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ſo genannt, ehe er zur Lordſchaft gelangte, war in ſeinem zehnten Jahre Meßſacriſtan, im vollen Mannes⸗ alter proteſtantiſcher Anwalt und gezwungener Kämpfer für die Kirche, welche durch despotiſche Geſetze zur herrſchenden erhoben war, wurde ſpäter ein zurückge⸗ fallener Papiſt und ſtarb im büßenden Martyrerthum des Jeſuitennoviziates. Ohne es zu wiſſen, war er ſeit den letzten zwanzig Jahren unter dem mächtigen Einfluß ſeines Onkels, des fanatiſch beharrlichen Abbé O'Brien in Rom dem Orden dienſtbar geweſen. Man hatte ihn ſogar gezwungen, den einzigen Sohn dem Dienſte des Ordens zu weihen, wenn er, zum Jünglinge herangewachſen, Talente entwickeln ſollte, die ihn als ausgezeichnetes Glied der menſchlichen Geſellſchaft, als eine Stütze in jeder Angelegenheit erkennen ließen, der er die ganze Kraft ſeines Geiſtes zuwenden würde.
Nachdem Lord Arranmore vom proteſtantiſchen Glauben wieder abgefallen war, ließ er es ſeine erſte Sorge ſein, den Sohn von ſeiner proteſtantiſchen Mutter zu entfernen, und ihn insgeheim der Er⸗ ziehung eines dem Orden blind ergebenen Mannes, dem Abbé O'Flaherty zu übergeben, der die Stelle eines erſten Pfarrers in Moycullen bekleidete. Die abgeſchiedene Lebensweiſe des Abbé, der ſeine Zeit nur in Uebereinſtimmung mit den ihm von dem Or⸗ den zugekommenen Weiſungen hinzubringen pflegte, war ganz dazu geeignet, den Knaben, nach dem wohl ausgeſonnenen Plane ſeines Vaters, den proteſtanti⸗ ſchen Behörden von St. Grellan, dem damaligen Wohnſitze des Baronets, zu entziehen, bis letzterer endlich zur Sicherſtellung der eigenen Perſon ſich genöthigt ſah, den Sohn der Kirchſpielſchule als Pen⸗ ſionair zu übergeben.
Durch früh erfahrenen Druck fortwährend auf Täuſchung bedacht, bewerkſtelligte Terence die Flucht ſeines Sohnes nach Frankreich, als deſſen Milchbru⸗ der Shan⸗na Brien, ein junger, fanatiſch verwegener Patriot, der ſich in eine Verſchwörung gegen die Re⸗ gierung eingelaſſen hatte, ſeine Kühnheit mit dem Tode hatte büßen müſſen. Die Trennung, welche von der liebenden Mutter für eine ewige gehalten wurde, brach der zarten Frau das Herz. Dieſes neue traurige Ereigniß ſteigerte den Fanatismus des dop⸗ pelten Proſelyten, indem er ſich als die Veranlaſſung des Todes der geliebten Gemahlin betrachtete, zu einer ſolchen Höhe, daß er ſein Kind ausſchließlich dem Altar widmete, um dort, gefeſſelt wie Iſaak, fort⸗ während zum Opfer für die Kirche bereit zu ſein.„
Begabt mit einem ungewöhnlich ſtarken Geiſt fühlte der junge ⸗O'Brien den ſtärkſten Widerwillen gegen den Jeſuitismus, wie er ihm ſchon durch ſeinen
Novellen⸗
Jeitung.
letzten janſeniſtiſchen Lehrer eingeflößt worden war.
Das tiefe Gefühl, welches er für religiöſe Reform
hegte, das ſchon früh durch ſeine edele proteſtantiſche Mutter in ihm geweckt war, befähigte ihn, allen Schlingen zu entgehen, welche ihm der Hang zur In⸗ trigue und der Fanatismus ſeines Vaters gelegt hatte. Sobald er die Ueberzeugung gewonnen, daß er ſeine oft unterbrochene Erziehung, um jeſuitiſchen Plänen zu dienen, in einem Jeſuitencollegium zu vollenden beſtimmt ſei, faßte er den kühnen Entſchluß, ſich durch die Flucht den gegen ihn angelegten Machinationen zu entziehen.
Das Schickſal und mehr noch ſeine große geiſtige Befähigung führte ihn ſpäter auf eine ſehr wechſel⸗ volle, aber nichts weniger als unehrenvolle Laufbahn.
Nachdem er als Officier im öſterreichiſchen Dienſt
einen kurzen Feldzug mitgemacht, kehrte er nach Irland zurück, um mit anhaltendem Eifer in Dublin ſeine oft unterbrochenen Studien fortzuſetzen.
Leider fand er ſeinen Vater noch immer unter dem Einfluß jenes blinden Fanatismus, der ihm aller⸗ erſt in Italien durch die Jeſuiten eingeflößt, ſpäter durch ihre Agenten in Irland eifrig genährt wurde. Lord Arranmore ließ es ſich neuerdings angelegen
ſein, den Sohn im Wege des Glaubens gegen die
Regierung aufzuſtacheln, wobei er es nicht an Vorſtel⸗ lungen fehlen ließ, ihn einer Verbindung mit Un⸗ gläubigen und Ketzern, wie er die patriotiſchen Ver⸗ bündeten oder die Geſellſchaft der Vereinigten Ir⸗ länder« nannte, abwendig zu machen. Auch gab es noch andere Bande, welcher der Lord, unterſtützt durch den Abbé O'Flaherty, eifrig bemüht war, zu löſen. Dieſe letzte Verbindung war von ſo zarter Natur und— wie O'Brien glaubte— jeden anderen als ſeinen eigenen Gedanken ſo gänzlich unbekannt, daß es ihm unbegreiflich war, wie ſchnell man auch dieſes Verhältniß ausgekundſchaftet und in ſeinen Fortſchritten mit gehäſſiger Eiferſucht beobachtet hatte. Es ſchien ihm faſt unmöglich, daß das, was ihmn ſelbſt faſt noch ein Geheimniß war, durch zwei alte Männer ſollte ausgekundſchaftet ſein, wovon in dem Einen die Quellen ſüßer Leidenſchaft ſchon in frühſter Ju⸗ gend vertrocknet waren, nachdem er ſich durch ein Gelübde hatte binden laſſen, welches allen geſelligen Banden Hohn ſprach, während der Andere, in ſeinem leichtgläubigen Wahn fortwährend in zeitliche und geiſtige Kämpfe verwickelt, nur wenig Muße zu haben ſchien, einer Verbindung nachzuſpüren, die bis jetzt noch zu Nichts geführt, ja zu dieſer Zeit vielleicht ſchon in bitterer Täuſchung geendet hatte.
Ein kaum mit der reizenden Gräfin St. Albans angekgüpftes Verhältniß, wie ſeine Stellung zu dem
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