Feldzuge, obgleich er, wie Sie bemerkt haben werden,
St. Albans! Er hat ſich wohl etwas verändert, aber
gegnete der Lord.—„Aber es iſt dennoch auch wieder unmöglich, rein unmöglich,“ ſetzte er gleich darauf
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wenigſtens hat, oder will er vielmehr, viel Aehnlich⸗ keit mit dem in jeder Hinſicht berühmten athenienſiſchen Feldherrn haben. Er hat als Philoſoph, Staatsmann und Feldherr in kurzer Zeit eine Rolle geſpielt. Dabei iſt er, wie Sie, meine Gnädigſte, bemerken werden, in der That eine nicht übele Figur.“ „Aber wer iſt er?“ fragte die Fürſtin zum andern Male, indem ſie fortwährend das Glas auf den Gegen⸗ ſtand ihrer Neugierde gerichtet hielt. „Il est un des nos généraux malins, ein verdächti⸗ ger General. Er gehört einer Partei an, die eben ſo ſehr gegen die Royaliſten als gegen die Jacobiner eifert, obgleich es der erſte Conſul in ſeiner Weisheit für nöthig erachtet, die Parteien zu verſchmelzen, was ſchon daraus hervorgeht, daß er Talleyrand und Fouché, zwei Männer von ſchroff einander entgegenſtehenden Meinungen, in ſeinem geheimen Rathe angeſtellt hat.“ „Aber mein Gott, wer iſt er?“— fragte die Fürſtin in einem faſt heftigen Tone, während ihre Neugierde immer ſchmerzlicher auf die Folter geſpannt wurde. „Er iſt einer der Helden aus dem italieniſchen
nicht mit dem croix d'honneur geſchmückt iſt. Er ſteht an der Spitze derjenigen Officiere, welche dem neuen Inſtitute den heftigſten Widerſtand entgegengeſetzt haben. Dieſer General hat neulich die Unverſchämtheit ſo weit getrieben, dem erſten Conſul zu ſagen, daß er dergleichen Auszeichnungen für den Köder des Despo⸗ tismus halte, worauf jener lächelnd erwiderte: Eh bien 1n c'est avec des hochets, qu'on a toujours mené les hommes-.“
„Aber ſeinen Namen,“ rief die Fürſtin,„erſt ſeinen Namen, dann ſeine Lebensbeſchreibung, wenn ich bitten darf. Alſo ſeinen Namen!“
„General O'Brien, ein geborener Irländer. O, Durchlaucht, wir haben dieſer Irländer ſo viele, als wenn ſie geregnet wären.“
Die Fürſtin, ſelbſt eine Irländerin, zuckte bei dieſer zarten Bemerkung, mehr aber noch bei Nennung des Namens zuſammen. Nachdem ſie einige bedeu⸗ tungsvolle Blicke mit Lord Kilkolman gewechſelt, deſſen Lorgnon bisher der Richtung des ihrigen gefolgt war,— flüſterte ſie ihm in engliſcher Sprache zu: „Ich ahnete es faſt, der einſtige Protégé von Lady
zus nicht zu ſeinem Nachtheil.“ „Auf Ehre! ich glaube es jetzt faſt ſelbſt,“ ent⸗
hinzu;„der junge Mann, der eben erſt anfing durch
„Zeitung.
der ſollte, bei Buonaparte's ſo viel bewundertem Scharf⸗ ſinn, General ſein in der republikaniſchen Armee— das iſt unmöglichl,?!. T. „Eben wegen des Conſuls Menſchenkenntniß halte ich es einfach für möglich, und es iſt nicht ſo leicht, einen O'Brien mit einem anderen zu verwechſeln.“ „Noch ihn zu vergeſſen,“ ſagte der Lord in etwas ironiſchem Tone. „Ces Irlandois se fourrent partout,“ fuhr Herr von Vaudremont fort.„Da haben wir z. B. die Generäle Clarke, Lawleß, Harty, Kilmaine und noch
viele audere.“—
„Wenn ſie zu Hauſe blieben, riskirten ſie ſämmt⸗ lich gehängt zu werden, gleich denen, welche nach Spanien auswanderten,“ murmelte Lord Kilkolman nur der Fürſtin verſtändlich.„—
„Plait-il?“ fragte der Exgraf.
„„.— wenn ſie in der Heimath geblieben wären.“
Eh, sans doute, es ſind ſehr brave Leute, z. B. General Clarke; der vom ſimpeln Lieutenant...“
„Nichts vom General⸗Clarke, mon cher; erzählen Sie uns vom General O'Brien“— fiel ihm die Fürſtin ungeduldig in die Rede.
„Et voila les femmes, qu'un homme soit beau“— bemerkte jetzt ſeinerſeits der Fürſt etwas froſtig.—
»„Eh bien“— unterbrach ihn die Fürſtin, indem ſie ſich nach einem ſüßen Lächeln von ihrem Gemahl wieder zum Grafen wandte. 1 „Nun, Madame, der General iſt der vollkommene Held eines Romans. In Irland war er kaum dem Galgen entgangen— wie mir von einem ſeiner Landsleute erzählt wurde— denn dieſe Herren haben immer einen coup de patte für einander in Bereit⸗ ſchaft. Aber gleichviel; durch einen Sturm an unſere Küſten geworfen, nachdem er aus ſeinem Vaterlande auf einem winzigen Schiffchen entflohen war, wurde er als Spion aufgegriffen und nach Paris gebrach Hier vermochte er nicht genügende Auskunft ü ſeine Perſon zu geben, und überdies wurde ein Brief des Prinzen de Ligne bei ihm gefunden, der als Ariſtokrat, trotz aller ſeiner Gelehrſamkeit, hier gar ſehr verrufen iſt. Das waren Gründe genug, il einem Bewohner der Conciergerie zu machen. wurde nach kurzem ſummariſchen Verhör veru und der nächſte Morgen war dazu beſtimn einen Geſchmack unſerer Guillotine zu geben.
ſeine politiſche Stellung in Irland bekannt zu werden,
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licherweiſe war jener Morgen der 9. Thermidor, an
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„O, ganz und gar nichts,“ lispelte die Fürſtin lächelnd.„Mylord beliebte nur zu bemerken, daß alle dieſe Herren nach Verdienſt würden erhöht ſein,
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