360 Novellen⸗Jeitung.
Zweifeln oft beunruhigten Herzen wohl. Ihr offenes herzliches Benehmen, mit jener Milde vereinigt, welche aälteren Damen ſtets die beſondere Zuneigung ihrer Umgebung erwirbt, ſtand im grellen Gegenſatz zu der finſteren Hoheit des Abtes von Cong und zu der ſüßlichen Freundſchaft der ihm untergebenen Brüder, deren Worte oft gerade das Gegentheil waren von ihren inneren Gedanken, ſo daß ihr längerer Umgang ihn ſelbſt zuletzt wider Willen zum Heuchler gemacht haben würde.
Es war an der Zeit, wo er von Lord Walter eine Antwort auf den Brief hätte erwarten können, der in ſeiner Ausführlichkeit beſtimmt war, dem Freunde mit der Nachricht über ſeine augenblickliche Situation, auch über des Vaters Antecedentien die Aufſchlüſſe zu geben, die er bedurfte, um über des Baronets künftige Maßnahmen das richtige Urtheil zu fällen. Die in den letzten Tagen im Poſtbureau wiederholt gethanen Nachfragen hatten ſich vergeblich erwieſen. Der Sonntag Morgen war herangekommen und das erſte Kirchengeläute hatte eben begonnen, als Mic Dahn, der vertraute Leibdiener der Tanten, dem Baronet einen großen Brief überbrachte.
„Der Marktkärrner hat ihn von Dublin mitge⸗ bracht,“ ſagte der Diener, und ſetzte wie geheimnißvoll mit gedämpfter Stimme hinzu:„Er reichte ihn am frühen Morgen vor, weil er bei ſeiner ſpäten Ankunft geſtern Abend keine Unruhe im Hauſe machen wollte. Bei allen Heiligen aber hat er mich beſchworen, ihn nicht etwa wegen der Poſtdefraude zu verrathen.“
O'Brien, der ſogleich Lord Walters Handſchrift erkannte, war über die eigenthümliche Uebermittelung des Briefes nicht wenig überraſcht. Kaum hatte Mic Dahn das Zimmer verlaſſen, als er ſich beeilte, das Convert zu löſen, um die Urſache, aus dem Inhalte zu vernehmen.
(Fortſetzung folgt.)
Ergebung.
Von Bruno Hertel.
. Immer iſt's Leben ſo, Wie wir's betrachten; Freundlich wär's immer, Wenn wir immer lachten. Gütig und mild iſt der Himmel in allen Seinen Geſchicken, ſo bunt ſie auch fallen. Droben der Spender der Freuden und Schmerzen
Immer iſt's Leben ſo,
Wie wir's betrachten;
Schauſt du es düſter an,
Wird es dir nachten. Aber der Sonnen am Himmel gepflanzet, Hat auch die Garben der Freude gebanſet; Voll iſt die Scheuer der göttlichen Gnaden: Hätt' er umſonſt dich zu Gaſte geladen?
Immer iſt's Leben ſo,
Wie wir's betrachten;
Qualen ſind, was wir
Zu Qualen uns machten. Kindlich Vertrauen erhebet die Geiſter, „Sorget nicht,“ ſagte der göttliche Meiſter. Oder vermögen bekümmerte Mienen Freudig dem gütigen Vater zu dienen?
Immer iſt's Leben ſo,
Wie wir's betrachten;
Segen iſt überall,
Wo wir ihn achten; Denn was uns kommt, iſt vom Herrn uns gekommen, Und was uns geht, iſt vom Herrn uns genommen. Dürfen ihm Blinde die Wege verweiſen, Wenn ihn die Engel, die ſchauenden, preiſen?
Immer iſt's Leben ſo,
Wie wir's betrachten;
Nimmer iſt's, wie wir's
Zu bilden gedachten. Er hat den Fuß uns vom Pfade gebogen, Da wir im Wahne auf falſchem gezogen. Faſſe die Leitung und dank' es der Liebe! Hell iſt ihr Auge, das deine iſt trübe.
Immer iſt's Leben ſo,
Wie wir's betrachten;
Merk' es an dem,
Was die Jahre dir brachten!
Haſt du nicht oft dir das Leben verbittert
Und vor dem Segen der Ruthe gezittert?
Er iſt die Huld, und die Huld auch als Geißel; Du biſt der Block und er führet den Meißel.
Literariſche Briefe von Otto gandk.
Literatur und Kultur des neunzehnten Jahr⸗ hunderts. Von J. J. Honegger. Leipzig, bei Weber. Alle richtige Werthſchätzung und Augenmeſſung
Wählet das Beſte für unſere Herzen.
eines Gegenſtandes iſt allerdings immer nur ein Act
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