442 Novellen⸗Seitung. biu 6
:..„.„ wollo 36 2
Elendes trägt, während er Naͤchſtenliebe und Gerech— Richters ihre perſönliche Freiheit für ihre Unthaten gun g tigkeit zu Hauſe gelaſſen hat. Wahrlich, man kann frecher Willkür riskirt. Was hier erzählt wurde, wiſtl den⸗ nicht gering genug denken von einer chriſtlichen Civili- iſt nur ein Blättchen aus dem großen Schuldbuche der Kn war ſation, die nur da die Geſetze ihrer Religion hält, europäiſchen Völkergier. mä 1
wo ſie Angeſichts eines weltlichen und geiſtlichen Vun 1oc Spanier hä 4 Bäum 7 Marmol ſu Il 1 können aun euilleton.
ò— kein grüna⸗
Fehntauſnn Mauriſche Erinnerungen. Lunte an und ſprengte ihn in die Luft. Die Mauren von Oa d Die neuern Geſchichtsſchreiber werden immer mehr von Canjayar opferten Kinder auf dem Scheiterhaufen; ſie uun
der Thatſache überzeugt, daß Spanien der früheren Kultur ſchlachteten zwei Chriſten ab und aßen das Herz. Den Pfarrer nun mch der Mauren oder Morisken viel zu verdanken hat, ja daß ſchleppten ſie in ſeine Kirche, der Sacriſtan mußte die Glocke Parcz
es ſich durch die blutdürſtige Vertreibung dieſer Völker den
größten Schaden that. Viele traurige Erinnerungen an die ſchrecklichen Kämpfe zwiſchen Chriſten und Mauren bietet noch der Diſtrict von Alpujarras. Doré bereiſte auch dieſen.
läuten, und als das Volk ſich verſammelt hatte, rupften die Mauren dem Geiſtlichen ein Haar nach dem andern aus,
auch von Wimpern und Augenbrauen, und Jeder verſetzte ihm einen Schlag mit der Fauſt.
Dann ſchnitten ſie ihm
erzählt Folg Mord und? und ich war kommen, ſta
Dieſes Bergland, das auch als la Alpujarra bezeichnet Singer und Zehen ab, riſſen ihm die Augen aus, ſtopften MNa wird, iſt ohne Frage eine der intereſſanteſten Gegenden der ihm dieſe in den Mund und riefen:„Nun friß das, womit morisliſch pyrenäiſchen Halbinſel, aber immer noch wenig gekannt. Die Du uns überwacht haſt, Du Angeber!“ Nachher ſchnitten abgeſchlach
ſchwer zugänglichen Gebirgslabyrinthe und die grünen Thäler
ſie ihm die Zunge ab:„Da, friß ſie, Du Angeber!“ Und zu⸗
waren ſeit dem Falle Granada's noch achtzig Jahre lang letzt riſſen ſie ihm das Herz aus dem Leibe, um es den
Schauplatz erbitterter Kämpfe zwiſchen Spaniern und Mauren. Dieſe vertheidigten mit unüberbotener Ausdauer ein Land, das ſie mit Recht als Vaterland und wahre Heimath betrach⸗
Hunden vorzuwerfen! Dieſer letzte furchtbare Aufſtand der„Moriscos“ war in Granada ſelbſt, im Stadtviertel⸗Albayzin, ſo ſehr insgeheim
der Verzwe ihre verjif einen Jeind in den Abgr⸗ gegen die S
teten, denn es war ſeit achthundert Jahren im Beſitz ihrer Vor⸗ und mit ſolchem Vorbedacht geplant worden, daß Philipp II. Manche w fahren geweſen. erſt Kunde von Allem erhielt, als ſchon die ganze Alpujarra damit ſie nie Man bezeichnet als Alpujarras eine ausgedehnte Ge⸗ in Waffen ſtand. An der Spitze ſtand ein junger Mann Geſhichſch
birgsregion, welche theils zur Provinz Granada, theils zu jener von Almeria gehört. Sie iſt 20 ſpaniſche Meilen lang, zwiſchen Motril und Almeria(von Oſten nach Weſten) und zieht dem Meere parallel; die Breite, von Norden nach Süden, beträgt 12 bis 15 Meilen, von der langen Kette der Sierra Nevada bis zur Küſte des mittelländiſchen Meeres, welche Afrika gegenüber liegt.
von 22 Jahren, ein Nachkomme der Ommajadiſchen Kalifen,
der Fernando del Valor hieß und für einen guten Chriſten
galt. Zuerſt hatten ſich die Männer im Thale von Lecrin erhoben, aber bald ergriff der Aufſtand ſämmtliche zwölf Tahas, d. h. Diſtricte, der Alpujarras bis nach Almeria hin.
