Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
403
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ſich ein blühender Jüngling von der Terraſſe auf den Balcon. Auch ein nicht ſehr kundiger Phyſiognom würde in dem ſchmucken, etwa 16 jährigen Burſchen ſofort den Sohn der glücklichen Gatten erkannt haben, die mit noch verſchlungenen Händen dem ſo unver⸗ vofft Eingetretenen freudig entgegenlächelten. Nach⸗ dem er den Vater militäriſch gegrüßt, nahm er aus einer kleinen Reiſetaſche ein verſiegeltes Schreiben, welches er der Mutter überreichte, deren eine Hand er achtungsvoll an ſeine Lippen drückte.

Deine gluͤhenden Wangen und der Staub auf Deinen Kleidern zeigen an, daß Du es eiliger gehabt haſt, Arthur, als der invalide Jacques, dem der Dienſt als Reitknecht anfängt ſauer zu werden.

Das Letztere nicht, lieber Papa! Jacques iſt noch derſelbe muntere Reiter, als Du ihn mir ge⸗ ſchildert haſt aus Deinen Feldzügen. Der Grund, weshalb ich ihm voraneilte, war die auf dem Couvert von mir geſehene Bemerkung Pünctlich und ohne Weiterung vom Poſtamte nach Vitrys.

Sieh mein Lieber, ſagte Lady Arranmore, die ſich erhoben und ihre weiße Hand auf die Schulter des Jünglings gelegt hatte,der Knabe verſpricht ein O'Brien wie ſein Vater zu werden; indem ſie bei dieſen Worten einem ausdrucksvollen Blick ihres Ge⸗ mahles begegnete, bat ſie um Erlaubniß, das an ſie gerichtete Schreiben öffnen zu dürfen.

Wenn es nur kein Geheimniß iſt! bevorwortete Lord Arranmore lächelnd.

Ja, theurer Charles, ſagte die Lady, als ſie

das Schreiben überflogen, mit jenem glockenreinen

Tone in der Stimme, den Lord Arranmore auch damals von ihr vernommen, als ſie geiſterbleich, aber ſchön wie ein überirdiſches Weſen, ſich ihm als ſeine Gefangene im Schloſſe an der Adda ergab ja, lies nur ſelbſt, es betrifft das öffentliche Geheimniß unſrer unendlichen Liebe.

Theure Nichte ſchrieb der vormalige Abbé O'Flaherty, der jetzt faſt hundert Jahre alte Biſchof von Amiensmeine Lebensuhr iſt in ſo raſchem Ab⸗ laufen begriffen, das ich kaum Zeit behalte, meine welt⸗ lichen Angelegenheiten zu ordnen. In Anerkennung der Dienſte, die Du dem heiligen Orden geleiſtet, habe ich Dich zur Haupterbin meines Vermögens ein⸗ geſetzt. Die betreffenden Documente ſind niedergelegt in meiner geheimen Canzlei. Sie werden Dir nach meinem Tode ausgehändigt werden gegen Uebergabe meiner sub sigillo hier beigefügten Namenschiffre. Du weißt, in welcher Achtung ſie ſteht bei ſämmtlichen Mit⸗ gliedern der Congregation. Der heilige Vater hat mich geſegnet vor ſeiner Rückkehr nach Rom. Er hat auch die Congregation vom Heiligen Herzen

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Jeſu⸗ geſegnet, die große Werke vollbracht, als Du, geliebtes Kind, ihre Vorſteherin warſt. Der heilige Vater aber entbindet Dich im reinſten Menſchengefühl aller aus jener Zeit herrührenden Verpflichtungen. Er ertheilt ſeinen apoſtoliſchen Segen Deinem Ehebündniß mit O'Brien, der unbewußt dem Orden gedient durch Dein Zuthun, indem er ſich in Paris mit den Männern verband, die dem damaligen Gewalthaber, ſo viel es in ihrer Macht ſtand, einen feſten Damm entgegen⸗ ſtellten, wo er an menſchlichen und kirchlichen Satzungen ein Aeußerſtes wagte.

O'Brien iſt, wenn auch keiner der Unſrigen geworden, doch trotz aller Verſuchung, die ihm aller⸗ letzt noch in der Perſon von Lady Albans in Irland nahe trat, ein treuer Sohn der herrſchenden Kirche geblieben. Durch Eure Liebe aber iſt auch der grauſige Fluch gelöſt, der länger als ein Jahrhundert über dem Hauſe der O'Brien gelaſtet, und die Feindſchaft

gehoben, welche eben ſo lange die älteſten Familien

in St. Patriks geſegnetem Lande die Flaherty's und die O'Brien zum Nachtheil des Königreiches fern von einander gehalten hat.

Für ſich hatte Lord Arranmore bis zu Ende geleſen; ſchweigend reichte er das Schreiben ſeiner Gemahlin zurück. Arthur hatte ſich entfernt, um Jacques, der eben angekommen war, ſeinen warm gerittenen Pony zur Pflege an's Herz zu legen. Da erhob ſich Lord Arranmore, blickte lächelnd in der Gattin großes leuchtendes Auge und zog ſie mit dem linken Arm an ſeine Bruſt. Dann erhob er den Zeigefinger der Rechten und ſprach, im Scherz drohend, kaum hörbar die Worte:Und doch hat meine Ellen trotz aller Dispenſe noch ein großes Geheimniß für ſich behalten ſie hat mir nicht geſagt, was der Fürſt de Ligne, Dein geiſtreicher Bewunderer, mir eines Tages in Wien vertraut, das Geheimniß, was ich ſeit⸗ dem für mich behalten daß Lady Ellen O'Flaherty in Rom die Hand des vielgeltenden reichen Prinzen Dandolo ausgeſchlagen.

Der römiſche Principe Dandolo, beſter Charles, genügte dem Stolze einer O'Flaherty nicht. Mir war es um einen O'Brien zu thun, den allerletzten der iriſchen Barone, entgegnete lachend die immer noch ſchöne Frau, indem ſie den Kopf ihres Gemahles in beide Hände nahm und deſſen hohe Stirn küßte.

O, jetzt nicht mehr der Letzte, theures Weib! Sieh, dort kommt er, der blühende Erbe eines alten Namens, den ich ihm unter allen als meinen größten Schatz hinterlaſſe, und aus den Augen Arthur's, der eben in das Zimmer trat, ſpiegelte ſich das tief von ihm empfundene Glück, der Sohn ſolcher Eltern zu ſein.

Gott erhalte ihn, uns zur Freude und dem