Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
439
Einzelbild herunterladen

ich ſehr bermorgen ſchreiben tter Mar⸗

ſie nichtg

mich zur vgen früh laſſen, her⸗ 1 nehmen, bei guter der Tag en. Doch ner Furch, von Ritter Riemand zu Pferde nicht ſehr ten werde, Schimmel wird die den ich ſo viel ich ggen nach⸗ ch, liebe nein Kind. hein paar wenigſten

ag folgt.)

arts.

oben,

eit rrounen.

politismus iſt weſentlich auch ein wiſſenſchaftlicher und

Vierte

So manche Hoffnung ſah ich untergehn, Die ich gehegt in kindlichem Verlangen, Und Vieles fühlt' ich in ein Nichts zergehn, Woran das Herz ſo ſchwärmeriſch gehangen.

Doch Alles nicht: es blieb mir Eins zum Heil: Der Dichtkunſt leichtgebor'ne Himmelsgabe. Ward ſie auch nur in kleinem Maß mein Theil, Iſt ſie mir doch das Liebſte, was ich habe.

Sie führt mich oft, drückt Sorge mich und Leid, Will dieſes Herz in tiefſtem Gram erbeben, Zurück in jene glanzerfüllte Zeit,

Da ich im Geiſt gelebt ein ſchöner Leben.

Ein Traum. In dunkler Nacht umſpielte hold Mich eines Traumes Bild, Was ich erſehnt, was ich gewollt, Ich ſah es All' erfüllt.

Doch als ich es genoſſen kaum,

Da bin ich aufgewacht

Und ſah, daß all mein Glück ein Traum, Daß Wahrheit nur die Nacht.

Kurzes Glück. Heut' iſt's ein Jahr, da ſchwelgten wir In ſel'ger Liebesluſt, Du ſprachſt manch ſüßes Wort zu mir, Gelehnt an meine Bruſt.

Und heut'? Mit meinem Schmerz allein Denk' ich an Dich zurück.

Gott mög' es gnädig Dir verzeihn, Daß Du geraubt mein Glück!

Literariſche Briefe von Otto Banck.

Globus. Herausgegeben von Karl Andree. Hildburghauſen, Bibliographiſches Inſtitut.

Wenn ich Ihnen wie dem gebildeten Publicum wiederholt dieſes Unternehmen in Anregung bringe, ſo geſchieht es, weil die vielſeitige Vortrefflichkeit deſſelben unbedingt dazu herausfordert. Trotz einer großen Verbreitung hat der Globus doch noch nicht die Theilnahme gefunden, welche unter den deutſchen Lehrern deſſen lebhaftem Intereſſe für Länder⸗ und Völkerbeſchreibung angemeſſen wäre. Unſer Kosmo⸗

Folge. 439 gründet ſich auf eine gediegene Beobachtung der Ent⸗ deckungen und Kulturvorgänge in allen Erdtheilen. In dem praktiſchen Theil der hiereinſchlagenden wiſ⸗ ſenſchaftlichen Erweiterungen haben es uns die Eng⸗ länder und Franzoſen durch ihre bevorzugte ſtaatliche und weltpolitiſche Stellung zuvorgethan, in den theo⸗ retiſchen und idealiſtiſchen Arbeiten dieſer Art iſt jedoch die deutſche Gelehrſamkeit dem Fortſchritts⸗ geiſte der geographiſchen Wiſſenſchaft, der Ethnologie, Ethnographie, Anthropologie, Geologie, Botanik, naturkundlichen Archäologie ꝛc. nichts ſchuldig ge⸗ blieben, ja noch mehr, unſer Vaterland hat in die Reihen der berühmteſten Forſcher und Entdeckungs⸗ reiſenden eine Anzahl Männer geſtellt, denen es nur an genügender materieller Unterſtützung von Seiten

des Staates fehlte, um für ihren faſt beiſpielloſen Opfermuth noch umfaſſendere Reſultate der Weltkunde einzutauſchen.

Es giebt in Deutſchland keine Zeitung, keine Wochen⸗ oder Monatsſchrift, welche dem gebildeten Publicum genügende Kunde über alle jene Gebiete, ſachkundige Erörterungen über die wichtigen Themen auf denſelben vorführt. Einige Fachorgane, wie z. B. dasAusland, vermochten jenem Zwecke nur einſeitig nachzukommen und ſo blieb das Wiſſenswürdige eines⸗ theils für größere Kreiſe unbeleuchtet, anderntheils mußte es ſich der Sachkundige fragmentariſch in der deutſchen Preſſe zuſammenſuchen..

Im Globus ſind die Eroberungen, welche die Wiſſenſchaft auf dem vielverzweigten Terrain der Völ⸗ kerkunde macht, noch durch eine ſtaunenswerthe Menge vorzüglicher Illuſtrationen erläutert, und wenn Illu⸗ ſtrationen irgendwo eine Lebensberechtigung haben, ſo iſt es da, wo es ſich um die wünſchenswerthe Ver⸗ anſchaulichung von Realia handelt. Unter den vielen Fragen, welche der Herausgeber beſonders warm ver⸗ folgt, gehört auch in der Anthropologie die über die verſchiedene Ragennatur und Bildungsfähigkeit und es geht mit ihr eine berechtigte ſittliche Kritik des Verfahrens der Civiliſation gegen die wilden Stämme Hand in Hand. Auch wir haben in unſerm Blatte, wo ſich Gelegenheit darbot, dieſer Verhöhnung aller chriſtlichen Satzungen, auf welche Europa ſo ſtolz iſt, die ihr zukommende Beleuchtung nicht verſagt, und können nicht umhin, auf dieſes ſoeben wieder vom Herausgeber berührte tragiſche Thema zurückzukommen. In ſehr anregenden Stützen über Anthropologie heißt es:

Die Anthropologie lehrt uns, daß wir die ver⸗ ſchiedenen Menſchengruppen nicht alleſammt in der⸗ ſelben Weiſe beurtheilen und behandeln dürfen, wenn wir die Geſittung fördern wollen. Die Geſchichte der