Fernando del Valor warf die chriſtliche Maske ab und nannte
ſich nun Mule Mohammed aben Humaya, König von Gra—
Filir eine m ſich über da⸗ hingelegt, Soldaten,
ſchwamm i deſſelben e
we
Seit 1490, nach der Einnahme von Baza, eroberten nada und Andaluſien. Er war ein gewandter und muthiger Naue
die katholiſchen Könige einen Theil der Alpujarras, aber ſie Mann, aber ſeine erſten Erfolge ſtiegen ihm zu Kopfe; er wüſtet. Zu hatten mit einem unbändigen Volke zu ſchaffen; eine Erhebung hielt ſich ſchon für mächtig, wollte einen Hof haben und einen Bedde woll folgte der andern und in unzähligen Romanzen ſind die mit Pracht umgebenen König ſpielen. Er hielt einen Harem dem ander kühnen Thaten beider Theile beſungen. Auch Calderon hat und in dieſem war die ſchöne Zahara ſeine Lieblingsfrau, ſie Alsſie mit
die Alpujarra nicht vergeſſen,„deren Berge ſtolz mit ihren Gipfeln der Sonne entgegen ragen;“ ſie ſind ein Ocean von Felſen und Pflanzen.
Hinter Alhendin kommt man in's Thal von Lecrin, d. h. der Freuden oder des Jubels. Man iſt in der That erſtaunt, inmitten ſo wilder, chaotiſcher Gebirgsmaſſen ein ſo überaus reizendes Thal zu finden, in welchem alle Süd⸗
tanzte moriskiſche Zambras entzückend ſchön und ſang Leylas zur Laute..
Aben Humaya wurde bald aus ſeinen Träumen auf⸗ gerüttelt. Die Spanier wußten Zwietracht unter ſeinen Anhängern zu erregen. Sein Nebenbuhler war Farrax Abencerage, ein grauſamer Mann, der an einem einzigen Tage nahe an 3000 Spanier hatte über die Klinge ſpringen
welcher der Moriskin; ſagte der( Kleinigkeit beiden So gegen dend
früchte wachſen und das immer von klaren Bächen bewäſſert laſſen. Aben Humaya dagegen war nicht grauſam und ver⸗ der Stl n iſt. Im 16. Jahrhundert ſind hier die grünen Raſenmatten ſchonte Weiber und Kinder. Die gegen ihn Verſchworenen, Dei nüt Strömen Blutes getränkt worden; beide Theile wetteiferten an deren Spitze Aben Abu ſtand, überfielen ihn. Als ſie endet das in abſcheulichen Grauſamkeiten, und die Barbarei der Anſtalt machten, ihn zu erwürgen, ſprach er:„Ich werde Alpujurras Mohammedaner ſtand mit jener der Chriſten auf gleicher als muthiger Mann ſterben!“ Dann legte er ſich ſelbſt die unbeſchreib Linie; von Pardon war keine Rede. Schlinge um den Hals. Die Spanier behaupten, er ſei ſtifſt die
Wie viel Beſtialität liegt doch in der menſchlichen vorher wieder Chriſt geworden. doühin.
Natur! In Guecya überfielen die Mauren das Auguſtiner⸗ kloſter und ſotten die Mönche in Oel. Als die Spanier
Auch Padul hatte im Moriskenkriege Schweres zu erdulden. Es iſt ein armſeliger Ort, liegt aber in einer
und bietet
Mayrena geräumt hatten, bemächtigte ſich das Volk des fruchtbaren Gegend, in welcher die Granatbäume prächtig Gebind chriſtlichen Pfarrers, ſtopfte ihn voll Pulver, legte eine gedeihen. Nicht minder iſt damals die kleine Stadt Durcal legende u
—


