zulöſchen.„Meine Herren, ich meine den Kampf der öffentlichen Meinung!“
„Ja, das iſt es, durchlauchtiger Herr!“ ſprach Arranmore, vor dem edeln Fürſten, als dem Dol⸗ metſcher ſeiner eigenen Gedanken, ſich tief verbeugend,— „und habe ich mir eben erlaubt, Herrn von Talleyrand meine Vorſchau in Betreff der Zukunft ganz unver⸗ hohlen mitzutheilen.“
„Gewiß, mein Fürſt,“ wandte ſich der biegſame Erzkanzler zu dem aufhorchenden Greiſe,„wird die Zukunft die Saat zur Reife bringen, die man gegen⸗ wärtig in Wien bemüht iſt, mit vollen Händen aus⸗ zuſtreuen.“
„Wahren Sie ſich alſo vor dem Unkraut im Weizen, Herr Erzkanzler,“ erwiderte der Fürſt, indem er ihm lächelnd mit dem Finger drohete und ſich dem Salon zuwandte, wo einige hohe Damen verſammelt waren, die ſich beeiferten, Lady Arranmore, der an⸗ muthigen britiſchen Lady, wie ſie allgemein in den Cercles genannt wurde, Liebes und Schönes zu ſagen, woran der wackere Gemahl nicht den kleinſten Antheil hatte.—
Es war am frühen Morgen, nach einem jener luxuriöſen Feſte, bei denen die damals in Wien ver⸗ ſammelten hohen Diplomaten nach des Tages ge⸗ ſchäftigem Nichtsthun die Nächte verbrachten, als Talleyrand und Lord Caſtlereagh, trotz des erhaltenen Gegenbefehls, von ihren Kammerherren aus tiefem Schlafe erweckt wurden. Unwillig fuhren die Excel⸗ lenzen empor; aber ihr Zorn verſtummte, ſobald ihre Blicke kaum den Inhalt der durch Couriere überbrachten Depeſchen überflogen hatten. Dieſer enthielt nur die wenigen, aber inhaltsſchweren Worte:„Der Kaiſer! Gelandet in Cannes, im vollen Marſche auf die
Hauptſtadt!“
Wie ſchnell die diſſentirenden Diplomaten noch am ſelbigen Tage einſtimmig wurden, wie ſtatt der Staatskaroſſen der Monarchen und ihrer beſternten Geheimräthe, die Feldequipagen der hohen Häupter und ihrer Adjutanten die Straßen der Kaiſerſtadt nach allen Richtungen durcheilten, iſt bekannt.
Am dritten Tage nach Ankunft der Schreckens⸗ poſt verließ Lord Arranmore in Begleitung ſeiner Gemahlin Wien. Wenn die anweſenden Franzoſen der Meinung waren, daß der ehemalige General O'Brien ſich nach Paris begebe, um ſich von der Tapferkeit der Prinzen zu überzeugen, denen der König die Beſchützung des kaum wiedererlangten Thrones anvertraut hatte, ſo war dieſe Vermuthung nur auf Lord Arranmore's Aeußerung begründet:„Die Genialität des Kaiſers hat mit dieſem kühnen Handſtreiche ihr Ende ggenommen; ſehen wir, was ſeine Nachfolger thun!“—
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.402 Novellen⸗
Zeitung.
Die nach der Schlacht von Waterloo erfolgende Auflöſung des tapferen Heeres, in deſſen Reihen der General O'Brien an ſo manchem glänzenden Siege Theil genommen, der ſich immer mehr bemerklich machende Verrath der Anführer, die ſpäteren Hinrichtungen von Ney und Labedoyere, denen Beiden er wegen ihres Kaiſerenthuſiasmus ſeine Bewunderung nicht verſagen konnte, waren für Lord Arranmore eben ſo viele Be⸗ weggründe, ein Reich für immer zu verlaſſen, welches Ludwig XVIII. ohne Hülfe fremder Bayonnette weder zu übernehmen, noch zu erhalten vermocht hatte.
Lord Arranmore war der beſchaulichen Ruhe be⸗ dürftig nach den langen Stürmen des Lebens. Italien ſchien ihm das geeignete Land dazu, da ſie ihm das eigene Vaterland als politiſch Verbannten nicht ge⸗ währen konnte. Lady Arranmore hatte außer dem milden Klima auch die' Kunſtſchätze eines Landes lieben gelernt, wo ſie die ſo geheimnißvolle Zeit ihrer Jugend verlebt hatte. Der Lord, welcher eine Sym⸗ pathie für Rom behalten, ſeit er zuerſt die Zauber⸗ klänge aus dem Geſange der Geheimnißvollen ver⸗ nommen, ſchlug der geliebten Gemahlin eines Tages die ewige Stadt als künftigen Aufenthaltsort vor.
„O nein, nicht Rom, theurer Charles, ſeit Deine Anſichten über gewiſſe Dinge die meinigen geworden, ohne dem Glauben abzufallen, dem wir Beide angehören. Laß uns Florenz wählen, die kunſtliebende Stadt am Arno, für die mein Herr und Gemahl ja einmal ein wenig geſchwärmt hat. Du weißt noch die Zeit, Theuerſter, die ich meine— war es nicht die, welcher Du erwähnteſt, als Du Lord Walter warnteſt, einem gewiſſen ätheriſchen Weſen zu nahen, das Dir, einge⸗ hüllt in tiefes Geheimniß, gefährlich zu——“
Lord Arranmore ſchnitt die weitere Rede durch einen Kuß ab und ſchloß die Frau ſeines Herzens in ſeine Arme. So ſaßen ſie längere Zeit, die Gegen⸗ wart vergeſſend, in ſüßer Erinnerung an die räthſel⸗ hafte, an Wundern ſo reiche Vergangenheit. Die ſinkende Sonne vergoldete die Fenſter des traulichen Gemaches. Es war faſt eine Beleuchtung wie am Abend, als die barmherzige Schweſter durch die halb⸗ geöffneten Vorhänge die Athemzüge eines Schwer⸗ kranken belauſchte, der Aufnahme und Pflege in der Abtei zu Cong gefunden hatte. Um die Aehnlichkeit mit jenem Abt zu erhöhen, ließen ſich auch die Töne eines Geſanges draußen vernehmen; doch waren es diesmal nicht die Trauerklänge des Cavine, des iri⸗ ſchen Todtengeſanges—— nein!„ou peut on étre mieux, qu'au sein de sa famille“ flang es von der Terraſſe hart unter dem Fenſter aus einer kräftig jugendlichen Bruſt, und im nächſten Augenblick ſchwang
Deinen Klden haſt, Artbur Dienſ us Re „Das Le noch derſelbe ſcidert daſt weshalb ich von mir ge⸗ Weiterung n „Sieb ſic erhoben des Jünglin ein O'Brien 1 dieſen Worte mahles begeg gerichtete Se „Wenn Lord Arrann „Ja, th das Schreide Tone in de damals von ſchön wie ei Gefangene „ja, lies nuu unſrer unen „Theu OFlaherty, von Amiens laufen begrij uiten Angel der Deuſte habe ic di geſetzt. D in meiner meinem T meiner sul weißt, in gliedern d mich geſeg hat auch


