Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
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ſchwemmt und der Grund an manchen Stellen bis zu dem Subſtrat von Thon weggewaſchen, als wenn Wolkenbrüche. niedergeſtürzt wären und Waſſerſtröme das Erdreich wegge⸗ ſchwemmt hätten.

Ein vollſtändiger Bericht über die durch dieſen Tornado angerichtete Verheerung kann noch nicht gegeben werden, aber man berechnet, daß nicht weniger als tauſend Menſchen dadurch getödtet oder gefährlich verletzt worden ſind. Aus den folgenden Angaben läßt es ſich erkennen, daß dieſer Wir⸗ belwind das heftigſte und zerſtörendſte Phänomen geweſen iſt, das ſich denken läßt.

Joſeph Harper wurde tödtlich verletzt, drei ſeiner Töchter gänzlich getödtet und fünf andere Mitglieder ſeiner Familie tödtlich verwundet. Sein Haus und ſein ganzes Eigenthum wurde gänzlich mit fortgeführt und nichts davon wieder auf⸗ gefunden. Ein ganz mit Säcken Mehl beladener Wagen wurde von dem Tornado mit fortgenommen, und auch davon hat ſich keine Spur wieder gefunden. Mit dem Hauſe wurden 13,000 Dollars mit fortgeriſſen, die ebenfalls verloren ſind. Bayne's Haus wurde ebenfalls mit fortgeführt und in der Luft in Atome verwandelt und ſein großes Waarenlager von Stiefeln, Schuhen und Schnittwaaren über das ganze Land verſtreut.

Esquire Worley hatte neun Kinder, von denen eins getödtet und die übrigen tödtlich verletzt wurden. Die Ge⸗ bäulichkeiten und Alles an der Stelle wurden fortgeriſſen.

Obſtbäume wurden mit den Wurzeln ausgeriſſen und fünf engliſche Meilen mit fortgeführt.

Ein Jeder, der von dem Tornado berührt wurde, war, mochte er am Leben geblieben oder getödet worden ſein, ganz ſchwarz, als ſei er mit Ruß gefärbt.

Kühe, Schweine, Ackerbaugeräthſchaften wurden in einigen Fällen in einer großen Entfernung aufgefunden. Natürlich wurde auf dem Wege, den der Tornado einhielt, faſt der ganze Viehſtand getödtet.

Herr Brill gehörte zu den Glücklichen, die den Tornado in einer kleinen Entfernung vorüberziehen ſahen, und er kam mit einem kleinen Verluſt davon.

Die braſilianiſche Mörderbande der Kopffechter.

In einem ethnographiſch wiſſenſchaftlichen Werke über Braſilien erwähnt Tſchudi neben ſo manchen Unſicherheiten und Seltſamkeiten jenes kaum halb kultivirten Staates auch der unter der obigen Aufſchrift bezeichneten Landplage, die ſich ſogar in der Hauptſtadt Rio de Janeiro gefürchtet macht. Es ſind die bei uns noch kaum bekannten Capoeiras.

Dieſe Capoeiras*), deren ſcheußliches Treiben Capoei⸗ ragem genannt wird, ſind entweder Mulatten, freie Neger oder Sklaven und bilden einen Mörderverein der eigen⸗ thümlichſten Art. Manche Anzeichen laſſen vermuthen, daß ihre Verbindung nach gewiſſen geheimen, wenn auch höchſt einfachen Statuten organiſirt und geleitet iſt. Ich habe indeſſen darüber keine Gewißheit erlangen können. Die Capoeiras fangen ihre Carrière als Kopfboxer an. Sie rennen mit den Schädeln gegeneinander, weichen ab, greifen wieder an und kämpfen ſtoßend oft ſo heftig, daß der eine oder andere todt auf dem Platze liegen bleibt. An Sonn⸗ und Feſttagen, am häufigſten aber bei großen Proceſſionen ver⸗ einigen ſie ſich, beginnen bei paſſender Gelegenheit mit Kopf⸗

.3*) Capoeiro heißt im Portugieſiſchen eigentlich einGeflügel⸗ ieb,

Novellen⸗Zeitung.

