Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
356
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356 Kovellen⸗

Der eben ſo verlockende als ſchmeichelhafte Vorſchlag hatte jedoch wenig Anziehungskraft für einen jungen Mann, deſſen Bruſt durch Grundſätze und vorgefaßte Meinungen hinlänglich gegen ſolche glänzende Vor⸗ ſtellungen geſtählt war. In einem ſpäteren Alter und unter anderen Umgebungen hätten ſie vielleicht ſeinen Ehrgeiz aufgeſtachelt oder ſeine Leidenſchaften auf⸗ geregt, ſo, daß er ſich ohne alle Bedingungen dem Orden hingegeben hätte, welcher, damals die mächtigſten Staaten Europa's beherrſchend, das Wohl und Wehe von Millionen beeinflußte, während er eifrig bemüht war, die fortſchreitende Bildung zu hemmen.

Einen dieſen Gegenſtand betreffenden Satz in Lord Walters Brief beantwortete der Baronet folgender⸗ maßen:

Ihr Verdacht, daß man bemüht ſei, den Jeſuitis⸗ mus wieder zu rehabilitiren, iſt viel mehr begründet als Ihre Muthmaßung, daß ich ſeinem Syſtem zugethan ſei. Ich lebe hier ganz charmant; indeſſen vermag Keiner der intereſſanten Brüderſchaft dem Macbeth etwas anzuhaben. Ich wurde durch einen janſeniſtiſchen Lehrer unter beſonderer Berufung auf den heiligen Auguſtin, den Schutzpatron aller Ketzer, erzogen. Schon lange vorher, ehe der eigene Verſtand anfing, ſeine Unterſuchungen anzuſtellen, hatte ich aus den verites academiques des erzungläubigen d'Alembert meine Schlüſſe gegen die Lehre des Loyola gezogen. So trank ich das Gegengift ein, bevor noch ihre ſüßbe⸗ rauſchenden Gifttropfen in mein Ohr geträufelt wurden, wie es ſpäter durch den Eifer meines Großoheims und die elegante Beredſamkeit ſeiner Bundesgenoſſen geſchah.

Einige der Letzteren ſind jetzt meine ſehr an⸗ genehmen Geſellſchafter und liebenswürdigen Wirthe in der Abtei Cong. Erſchrecken Sie nicht über die Erſtaunen erregende Thatſache ich habe allerdings Urſache zu glauben, daß ich mich, wie Sie ſcherzhaft hingeworfen haben, in den Händen des Jeſuiten befinde, und daß ich, buchſtäblich, gegenwärtig der Bewohner eines ihrer neuen Profeßhäuſer bin. Es hat dies aber alles nichts zu bedeuten, theurer Freund! Ich bin der Typus der Generation, gegen deren Freiheits⸗ ſtreben ſich die alten Sbirren der Religion unter der Ermuthigung des doppelzüngigen Papſtes heimlich bewaffnen.

Als das Wiſſen und die öffentliche Meinung nur noch das Eigenthum Weniger waren, und die Maſſe des Volks noch in tiefer Unviſſenheit und geiſtiger Unthätigkeit verſunken lag, da konnte der Strom der Gedanken wohl durch einige Wenige auf⸗ gehalten, oder demſelben eine beſtimmte Richtung ge⸗

geben werden. In unſerer Zeit jedoch, wo die Welt

Zeilung.

in allgemeine Bewegung gerathen iſt und die Völker, für Eigenintereſſen erwacht, ſcharf über ihre Ange⸗ legenheiten nachdenken, neutraliſirt der Volksauf⸗ ſchwung und die Erziehung, welche ſich die Nationen unter einander gaben, augenblicklich diejenige Lehrme⸗ thode, welche die Regierungen und die Hierarchie neuer⸗ dings in Anwendung bringen möchten, ſobald die

Reſultate der beiden Parteien nicht im Einklange ſtehen.

Jeder offene oder geheime desfallſige Bund der Regierungen muß ſcheitern, wo Alle von demſelben Intereſſe geleitet werden, heuchleriſche Täuſchungen zu entdecken, wo ſich jederzeit Organe bereit finden, ihre desfallſigen Anſichten und Gedanken in kräftigen Worten auszuſprechen. Um die Zeit, in der wir leben, beherrſchen zu wollen, müſſen Geiſter, vom nobelſten Ehrgeiz beſeelt, an die Spitze geſtellt werden, und wer die öffentliche Meinung lenken will, der muß ſie auf jede Weiſe zu befördern ſuchen! Volk und Preſſe ſind unwiderſtehlich, und ſollte der Jeſuitismus jemals wieder erneuert werden, und ſeine veraltete Erziehungs⸗ methode durch königliche Beſchlüſſe den Völkern wieder aufgezwängt werden, ſo wird die Gewalt, mit der man auf die Meinung zu wirken verſuchen wird, nur dazu dienen, einen doppelten Widerſtand und das gerade Gegentheil von dem, was man bezweckt, hervorrufen.

Und doch ſcheint man große Anſtrengungen zu machen mit Herſtellung des ehemals ſo einflußreichen Ordens, das Verdunklungsprincip wieder zur Geltung zu bringen. In der That iſt er eigentlich noch nie ganz vertilgt geweſen; denn wenn auch ſeine palaſtartigen Collegienhäuſer geſchloſſen und ſeine Seminarien aufge⸗ löſt ſind, ſo haben ſich doch fortwährend ſeine Verſamm⸗ lungen, Brüderſchaften, geiſtliche und weltliche Affi⸗ liationen erhalten, und ſich dadurch wenigſtens einen partiellen Einfluß auf die Schwachen, Unwiſſenden und auf die genußſüchtigen Schwelger erhalten, welche, namentlich die letzteren, von jeher einen nicht un⸗ bedeutenden Theil der menſchlichen Geſellſchaft aus⸗ gemacht haben. Während ſich einige Kloſterorden dem Stoicismus, andere dem Platonismus, wenigſtens äußerlich hinneigten, ſind die Jünger Jeſu von jeher eifrige Verehrer und Anhänger des Epikurs geweſen. Einer ihrer prachtvollſten Verſammlungsorte in Paris, La congregation des messieurs, war zur Zeit, als mich mein Vater von Bordeaux in die glänzende Königsſtadt führte, um mich als Schüler in einem ungetauften Seminar des Ordens, in der Straße St. Jacques, unterzubringen, obgleich ſchon im Abnehmen begriffen, noch eine höchſt prachtvolle Anſtalt, der es ſo wenig an äußerem Glanz als an innerer Bequem⸗ lichkeit fehlte.

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ittein junge, der Jeſpiten, unge Jell, die ſpäͤtet e des vom Großd Scön, reich und der Natut mit und Eifer für! ausgebildet hatter zur Zeit meines: jede andere Stin ſondern man erzäb fürſtlichen Private gewiſſen Candinal Prachtgemächet böchſte Entzücken unter dem Einfle handelnd, erhielt Freundes, des( vom Payſte, eine eordi Jesu zul ſie Indulgenzen

wie man ſi nie gekannt hatte.

Weil es da ic ſe ſelbſt ein fingen. Ich mu daer Stinme un nie dide denlaf

al veuſleiert gleich einen Irief gehült, dn de diezuGhrendnn liceGanzieiden erinnert an das Antikenſammlun