Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
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Säa ½ Dierle dah welchem Tage die Gegenrevolution erfolgte, die mit Robespierre's Tode beendigt wurde. auagtri 4Viele Wochen nhie vaneaſen die ui d ritt 4 gebliehenen Gefangenen, bis eine Schweſter vom milden vedſen, Orden der Barmherzigen, welche ſelbſt dann noch fort⸗ in ein beſtanden, als die Religion bereits aufgehört hatte

ded zu exiſtiren, es unternahm, ſich nach den Schlachtopfern

b umzuſehen, welche das Ungeheuer Robespierre noch duhr Her in vielen Kerkern zurückgelaſſen hatte. So erlangte .8. die unſer viel beſprochener General nicht allein die Frei⸗ und noch heit, ſondern er entdeckte auch bald darauf in dem gegenwärtigen alten Biſchof von Amiens, dem be⸗

e ſämmt. rühmten Abbé O'Flaherty, der einen ſo großen Ein⸗ he nach fluß auf den Convent ausübte einen Verwandten ilkolman) ſeiner Famili Man kann nicht leugnen, daß Monſieur O'Brien ni ohne Geiſt iſt und daß er als populairer

Schriftſteller ein vorzügliches Talent beſitzt. Er er⸗

hielt deshalb auch ſogleich eine Anſtellung, wurde

zuu nacheinander der rathgebende Secretair von Camba⸗ st ein cères, Boiſſy d'Anglas, Carnot und anderen Männern,

3 die ſich jetzt conſtitutionelle Liberale nennen. Aber 6 dieſe Herrlichkeit dauerte nur kurze Zeit. Die roya⸗ . 22 liſtiſche Reaction brach aus und erhielt die Oberhand. .8. 1 Da ließ ſich der räthſelhafte Mann beigehen, dagegen⸗ erzählen zu inſurgiren und entging nur mit großer Noth der ihm die Deportation.

O Brien endlich nattehen hake daß die me Soit beſtehenden Einrichtungen nur zeitweilige waren, daß t etwas auf Erden eigentlich nichts Beſtand hat, als 3 Kampf d

und Krie rtauſchte der moderne Alcibiades ſeinen indem Senatsſitz mit dem Schlachtfelde, und hier ſtand er Genaßl zum ſeMan auf dem rechten Platze. Die Armee . war ſein Beruf. Er lebte fortan nur unter dem Zelt⸗ dupeſe dache oder unter Gottes freiem Himmel, und zeichnete im den ſich dermaßen neden Feldzuge aus, daß er vom fehee Freiwilligen Gene allieutenant d der Republik geworden M te iſt, wie Sie ſehen. Bereit⸗. 4Jetzt wagt er neuerdings wieder Alles, indem er uuſer* ſich jedem Verſuche des er Conſuls widerſetzt, die llanddet Befellige Ordnung nchtle Facon wieder herzuſtellen. wui eneral,» ſagte di unmittelbar nach der Cere⸗ brach 8 monie, welche bei Gelegenheit der Inauguration des 11 Concordats in Notre Dame ſtattfand ⸗wie hat Bri Ihnen die Feier gefallen? er aßsUnd was glauben Sie wohl, gnädige Fürſtin, war die Erwiderung jenes heißblütigen Irländers?

dier gat

«Es fehlten dabei nur eine Million Menſchen, welche getödtet wurden, um das zu zerſtören, was Sie jetzt wiederherſtellen. Und doch ſteht dieſer Mann im

höchſten Rufe und geht mit

Cabanis und alan eutenden Philoſophen und Gelehrten um. que ces Sens Aerrit sont bétes!

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Folge.

Die Fürſtin ſowohl als der Lord hatten ihre Augen von dem Gegenſtande der Erzählung nur ab⸗ gewendet, um bedeutungsvolle Blicke mit einander zu wechſeln. Sie hatten bei Nennung des Namens den Nachfolger des unglücklichen Lord Arranmore wieder⸗ erkannt. Obgleich ſein erſter Jugendglanz verblichen war, ſo entdeckten ſie doch in ſeinen ernſten Geſichts⸗ zügen jene hohe eigenthümliche Schönheit, das Kenn⸗ zeichen einer edlen Seele wieder, welche zuerſt die Aufmerkſamkeit der ſchönen Gräfin St. Alban, bei Gelegenheit einer Revue im Phönixparke, wo er die Freiwilligen befehligte, in ſo hohem Grade erregt hatte, daß ſie von dem Augenblicke ſeine Beſchützerin wurde.

Der düſtere Schatten auf ſeiner Stirn, welcher dort mit ſeltenen Ausnahmen ſtereotyp zu thronen ſchien, verſchwand jedoch wie leichtes Gewölk vor der Morgenſonne, als er einer ſchönen Dame die Hand reichte, die jetzt am Arme eines Herrn in Civilkleidern in die Loge trat.

Bei Gott, ein himmliſch ſchönes Weſen! rief Lord Kilkolman,welch maleriſcher Anzug! Sie gleicht der Sonnenprieſterin in der neuen Oper.

An, voilà, la fin du roman! ſagte der Graf, indem er aus einer prachtvollen Tabatière eine Priſe nahm.Madame Buonaparte wird der gute Stern, die Sonne meines Herrn genannt; die Dame dort iſt des Generales böſer Stern. Sie iſt es, die ihn leitet, die Veranlaſſung ſeiner fortwährenden Oppoſition gegen den erſten Conſul..

Sie haben wohl die Güte, uns das näher zu erzählen, lieber Graf rief die Fürſtin, indem ſie wieder mit neuem Intereſſe und ſichtbarem Ernſt dem Gegenſtande ihrer Aufmerkſamkeit den Blick zuwandte.

Herr v. Vaudremont verbeugte ſich und fuhr fort:Einige wollen, und ich glaube nicht mit Un⸗ recht, behaupten, daß jene ſchöne Prieſterin der Sonne niemand Anderes iſt, als die soeur grise, welche den General in die Freiheit zurückführte. Allgemein aber iſt es bekannt, daß ſie die Dame von Lodi iſt wie ſte in einem über den Vorfall geſchriebenen Vaude⸗ ville genannt wird, dieſelbe, welche ſich in ihrem Schlößchen an der Adda, wo ſie ſich, als das Haupt einer einflußreichen religiöſen Verbindung von der Welt in gänzlicher Abgeſchiedenheit lebend, ſo helden⸗ müthig mit ihrer Dienerſchaft vertheidigte. Die Dame iſt ungeheuer reich und erbt überdies noch das ſehr bedeutende Vermögen ihres Onkels, eines ehe⸗ maligen Jeſuiten, deſſen Name jetzt wieder in den höchſten Kreiſen häufig genannt wird.

Als das Schloß von einer unſerer Streifpar⸗