Novellen
das Gebäude ſelbſt, und 10 Ellen tief, ſo haben wir als vollſtändige Länge 70 Ellen, etwa 100 Fuß auf 30 Fuß Breite und 45 Fuß Höhe— ſehr mäßige Ver⸗ hältniſſe, ähnlich denen einer Dorfkirche und nicht mit denen des Kölner Doms oder der Peterskirche zu vergleichen.
Es war nämlich ein Heiligthum, deſſen Zugang unterſagt, und das nicht wie unſere Kirchen beſtimmt war, die Menge der Bekenner zu faſſen. Die Prieſter allein betraten es nach ihrer Ordnung, um den Weih⸗ rauch auf dem Altar anzuzünden, die Schaubrode auf den Tiſch zu legen und das aromatiſche Oel in den ſiebenarmigen goldenen Leuchter zu gießen. Das Allerheiligſte, der hinterſte Theil des Gebäudes, war ſogar nur dem Hohenprieſter zugänglich. Er allein betrat es einmal im Jahr, um den Gnadenſtuhl mit dem Blute der Opfer zu beſprengen.
Bedurfte nun das Haus des Herrn keines großen Umfangs, da ſein Zweck kein praktiſcher, ſondern ein ſymboliſcher war, ſo mußten dagegen die es umgebenden Vorhöfe große Mengen faſſen können; denn der Tempel Jeruſalems war nicht nur Tempel einer Stadt, ſon⸗ dern Tempel eines ganzen Volkes; es kamen die Israeliten von allen Weltenden, um dort an den Feſten anzubeten..
Man umgab daher das Haus mit Vorhöfen, wovon der innerſte den Prieſtern, der zweite dem Volk und der äußerſte den Frauen beſtimmt war. Den Vorhöfen wie dem Tempel waren noch andere Zimmer und Gebäude angehängt, in denen die heiligen Gefäße und der Schatz aufbewahrt wurden, und wo die Prieſter und Leviten, die gerade am Heiligthum dienten, wohnten. Unter dem Schatten weiter Hallen lehrten und ſtritten die Schriftgelehrten, ſannen die Weiſen, beteten die Frommen. Durch Jeremias wiſſen wir, daß ſogar ein Gefängniß im Tempel war.
Man ſieht, es war eine Welt im Kleinen, der Andacht der Israeliten zu jeder Stunde offen. Dieſe Area war heilig, und oft ertheilte man auch ihr im allgemeinen Sinn den Namen Tempel, Haus des Herrn. Hier in dieſen Vorhöfen hielt ſich Jeſus als Kind während dreien Tagen auf, mit dem beſchäftigt, was ſeines Vaters war, hörte den Gelehrten zu, befragte ſie und ſetzte ſie durch ſeinen Verſtand und ſeine Antworten in Staunen. Hier war es, wo er ſpäter, von ſeinen Jüngern umgeben, ſeine Tage verbrachte und, in der Halle Salomo's einherwandelnd, das Volk belehrte und mit den Phariſäern und Schrift⸗ gelehrten ſtritt, wie einſt Sokrates unter den Portiken der Agora. Hier auch verſammelten ſich einmüthig die erſten Chriſten, unter denſelben Hallen, wo ihr Meiſter
ZJeitung⸗
gelehrt hatte, um ſein Werk fortzuſetzen und von ſeiner Auferſtehung zu zeugen.
Ich erinnerte abſichtlich an die zwei verſchiedenen Bedeutungen, welche die Schrift dem Namen Tempel giebt; denn vor Allem muß man ſich verſtehen, und wenn man nun fragt: was bleibt vom Tempel? ſo können wir getroſt antworten, daß im engeren Sinu des Wortes, d. h. vom Haunſe ſelbſt, nichts, gar nichts übrig iſt, ebenſo wenig als von den es einſt um⸗ gebenden Gebäuden. Die vom Herrn ausgeſprochene Weiſſagung iſt wörtlich erfüllt: nicht ein Stein iſt auf dem andern geblieben.— Spricht man jedoch von der Area, von der Terraſſe des Berges Morija, auf welcher dieſe verſchiedenen Gebäude ſtanden, ſo kann man im Gegentheil antworten, daß ſie noch beſteht, und wahrſcheinlich wenig verändert ſeit Chriſti Zeiten.
Auf drei Seiten jedenfalls bleibt kein Zweifel, daß die modernen Mauern auf den ächten antiken Unterbauten ruhen. Die Grenzen des jetzigen Harams ſind von dieſen drei Seiten zuverläſſig die des Tempels. Die modernen Gebäude, welche auf der Nordſeite ſich an die Mauer anlehnen, geſtatten nicht, dies auch hier mit gleicher Gewißheit feſtzuſtellen. Doch iſt es ſehr wahrſcheinlich.
Die Kirche des heiligen Grabes liegt im chriſt⸗ lichen, das heißt nordweſtlichen Stadtviertel; ſie beſteht aus drei verſchiedenen Kirchen, welche ſo mit einander verbunden ſind, daß ſie ein Gebäude ausmachen. Das Ganze iſt dergeſtalt von Klöſtern umringt, daß nur eine Eingangsthüre frei bleibt; man gelangt durch einen kleinen Hof zu derſelben, und nur von hier aus kann man die Kirche betrachten.
Weſtlich von dieſem einzigen Eingang befindet ſich das Hauptſchiff, die eigentliche Grabeskirche. Es iſt eine weite, hohe Rotunde, gleich der des Pan⸗ theons in Paris; das Licht fällt durch die Kuppel. Rund umher Säulen; in der Mitte eine ſchwarze Marmorkapelle mit dem Grab des Herrn.
Oeſtlich, alſo rechts von der Thüre, liegt die Calvarienkirche: man ſteigt auf einer engen, ſteilen,
achtzehn Stufen hohen Treppe zu ihr hinan. Ich
enthalte mich, alle Altäre, alle denkwürdigen Orte, welche man den andächtigen Pilgern bezeichnet, zu beſchreiben. Sie würden, auch ſelbſt glaubwürdig, der Erhabenheit dieſer Erinnerungen nichts beifügen. Hier erblaßt Geſchichte ſowohl als Sage. Als man mir auf der Schädelſtätte die jedenfalls ächten Gräber Gottfried's und Balduins zeigte, erregten ſie, ich geſtehe es, mein Intereſſe kaum mehr, als das Loch nahe dabei, in welchem man den Schädel Adams gefunden haben will.
Die dritte Kirche hingegen liegt viel niedriger
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