Jahrgang 
28-52 (1866)
Seite
438
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noch einmal, da hörte ich eine abſcheuliche Stimme, die ſchrie: wer klopft? ſo ſprachen wir zitternd und zagend: mach auf! Da ging die Thüre auf, und ein gar altes, häßliches, runzlichtes, abſcheuliches Weib, dergleichen ich im Leben nicht geſehen, kam zur Thür. Hatte eine gar ſchwache Lampe in der einen Hand und einen Stab in der andern. Trug auf dem Kopfe eine alte große ſchwarze Kappe von Pelz und hatte auch einen ſchwarzen Rock an, und weiße Bänder herum hängen, darauf Zauberzeichen gemalt waren. Auf ihrer Schulter ſaß eine ſchwarze Katze mit gar feurigen Augen und neben ihr ging ein ſchwarzer Bock, die wohl böſe Geiſter geweſen ſind. War mir er⸗ ſchrecklich bang und hätte ich viel Geldes geben, wenn ich nicht dahin gekommen wäre, doch konnte ich nicht mehr zurück, das ich deiner Schweſter nicht Dank wußte, der ſelbſt gar bange war. Da ſagte die Zauberin, was wir da wollten? So ſprachen wir, daß ſie mir wahrſagen ſollte. Da fragte ſie mich, wer ich ſei, ſo ſagte ich, daß ich Wittfrau ſei, das ſie nicht glauben wollen, ſagte, daß ſie noch nicht ſo ſchöne Wittfrau geſehen, ſo ſagte ich ihr, daß ſie mir wohl glauben möge, ſo ſei ich nun wieder Braut, und möchte wiſſen, ob ich mit dem andern Mann glücklich ſein werde. Da ſagte ſie, das wollte ſie mir ſagen und ſprach, daß ich zu ihr in die Kammer kommen ſollte, doch mußte ich vorher ihr ſieben Pfennige geben. So ging ich hinein und war halb todt vor Angſt, auch durfte deine Schweſter mitkommen. Da ſteckte die Zauberin viele Lichter an und da ſah ich das Zimmer ganz ſchwarz gemalt, und ſie hieß mich niederknieen und ſtand zu mir, und machte um mich

Novellen⸗Zeitung.

und ſind viele vornehme Ritter dabei, daß ich ſehr geehrt werde und ihm viel Dank weiß. Uebermorgen will ich dir das letzte Mal von hier aus ſchreiben, da St. Elsbeth in 6 Tagen da iſt. Ritter Mar⸗ quard und Alle mit einander ſagen, daß ſie nichts von Ritter Kunzen wiſſen, und doch iſt mir noch immer bange. XIX.

Nun kann ich kaum eine kleine Zeit gewinnen, um dir zu ſchreiben, bevor ich die Stadt verlaſſe, und jetzt, da ich ſchreibe, ſchläft wohl Alles, ausge⸗ nommen ich. So bin ich ſeit etlichen Tagen in gar großen Unruhen, da ich beſucht werde und meine Sachen einpacke, und wieder beſuche, und mich zur Reiſe fertig mache. Nun wollen wir morgen früh noch eine Meſſe hören und uns einſegnen laſſen, her⸗ nach bei meinem Bruder ein Angebiſſen nehmen, und hernach fort, und hoffen wir Abends bei guter Zeit in Seyfriedsberg zu ſein. Wenn nur der Tag nicht ſo kurz wäre oder wir Mondſchein hätten. Doch lachte mich Ritter Marquard aus mit meiner Furcht, ſpricht, daß es keine Gefahr habe, daß man von Ritter Kunzen gar nichts wiſſe noch höre, und ſich Niemand trauen werde, uns anzugreifen, weil über 70 zu Pferde ſein werden. So wollte er ſich auch ſelbſt nicht ſehr rüſten, und neben mir reiten, da ich ſelbſt reiten werde, und mir der Ritter einen gar ſchönen Schimmel dazu mitgebracht hat. Mein Kind aber wird die Magd bei ſich auf einem Wagen behalten, den ich wohl habe verwahren laſſen; ſo ſoll auch, ſo viel ich mitnehme Kleider und Hausrath, auf Wagen nach⸗ geführt werden. Bete doch fleißig für mich, liebe

herum einen Kreis mit Zauberzeichen, und ſchrie Teutiche, und für den Ritter und für mein Kind.) etwas her, das ich nicht verſtand, und da war es mir, Leb wohl. Jetzt muß ich ſehen, wie ich noch ein paar als wenn die ganze Kammer voll Teufel und boͤſer Stunden ſchlafen kann, will mich zum wenigſten

Geiſter geweſen, und es ſagte auch deine Schweſter, daß ſie das geſehen habe. Da ſchlug ſie mit dem Stabe auf den Boden und da waren ſie weg. Und ich mußte ihr die Hand geben, daraus ſie wahrſagte. Da ſprach ſie: Wenn du genug geweinet haſt, wirſt du fröhlich ſein, und ſagte, daß ich nicht mehr forſchen ſollte. Hernach gingen wir zurück, und war ich traurig, daß ich nicht mehr wußte, und ſagte zu deiner Schyeſter, daß die Worte gar dunkel wären, ſo ſagte ſie, daß ſie gar deutlich wären, hätte genug um meinen Hainz geweint, nun werde ich fröhlich ſein mit Ritter Mar⸗ quard. Da wollte ich zweifeln, aber ſie lachte mich aus, und hat Recht gehabt, da den Morgen darauf Ritter Marquard kommen, und gar froh geweſen iſt, daß er mich wieder geſehen, und ich es auch, wie du wohl glauben magſt. Hat gar viele Freunde und mierwandte mitgenommen, die mich abholen wollen,

niederlegen. (Fortſetzung folgt.)

Gedichte von Moritz Blanckarts.

4 Enttäuſchung.

Vorüber ſind die erſten Träumerei'n,

Die duft'ge Blüthen mir in's Daſein woben, Entnüchternd brach die Gegenwart herein Und alle Luftgebilde ſind zerſtoben.

Manch zaubriſch Bild, das ſich in früh'rer Zeit Die Phantaſie erfind'riſch ausgeſonnen,

Iſt vor dem Hauch der rauhen Wirklichkeit Gleich einem kurzen Traum der Nacht zerronnen.

politismus

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