Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
355
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Vierte Solge. 35⁵

Bunde der United Irishmen, war offenbar durch eine geheimnißvolle Maske, die er auf einem Balle ſah, wo er ſich mit der Gräfin befand, im Auftrage und in Uebereinſtimmung mit den Plänen ſeiner jeſuiti⸗ ſchen Verwandten verrathen. Wer war ſie? Augen⸗ ſcheinlich eine Fremde oder doch eine Dame, die längere Zeit im Auslande gelebt hatte, die ihn per⸗ ſönlich kannte, die ſich ihm ſchon zweimal, einmal in Italien, dann in Irland aufgedrängt hatte, und die ihn eben ſo ſchnell wieder verließ, als ſie ſich, in phantaſtiſches Geheimniß und leichte Ironie gehüllt, ihm genähert hatte. War die Dame ſeinem Vater bekannt, ſo war das Geheimniß mit ihm geſtorben. Kannte ſein Großoheim etwas Näheres von ihren Verhältniſſen, ſo war das Geheimniß bei ihm ſo tief verwahrt, als in einem ſteinernen Sarge.

Obgleich der Abbé O'Brien mit ihm zuſammen⸗ wohnte und fühlbar zur Zeit der Obere der Brüder⸗ ſchaft war, welcher jeder ſeiner Blicke als Befehl galt, ſo hatte er doch nur wenig Umgang mit irgend ei⸗ nem ihrer Glieder, ja er haßte jede andere Unterre⸗ dung als die, welche er ſelbſt, jedoch höchſt ſelten, veranlaßte. Der Baronet hatte den furchterregenden Greis nur einmal ſeit ſeiner Wiedergeneſung geſehen, und ſelbſt damals beſchränkte er ſich bei ſeinem Be⸗ ſuche auf wenige kalte Fragen nach deſſen Befinden und auf eine ceremonielle Beileidsbezeugung wegen des Vaters Tode. Die Unterhaltung wurde bei dieſer Gelegenheit in italieniſcher Sprache und im Beiſein eines Ausländers geführt, der als des Oberen Kämmerling fungirte und zugleich Mitglied eines aus⸗ wärtigen Kloſters zu ſein ſchien.

Während ſo O'Briens Phantaſie auf der einen Seite irre geleitet wurde, ſah er auf der anderen die Gegenſtände klar und deutlich. Genau betrachtet, waren ſeine Ausſichten nichts weniger als glänzend, jedoch fühlte er die Kraft in ſich, mit allen Schwie⸗ rigkeiten muthig zu ringen und jedes Hinderniß furcht⸗ los zu beſiegeu.

Von ſeinem Vater hatte der Baronet nichts als deſſen Unglück und einen alten Namen geerbt. Die Schulden waren nach des Vaters früherer Aeußerung aus dem großen Fond bezahlt, der von dem Orden der Jünger Jeſu dazu beſtimmt iſt, allen denjenigen

irdiſches Ungemach abzunehmen, welche geneigt ſind,

in ihre Dienſte überzutreten.

Was die gänzliche Dürftigkeit betraf, in der er ſeinen Vater wiederfand ein Zuſtand, der doch ſo ſehr im Widerſpruche mit dem Schutze ſtand, den ihm der Orden, deſſen erſte Weihen er bereits laut ei⸗ genem Geſtändniß empfangen hatte, angedeihen ließ vernahm er halb lächelnd, halb mit Verachtung, daß

Armuth eine der ihm auferlegten ſechs Prüfungen geweſen, und daß man zugleich dieſen Umſtand habe benutzen wollen, die Gefühle des Sohnes auf⸗ zuregen und den Anerbietungen, die Lord Arranmore demſelben zu machen beauftragt war, deſto mehr Nach⸗ druck zu geben.

Dieſe Anerbietungen beſtanden darin, daß der Baronet, deſſen männliche Schönheit und geiſtige Be⸗. gabung dem Orden von großem Nutzen zu werden verſprach, ein Mitglied deſſelben werde, wogegen ihm Macht und Reichthum ohne jegliche Verantwor⸗ tung zugeſichert wurde, mit der glänzenden Ausſicht, ſpäterhin in die hohe Sphäre einzutreten, die ſeit Jahrhunderten ausſchließliches Eigenthum der direc⸗ ten Nachfolger des Ignatius geweſen, des erha benen Rathgebers der Fürſten, Lenker der Päpſte, Beherrſcher aller Völker auf Erden, in der profanen, aber ſo bezeichnenden OrdensſpracheJesus locum Dei tenens in terra genannt.

Der Preis, welcher für eine ſo fabelhaft klingende, und dennoch einſt in voller Bedeutung geltende Be⸗ ſtimmung gefordert wurde, war nicht etwa, den Freuden, Gemächlichkeiten und Neigungen des Lebens zu ent⸗ ſagen, nein, keineswegs! Man verlangte nur den feſten, inneren Willen, das heimliche aber feierliche Gelübde für die Abſichten, Intereſſen und Grundſätze des Ordens zu leben und zu ſterben, ſeinen Beſchlüſſen jede Kraft, jede Tugend, jede innere beſſere Ueber⸗ zeugung in blinder Ergebenheit zu opfern und dadurch denſelben Gehorſam zu beweiſen, wie Abraham bei dem Opfer ſeines Sohnes.

Dieſes gewiß großartige Gelübde, die freiwillige Verbindung mit mächtigen aber geheimen Verhältniſſen, verlangte jedoch weder klöſterlichen Profeß noch Ab⸗ geſchloſſenheit von der Welt. Es erheiſchte kein Ge⸗ wand, deſſen äußerer Schnitt und Farbe eine innere Abgeſchiedenheit von den Weltverhältniſſen andeutete, denen ſich derjenige, welcher es abgelegt hatte, erſt mit ganzer Seele hingab. Der Jeſuit war im Feld⸗ lager wie am Hofe zu Hauſe; auf Univerſitäten wie in Congregationen, im Cabinet des Staatsmannes wie in der Zelle des Anachoreten. Man fand ihn unter den Akademikern der ſchönen Künſte und Wiſſen⸗ ſchaften ebenſo an ſeinem Platze, wie in der Ab⸗ geſchiedenheit der frèéres ignoratins. Er bewegte ſich in glänzender Uniform mit derſelben Leichtigkeit im Boudoir ſchöner Frauen und in den Prachtſälen des vergnügungsluſtigen Reichthums, als in den verhängniß⸗ vollen Schluchten des Val ombroso oder auf den eiſigen Gipfeln des St. Gotthard. Jede Sphäre, jede Zone galt dem gleich, der ſich überall ſchnell da einen Wirkungskreis eröffnete, wo er auftrat.