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und Laien, die ſich wahrſcheinlich, als ehemalige Kämpfer im aufgelöſten Heere des ſpaniſchen Heiligen⸗ helden, vorläufig aus der Armee zurückgezogen haben. Sie ſchienen ſich bis zuletzt in den Stürmen aufrecht erhalten zu haben, die der gewaltige Geiſt des Un⸗ glaubens gegen ſie heraufbeſchworen hat. Allen fern, mehr unter als mit ihnen lebend ſteht mein Groß⸗ oheim, der zeitige Abt, abgeſondert von Allen. Sein despotiſcher, düſterer und ſchwermüthiger Charakter hat von ſeiner früheren Energie nicht viel mehr übrig behalten, als das, wenn gleich ohnmächtige Be⸗ ſtreben, einen Orden wiederherzuſtellen, dem ſein langes ungewöhnliches Leben gewidmet war. Sein bieſiger Aufenthalt ſcheint nur ein zeitweiliger zu ſein, während er die Tage mit ſeinen iſolirten Ge⸗ wohnheiten und dem Drange zu herrſchen in abge⸗ ſchloſſener Hoheit hinbringt, der übrigen Geſellſchaft aber geſtattet, in heiliger Muße ganz nach dem Ritus von Boileau zu leben.—
Bis jetzt haben die Herren noch nicht gewagt, ihr Seminar zu eröffnen, obgleich ſie offen über ihre Miſſion als einen Zweig der rehabilitirten Congre⸗ gation von Stonyhurſt ſprechen. Die Letztere hat unlängſt dem Könige und dem Parlament ihre Er⸗ gebenheit verſichert. Sie wird in den höheren Regio⸗ nen als eine ebenſo loyale als fromme Gemeinde ſehr geachtet, und es ſcheint, als bediente man ſich derſelben mehr noch als der eifrigſten Anhänger der proteſtantiſchen Partei als Gegenmittel gegen die re⸗ volutionaire Propaganda in Irland. Die Jeſuiten werden offenbar von derſelben Regierung in Schutz genommen, welche ſich die Unterdrückung der katho⸗ liſchen Religion zu einer Lebensfrage gemacht hat.
Uebrigens macht mir der Umgang mit dieſen Herren Vergnügen, und thut gerade in dieſem Augen⸗ blick ſowohl meinem Geiſte als meiner Geſundheit wohl. Ihre ungenirten Gewohnheiten ſagen meinen gegen⸗ wärtigen Neigungen zu und befreien mich vom Zwange der Anerkennung ihrer ſehr gaſtlichen Beſtrebungen.
Einige der Herren beſchäftigen ſich wiſſenſchaftlich in ihren Zimmern, andere beſorgen die weitläufige Oeconomie der Anſtalt, oder promeniren im dolce far niente durch die reizende Umgebung der Abtei bis zur Mittagszeit, wo ſich Alle, mit Ausnahme des Abtes, an einer trefflich beſetzten Tafel verſammeln. Abends verſammelt man ſich nach einer leichten aber auserleſenen Collation im Bibliothekſaale zum Cerele, der in ſeiner eigenthümlichen Weiſe mit den geiſt⸗ reichſten der Art in Paris wetteifern kann. Die Bibliothek enthält neben den beſten Ausgaben der alten Claſſiker ein umfangreiches Werk„discours sur les agréments de l'esprit“;„essays sur la delica-
Novellen⸗
Zeitung.
