin die Herrſchaft der Araber einſt dauernd gereicht hat.

In Italien zieht man ſie bis unter 44 Grad nördlicher Breite an Mauern; ſie blüht in Sicilien, Morea und Süd⸗ ſpanien; ſie trägt hier auch wohl Früchte, aber dieſe werden kaum ſüß. In dieſer Beziehung macht allein die Ebene von Elche eine Ausnahme; dort reift ſie vollkommen.

Elche, das Ilice der Römer, iſt eine Stadt in der Provinz Alicante, mit etwa 10,000 Einwohnern. Sie liegt inmitten einer ungemein fruchtbaren Huerta, etwa 6 Weg⸗ ſtunden ſüdweſtlich von Alicante an der nach Murcia führenden Straße auf kahlem Hügelgelände. Sie erinnert in ihrem ganzen Ausſehen an eine arabiſche Stadt, und die ganze Gegend gleicht einer Oaſe des afrikaniſchen Belad el Dſcherid. Denn dort dehnt ſich ein Palmenhain aus, der nicht weniger als 70,000 Stämme zählt. Der Europäer, welcher bei heißer Mittagsſonne unter dieſen ſchlanken Bäu⸗ men, den aus Afrika herübergebrachten Fremdlingen, wandert, fühlt ſich an die Grenze der Sahara verſetzt und denkt an jene Tage, da ein, gleich der Dattel in Europa fremdes Volk hier manches Jahrhundert feſten Fuß behauptete. Die mohammedaniſchen Mauren ſind nun ſeit Jahrhunderten vom Boden der pyrenäiſchen Halbinſel verſchwunden, aber die Datteln bei Elche, deren ſüße Früchte heute ein Labſal chriſtlicher Spanier ſind, haben ihren Standort behauptet und gedeihen für und für. 6.

Baſile Joſeph Parent.

Der Tod hat einen Mann ſeiner Familie und ſeinem Wirkungskreiſe entriſſen, der in der hohen Induſtrie eine ziemlich wichtige Stellung bekleidet hat, weshalb es der Ge⸗ rechtigkeit entſpricht, unſern Leſern eine kurze Notiz ſeiner

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