fechten, montiren ſich dabei, bis ſie in eine Art blinde, thie⸗ riſche Wuth gerathen und durchziehen dann wie Beſeſſene die Straßen, um einen unbezwinglichen Mordtrieb zu befriedigen. Treffen ſie dabei einen Sklaven, der ſchlecht bei ihnen an⸗ geſchrieben ſteht, weil er entweder ihrer Verbindung nicht beitreten wollte, oder den ſie als Verräther betrachten, ſo iſt er unrettbar dem Tode geweiht. Es beginnt nun eine wü⸗ thende tolle Jagd. Der Bedrohte ſucht zu entfliehen, die Capoeiras verfolgen ihn, verwunden ihn, jagen ihn wieder auf, verwunden ihn wieder, ohne ihm den Todesſtoß zu geben und treiben dieſes grauſame Spiel ſo lange fort, bis der Unglückliche, förmlich zu Tode gehetzt, leblos zuſammen⸗ ſtürzt. Kommt ihnen kein ihnen feindlicher Sklave vor, ſo morden ſie den erſten beſten, der ihnen gelegentlich in den Weg kommt, Farbiger oder Weißer, Braſilianer oder Frem⸗ der; morden müſſen ſie. Sie führen weder Meſſer noch Dolche, ſondern lange Nadeln und Pfriemen, die ſie dem Todgeweihten zwiſchen die Rippen ſtoßen. Sind einige Opfer gefallen, ſo ſind auch die Capoeiras ſpurlos verſchwun⸗ den, und oft bedient ein ſolcher Mörder wenige Minuten, nachdem er ſein ſcheußliches Verbrechen begangen hat, ſeinen Herrn mit der unſchuldigſten Miene von der Welt, als hätte er den ganzen Tag das Haus nicht verlaſſen.

Ich ſah einſt an einem ſchönen, mondhellen Sonntag⸗ abend an der Ecke der Rua de Santo Amaro ſich eine Anzahl Neger verſammeln und bald waren ſie unter Gelächter und Lärm im heftigſten Kopfkampfe begriffen. Die Stöße waren ſo heftig, daß man weit weg das Anprallen der Schädel hörte. Ich hielt es nicht für gerathen, bei dieſem mir neuen Schau⸗ ſpiel lange zu verweilen, und eilte, meine Wohnung zu erreichen. Am folgenden Dienſtage las ich in der Gazetilha des Jornal do commercio, daß zwei Tage früher die Capo⸗ eiras zwei Sklaven und einen Freien ermordet haben.

Raub und Diebſtahl wirft man den Capoeiras nicht vor. Den größten Anſtrengungen der Polizei iſt es noch nicht gelungen, dieſe furchtbare Mörderbande auszurotten. Der Capoeiro, der als Mörder ergriffen wird, erleidet Todes⸗ ſtrafe; wenn ihm kein Mord nachgewieſen werden kann, ſo erhält er die ſchärfſten körperlichen Züchtigungen und mancher hat ſchon infolge davon den Geiſt aufgegeben. Selbſt der Vermittelung der angeſehenſten Standesperſonen gelingt es

nur ſehr ſelten, einen Lieblingsſklaven von der ſo ſehr ver⸗

dienten Prügelſtrafe zu befreien, denn gewöhnlich hat er ſie nach ſummariſchem Verfahren ſchon erhalten, ehe ſein Be⸗ ſitzer in Kenntniß geſetzt wird, daß er ſich in den Händen der Polizei befinde.

Die Capoeiras ſollen unverbeſſerlich ſein, und ſelbſt wiederholt hart abgeſtraft der Verbindung dennoch nicht ent⸗ ſagen und das Kopffechten und nachfolgende Mordrennen gewiſſermaßen als Ehrenſache betrachten.

Der Capoeiragem ſcheint mit der Einfuhr von Sklaven gewiſſer afrikaniſcher Stämme auf braſilianiſchen Boden

verpflanzt worden zu ſein. Es erinnert lebhaft an den Todten⸗

lauf auf mehreren Sundainſeln und es dürfte ihm urſprüng⸗ lich eine religiöſe Bedeutung zu Grunde gelegen haben.

Das ſchwüchere Geſchlecht. Ueber dieſen Gegenſtand ſpricht ſichCheſterfield Junior in All the Year Round in folgenden Worten aus: Phyſiſch weniger musculös und, im Allgemeinen ſprechend, weniger kräftig als Männer gebaut, ſind wir ge⸗

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