tesse du goùt“, mehrere Abhandlungen„de honesta voluptate“ ꝛc.— und nun können Sie ſich ſchon einen Begriff davon machen, nach welch anderen in⸗ tereſſanten Werken man in dem ausgelegten Catalog ohne irgend welches Bedenken ſuchen kann.—
Bis jetzt hat man noch kein Wort mit mir ge⸗ ſprochen, aus dem ich auf ein Beharren in den Ab⸗ ſichten ſchließen könnte, die mein unglücklicher Vater mit mir gehabt hat. Uebrigens war mein Aufent⸗ halt in der Abtei ſo genau berechnet, daß ich nicht allein in dem ſchönen Zimmer, in welches man mich nach überſtandener Krankheit übergeſiedelt hat, meine Garderobe, Bücher, Schreib⸗ und Zeichengeräth und Alles, was ich in der Wohnung des Collegs zu Dublin zurückgelaſſen, vorgefunden, ſondern man hatte auch die Wände des Gemachs mit den Bildern aller derer meiner Ahnen geziert, die Gründer oder Be⸗ ſchützer von Kirchen und Klöſtern geweſen ſind.
Einige derſelben vermißte ich ſchon längere Zeit in
meines Vaters altem Herrenhauſe, welches mir noch lange in trauriger Erinnerung vorſchweben wird.
Die Neuheit und Friſche von zweien der vorge⸗ fundenen Gemälde bringt mich auf die Vermuthung, daß ſie entweder erſt ganz neuerlich reſtaurirt, oder ganz neu angefertigt ſind. Das eine iſt ein ſehr ausdrucksvolles Bild des Generals Lord Inchiquin, eines renommirten Apoſtaten aus unſerer Familie, der ſich der republikaniſchen Partei unter Cromwell anſchloß. Er iſte in voller Jugendfriſche dargeſtellt, in der phantaſtiſchen Hoftracht Carl's I., an deſſen Hoflager er noch als Kind von ſeinem Vater geführt wurde. Es iſt wahrhaft lächerlich, zu welchen klei⸗ nen Kunſtgriffen die Herren ſich herbeilaſſen— das Bild, obgleich über die Maßen geſchmeichelt, hat eine auffallende Aehnlichkeit mit dem Schreiber dieſer Depeſche. Der junge Lord iſt dargeſtellt an einen Tiſch gelehnt, auf dem ein goldenes Crucifix mit einem an deſſen Fuß angebrachten Täfelchen ſteht, auf welchem die Worte zu leſen:„sub hoc signo vin- ces.“ Das andere Gemälde zeigt die Belagerung des Forts und der Cathedrale von Caſchal durch denſelben abtrünnigen Lord Inchiquin aus der Familie der O'Brien. Hier iſt der Held dargeſtellt auf einem feurigen Schlachtroſſe, mit gezücktem Schwerte, das vom Blute eines zu den Füßen des Pferdes nieder⸗ geſtreckten Biſchofes geröthet iſt. Das Geſicht, wel— ches auf dieſem Tableau keine Spuren von der jugend⸗ lichen Unbefangenheit beibehalten hat, die man auf dem erſten Bilde wahrnimmt, iſt bis zur Unkenntlich⸗
keit entſtellt durch die Wuth der Leidenſchaft. Die
hohen gothiſchen Fenſter der Cathedrale ſind von den
Flammen erhellt, die aus dem Schiffe derſelben her⸗
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Glorie des den grauſigen 5e, henſchändetiſ 42 durch den 6 e5 Sprößlings A 1 Bild fübet de 4 Zerſtörlng unn e brennel, der ſeinen Könige bgefallen;
Das Bild iſ in Dienſte der C ein lac simile i zirungen einer al Paters. Es wa lan' genannt; n Herrenhauſes ger vot mir auf dem
Und jetzt, m Jönen auch über noch gänzlih au meine nächſte Zul ein Stück von de und unklar vor voller Unebenhei rauſchende Berg durch ſie bdin; ſelben Jeit gen ichrefegr, ftr noch gelangen hinter den Hoff hinabſinkt.*) A in die ich mie Gefahr drohen ſchluchten, in d ſolten die get dnget geſonnen Dhfen, die ich präſentie, ausz
erſten Vaen de zendes Aſdl de Brief an Sie der meine A ſcheinen ermit in der Abtei, — ¹) Dieſer B


