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daß ich t kenne. und daß daß ſie ſchreiben
eh wohl, geſchwitzt t geſagt, ben habe, ich gehen, ume, will iſt. Ich icht mehr
ze heim. Tanzhaus iſammen, chlechtern abei auch ſenbrotin, Radawers n worden, el andere „die ich und viel wir wohl war und darüber. mit ihm, Marquard mich ihm Narquard, ihr wiſſen, diger Hert würde ich der Kaiſer man den Manier, t ſchöner
ſe von einet
Vierte Folge. 437
tanzen ſehen; hernach ſetzte man ſich nieder, und waren mehr denn 30 Tiſche beſetzt, und ward gar ſeattlich und köſtlich aufgetragen, daß auch der Kaiſer groß Gefallen darob gehabt hat. So blieb man aber gar nicht lange, und fing alsdann wieder an zu tanzen, nach voriger Weiſe. Da kam unſer gnädiger Herr, der Kaiſer, zu mir und ſagte mir, daß ich allen Frauen und Jungfrauen ſagen ſollte, daß ſie einen Kreis um ihn machen ſollten, und ließ er ſich einen Stuhl ſtellen, mitten in den Saal, der gar groß iſt, wie du
wohl, weißt. Da ſtellten ſich Alle um ihn her, das
gar luſtig war anzuſehen, und die Männer und Jung⸗ geſellen ſtanden hinterher, und wußte kein Menſch, was der Kaiſer vorhatte. Da ſtand bei ihm ein mäch⸗ tiger Graf Borſibry von Swinar aus Böhmer⸗Land, der hatte einen köſtlich geſtickten Beutel, den nahm ſein Gnad der Kaiſer und hernach hieß er mich herzu treten, und da nahm er einen goldenen Ring aus dem Beutel und ſteckte ihn mir ſelber an den Finger, und ſchrie hernach der Goſſenbrotin, und macht's der ebenſo, und hernach einer nach der andern, daß über hundert Ringe ſind ausgetheilt worden, das uns Allen große Freude gemacht, und dem lieben Kaiſer von allen Bürgern und Bürgerinnen gar viele tauſend Wünſche hat zugezogen, und werden wir die Gnade gewiß nie vergeſſen und auch unſern Kindern erzählen, daß ſie ihn darum rühmen.*) Hernach haben wir noch lang getanzt, und erſt da es Tag worden, ſind
wir heimgegangen und hat mich Ritter Marquard
dahin geführt. Iſt gar ein ſtattlicher Tänzer und mir alle Tage lieber und werther, ſo daß ich meinen Hainz bei ihm ziemlich vergeſſe, das doch nicht ganz geſchehen wird, ſo lang ich lebe, und ich allemal mit Betrübniß an ihn denken werd.
XVIII.
Jetzt iſt's recht todt in der Stadt und bei mir,“ da der Kaiſer mit ſeinen Hofleuten und Geſinde wieder abgereiſt und Ritter Marquard mich auch verlaſſen hat, aber auch wiederkommen wird. Hat viel Zähren gekoſtet und habe da wohl gemerkt, daß er mir gar lieb iſt. Iſt auf ſein Schloß nach Seyfriedsberg ge⸗ zogen, um dort Ordnung zu unſerer Hochzeit zu machen. Die ſoll in 14 Tagen ſein, und will mich der Ritter mit allen Verwandten und vielen Nachbarn und Be⸗ kannten in großen Ehren abholen, und ſollen wir an St. Eliſabeth, meinem Namenstag, unſeren Auszug und Einzug halten. Es haben mir auch viele Freunde von hier verſprochen, mich zu begleiten und zum Feſte zu kommen. Kann aber jetzt wohl ſagen, daß ich
*) Es war dies die 1418 zu Augsburg geſchehene Austheilung der Ringe an die Geſchlechter⸗Frauen, wodurch ſie der Kaiſer ehrte.
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lange Weile hab und mir das Herz wohl ſchwer iſt, daß ich manchmal faſt verzagen möchte. Kommt mir Ritter Kunz und ſein Drohen gar oft in den Sinn und fürchte, daß er ſich an Ritter Marquard rächen werde, um daß ich dieſen ihm vorgezogen habe. Träumt mir gar davon und habe ich geſtern im Traum geſehen, wie Ritter Kunz mit der Armbruſt auf Ritter Marquard geſchoſſen. Das macht mir entſetzlich bang, doch ſag ich Niemand nichts davon, daß ich nicht ausgelacht werde. Meine Kindbetterin läßt dich grüßen, iſt gar wohl auf und auch ihr Büblein. Wenn nur Ritter Marquard bald wieder hier wär, daß ich keine Angſt mehr hätte. Auf die Hochzeit mag ich euch nicht laden, wiewohl ihr wohl wißt, daß ich euch gern dabei ſehen möchte. Denn ich wohl weiß, daß ihr gewiß nicht kämet.
Große Qual und Sorgen hab ich ausgeſtanden und bin gar faſt mit Träumen von Fehden und Kriegen geplagt worden, daß das Herz mir gezittert hat, wenn ich bin erwacht. Da hat mich deine Schweſter heimgeſucht, mich ausgelacht und ausgezankt, zuletzt den Rath geben, einen zu fragen, der wahrſagen könne. Hat geſagt, ſie kenne ein Weib, die es ver⸗ ſtehe und ſchwerlich fehle. Hat ſich angeboten, weil ihr Mann nicht in der Stadt ſei, mich zu ihr zu führen, müßten es aber wohl geheim thun, weil die Pfaffen es nicht leiden wollen, und müſſen wir um Mitternacht dahin gehen, weil das zum Wahrſagen die beſte Zeit ſei. Hab es nicht thun wollen, ſo bin ich aber die Nacht darauf mehrmal geplagt worden und iſt mir Ritter Marquard mit einer Wunde im Herzen und ganz blutend erſchienen, daß ich nimmer aushalten können. Da hab ich zu deiner Schweſter geſchickt, und ihr wiſſen laſſen, ſollte auf die Nacht zu mir kommen, und bei mir ſchlafen. Da merkte ſie wohl was ich wollte und kam zu mir in ihrer Magd Kleidern und Schleier und hieß mich auch meiner Magd Kleider und Schleier nehmen, und her⸗ nach haben wir einander ausgelacht, weil wir gar närriſch ausgeſehen. Und wie es gegen Mitternacht war, ſind wir zwei allein fortgegangen, das wohl keck geweſen und man uns leicht für ein paar thörichte Fräulein (leichtfertige Mädchen) hätte halten mögen, das mir nicht lieb geweſen wär. Da führt ſie mich in der Stadt herum zu einem großen runden Thurm, den man die Fledermaus nennt, und fürchtete ich mich ſo ſehr, daß ich faſt nicht gehen konnte. Da friſchte ſie mich an, wie wir zum Haus kommen, wo die Gertraud, das alte Weib wohnt, daß ich anklopfen ſoll. Da that ich es endlich, und da ich's gethan, da wollte deine Schweſter davon laufen, das nicht ſchön wa und ich ihr nach. So kamen wir zurück und klopfte


