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Eine Mlochenchronik für Jiteratur, Kunst, ſchäne Mliſſenſchuſten und Geſellſchaft.
Erſcheint regelmäßig jeden Freitag.
Leipzig, am
Abonnementspreis jährl. 5 ½ Thlr.
29. Juni 1866.
Ein iriſcher Baron.
Hiſtoriſche Novelle aus der Zeit des Conſulats und des erſten franzöſiſchen Kaiſerreiches von. E. Heufinger. (Schluß.)
Es wird aus dieſer intereſſanten Zeit eines Ge⸗ ſpächs gedacht, welches Lord Arranmore im Hötel des Fürſten mit Talleyrand hatte. Der Erzkanzler hielt die Herſtellung eines möglichſt abſoluten König⸗ thums in Frankreich für eine gebotene Nothwendigkeit. Der Lord remonſtrirte dagegen um ſo eindringlicher, als Talleyrand in ſeiner gewohnten, ruhigen und gefügigen Weiſe nicht allein die Vortheile aufzählte, welche Frankreich aus ſolcher Regierungsweiſe reſultiren würden, ſondern auch des europäiſchen Gleichgewichtes gedachte, welches ohne abſolute Regierung in Frank⸗ reich von keinem Beſtand ſein würde.— Der geniale Fürſt, dem die in den poliſchen Cirkeln faſt täglich
gehörten Widerſprüche nicht ſelten zur Zielſcheibe ſeines ſcharfen Witzes dienten, trat, aufmerkſam ge⸗ worden durch die lebhaft gewordene Unterhaltung, aus einer Fenſterniſche, wo er ohne zu unterbrechen den Zuhörer abgegeben hatte, den Sprechenden näher. Lächelnd ſagte der Fürſt, ſobald er den Gegenſtand der Debatte vernommen:„Meine Freunde, Sie werden einem alten Manne ſchon geſtatten, ſeine Meinung abzugeben, ohne dabei irgend welche Anſprüche zu zu erheben.“.
Die beiden Herren verbeugten ſich, und mit einem ſonſt an dem Fürſten nicht gewohnten Ernſt fuhr er fort:„Aus der Art und Weiſe, wie die verſammelten großen und kleinen Herren Diplomaten bisber vor⸗ gegangen oder noch vorzugehen Willens ſcheinen und zwar mit dem Grundgedanken, von dem ein großer Theil dieſer Herren inſpirirt iſt— durch Rückführung antiquirter Formen den ewigen Frieden machen zu wollen, glaube ich, ohne ein Prophet zu ſein, die Vorbedeutung einer Kriegsflamme zu erkennen, die alle Waſſer des Oceans nicht vermögend ſein werden, aus⸗
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