Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
405
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Vierte

Tbätigkeit der ſo ſchwer geprüften hohen Frau wieder⸗ gekehrt.

Indeſſen hatte Arthur durch Verzichtleiſtung auf eine Anſtellung, die ſo verlockende Ausſichten darbot, ſeiner kindlichen Liebe ein Opfer gebracht, das bei ſeiner ſich entwickelnden Thatkraft ein ſchweres, aber ein unvermeidliches war. Zu gut kannte er das wun⸗ derbare zarte Verhältniß, welches zwiſchen den El⸗ tern beſtanden hatte, um nicht zu begreifen, daß der Kummer der Mutter um den erlittenen ſchweren Verluſt ein lebenslänglicher ſein, aber leichter von ihr ertragen werden würde in dem täglichen Umgange mit dem Sohne, der als ſein treues Ebenbild ihre Liebe mit der des Vaters getheilt hatte. Hatten es die Worte der edlen Frau auch nur ſelten angedeu⸗ tet, ſo hatten es doch ihre zärtlichen Blicke täglich

beſtätigt, daß ihr ſeine Naͤhe hinfort unentbehrlich ſei.

Indeſſen war Lady Arranmore ſich voll bewußt, daß bei Arthur's Charakter ein Wirkungskreis für ihn aufgefunden werden müſſe, der ſtatt des von ihm aufgegebenen Staatsdienſtes ſeine ganze Thätigkeit auch zu Hauſe in Anſpruch nähme. Wohl war ihr der Aufenthalt in Florenz aus vielen Gründen, zu⸗ nächſt durch die glückliche Zeit, die ſie mit ihrem Gemahle dort verlebt hatte, theuer geworden, aber es war bei den mit der Reſtauration in Toskana wieder eingeführten antiquirten Regierungsformen kein Spiel⸗ raum zu erwarten für Arthur's Streben, Ideen zur Geltung zu bringen, für die er ſchon frühzeitig ge ſchwärmt hatte. Dagegen ſchwebte der vielerfahrenen Dame das Leben eines Lords in der Heimath vor, der ſtündlich ſeine volle Beſchäftung hatte, wenn ſein Denken darauf gerichtet war, dem Vaterlande eine Stütze und ſeinen Tenants-⸗Unterthanen ein gewiſſen⸗ hafter, liebevoller Herr zu ſein.

Etwas allgemeine Politik, ſo weit ſie des Landes Augelegenheiten betrifft, ein ausgebildeter Schönheits⸗ ſinn und praktiſcher Verſtand bei Bewirthſchaftung eines umfangreichen Grundbeſitzes erhält den Geiſt dieſer Lords of the manor in ſteter Thätigkeit, und ritterliche Uebungen ſtählen ihren Körper. Man darf dieſe Lords nur anſehen, ſei es im Parlamentshauſe, in ihrem Bibliothekzimmer, in ihren Parks oder draußen auf ihren Sports, um zur Ueberzeugung zu gelangen, daß ſolches Junkerleben, durch gute Schulen geregelt, das Leben aller andern Junker der Chriſtenheit weit hinter ſich läßt.

So dachte auch Lady Arranmore, der keine Falte im Herzen des Sohnes unbekannt war, und in eigner Sympathie für das ihr theure, ſo lange entbehrte Vaterland entwarf ſie, in Uebereinſtimmung mit dem jungen Baronet, den Plan, die Erlaubniß Königs

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Wilhelm IV. zu ihrer Rückkehr nach Irland zu er⸗ wirken. Arthur begab ſich dem Wunſche der Mutter gemäß nach Paris, um alte Freunde ſeiner Eltern, den Herzog von Fitzgerald und den Marquis of Bouccleigh, von denen bekannt war, daß ſie vom Könige Wilhelm, als früherem Herzoge von Clarence, ſehr begünſtigt waren, um ihre Verwendung bei dem britiſchen Monarchen zu bitten. Nicht auf Geheiß der Mutter, nach eigenem Antriebe erbat und erhielt er eine Audienz bei Louis Philipp, in welcher er zu Ausführung des Vorhabens des Königs Beiſtand erbat. Der Bürgerkönig aber, der lange genug das Weh der Heimathloſigkeit getragen, um den ganzen Werth zu fühlen, der von dem Erfolge ſeiner Interceſſion ab⸗ hing, verſprach in huldvollen Ausdrücken, für die Sache der Familie Arranmore am Hofe von St. James ſein Möglichſtes zu thun. Nachträglich führte noch der Liebling der königlichen Eltern, der ritterliche Herzog von Orleans, dem die Schickſale der Dame von Lodi nicht verborgen geblieben waren, das Wort für den Bittſteller. Feſter wie auf alles Andere, auf die Für⸗ ſprache des edlen Prinzen bauend, kehrte er nach Flo renz zurück, um der Mutter die vorläufigen Erfolge ſeiner Miſſion zu verkündigen.

Faſt zur ſelben Zeit, als Lady Arranmore die königliche Begnadigungsacte in den Händen hielt, brachte auch die London-Gazette um zwei Monate ſpäter ausführlich die Rehabilitation des Baronets O'Brien und die Beſtätigung der vom verſtorbenen Vater auf den Sohn übergegangenen Pairswürde.

Mit dem klingenden Werthe der ihr von ihrem Großoheim, dem Biſchof von Amiens, hinterlaſſenen bedeutenden Erbſchaft landete Lady O'Brien in Be⸗ gleitung ihres Sohnes in Dublin. Sobald die bei dem Lordkanzler des Königreiches wegen des Diploms zu beobachtenden Formalien vorüber waren, begab ſich Lord Arranmore mit ſeiner Mutter nach St. Grellan, um die von den Großtanten ihm hinterlaſſenen Güter in Beſitz zu nehmen. Die eigentlichen Stammgüter der Familie waren gleich nach dem Tode des un⸗ glücklichen Lords Inchiquin der Krone unwiderruflich anheimgefallen. 3

Nun, ſei mir gegrüßt auf Irlands Boden, Lieb⸗ ling meiner Seele, ſagte Lady Arranmore, als Arthur am erſten Morgen nach ihrer Ankunft in das Frühſtückzimmer trat, und küßte ihn zärtlich auf die Stirn.O, Vaterland, fuhr ſie mit bewegter Stimme fort,wie biſt du doch ſchön! Mein Herz, theurer Sohn, hängt mit tauſend unzerreißbaren Ban⸗ den an ſeiner grünen Herrlichkeit, es iſt eine Pflanze ſeiner Triften, eine Blume ſeiner Berge und Felſen. Italien iſt ſchön, aber Italien iſt nicht mein Vater⸗