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ſah, daß ihre Tochter die Gemahlin des Königs war, eilte ſie ohne Geräuſch aus dem Palaſte, lief auf die Sraße, ſetzte ſich unter ein Kreuz, fing an tief nachzudenken und zerſchmolz bald in Thränen.„Mein Gott,“ rief ſie,„was würde ich nicht darum geben, daß meine Tochter hübſch wäre! Mit meinem ganzen Blut wollte ich ihre Schönheit bezahlen.“
„Warum weineſt Du, arme Wittwe?“ fragten drei Stim⸗ men ſie wie aus der Höhe.
Die Wittwe ſah ſich um; ein wenig ſeitwärts und ober⸗ halb ihres Kopfes hielten in der Luft drei Feen, welche flogen. Die Feen wiederholten ihre Frage.
„Wie ſollte ich nicht weinen,“ antwortete die Wittwe,„da ich meine Tochter an einen König verheirathet habe, den ich betrog!“
Und ſie erzählte Alles und die Feen erwiderten:
„Du erſchrickſt über die Folgen Deines Betruges; wes⸗ halb biſt Du nicht vor dem Betruge ſelbſt erſchrocken?“
„Aber Ihr ſelbſt, Frauen Feen, hattet mir vor Jahren vorhergeſagt, daß meine Tochter mit der Zeit eine Königin werden würde; ich habe dem Schickſal helfen wollen, das ſchon allzulange zögerte, und ich habe wohl Unrecht gehabt, aber ich habe einzig aus übertriebener Liebe für meine arme Tochter ſo gehandelt.“
Die Feen antworteten in einem traurigen Tone:
„Man muß durchaus durch Dornen wandeln, um zum Himmel zu gelangen; wenn daher derjenige, welcher hienieden geboren wird, der Bahn der Wahrheit folgt, ſo nähert er ſich dem Throne Gottes um ſo ſicherer, jemehr er leidet; aber erſt
nachdem der Tod ihn von ſeinen zeitlichen Sorgen, Eitelkeiten und jedem Elend befreit haben wird, wird er in das Him⸗ melreich gelangen, und das war eben der Thron, den wir Deiner Tochter verhießen. Doch weine nicht; weil Du Deine ſchlechte Handlung bereueſt, die Du nur aus einem Uebermaß von mütterlicher Liebe begangen haſt, ſo wird Gott Dir viel⸗ leicht Deinen Fehler verzeihen. Was uns betrifft, wir werden Deiner Tochter helfen.— Hoffe!“
Bei dieſen Worten flogen die Feen fort und die Wittwe kniete nieder und begann zu beten.
Novellen⸗ZJeitung.
ſein. Kehre jetzt Dein Geſicht nach dem Monde und ver⸗ ſchließe die Augen.“.
Die Buckelige gehorchte und die drei Feen, die ſie an der Hand gefaßt hatten, nahmen ſie in ihre Mitte und nach⸗ dem ſie dreimal um ſie herumgetanzt waren, ſagte Jede ihrerſeits:. 3
„Du hatteſt ein gutes Herz, Deine allen Deinen Geſichtszügen ausſprechen. mit Schönheit.“
„Du fingſt an zu altern, die Sanftmuth Deiner Ge⸗ danken wird Dein Geſicht verjüngen. Ich begabe Dich mit Jugend.“
„Du warſt ein wenig zu einfältig. Ich begabe Dich mit Verſtand.“.
Als dieſe Ceremonie beendigt war, verſchwanden die drei Feen. Die Buckelige fühlte ſich wie neugeboren und als es bald anfing Tag zu werden, ſah ſie ſich, verwundert und glücklich, in prachtvolle Stoffe gekleidet, die Krone der Ver⸗ mählten auf ihrer Stirn und Ringe mit Diamanten an ihren Fingern. Was ihre Taille anbetraf, ſo war dieſelbe ſo gut gebaut und ſo ſchlank, daß ſie ſchnell an den Fluß lief, um in demſelben ihr Bild zu ſehen und ſich zu überzeugen, daß ſie nicht träume. Als ſie ſich darin erblickte, konnte ſie ein Freudengeſchrei nicht zurückhalten— ſo ſchön und ſo jung fand ſie ſich.
Sie pflückte dann auf den Rabatten einige hübſche Roſen, die ſich ihren Fingern darboten, und ſpazierte in der Allee, die den Teiſeii des Zimmers des Königs gegenüber war, auf und ab.
In demſelben Augenblicke erwachte der König. Eine ſeiner Wachen näherte ſich ihm, um ihm zu melden, viele der Staroſten und Senatoren ſeien gekommen, um Ihren Majeſtäten ihre Huldigungen und Wünſche darzubringen.
Der König, welcher ſehr verlegen war, wußte nicht, wozu er ſich entſchließen ſollte, und fing an, traurig aus dem Fenſter zu ſehen, um zu wiſſen, was aus dem unglücklichen Opfer ſeines Zornes am vorhergehenden Abend wohl ge⸗ worden ſein möge.
Plötzlich, o Wunder!... bemerkte er in der Allee ſeinem
Güte wird ſich in Ich begabe Dich
Als der König mit der Bucheligen vermählt war, zog ſich das Gefolge zurück, und ſobald der König ſich mit der Königin allein ſah, wollte er ſeine Gemahlin ſofort ſehen; er zog ihr den Schleier ab, betrachtete ſie im Mondenſchein und als er das armſelige Geſchöpf vor ſich bemerkte, wurde er von einer ſolchen Wuth befallen, betrogen worden zu ſein, daß er die Unglückliche ergriff und ſie aus einem Fenſter im zweiten Stockwerk hinauswarf. Hierauf ging er zu Bett und nachdem er lange Zeit den Schlaf erwartet hatte, ſchlief er mit einem Herzen, das von Schmerz und auch von Vor⸗ würfen zerriſſen war, ein. Denn wenn er auch eben ſo heftig war, wie ſo viele Könige, denen nichts widerſteht, ſo war er dennoch kein böſer Menſch.
Die aus dem Fenſter hinausgeſchleuderte Buckelige würde in dem unten vorüberfließenden Canale umgekommen ſein, aber in demſelben Augenblicke eilten die drei Feen im ſchnellen Fluge herbei, hielten ſie in der Luft und ſetzten ſie, ohne daß ſie irgend Schaden genommen hatte, auf dem blumichten Raſen im königlichen Garten nieder..
„Wo iſt meine Mutter?“ fragte die Buckelige, ſobald ſie ſich ein wenig von dem gehabten Schrecken erholt hatte.
„Deine Mutter wird morgen in den Palaſt kommen,“ antworteten die Feen.„Sie wird die Schwiegermutter des Königs werden und Du wirſt eine liebenswürdige Königin
Fenſter gegenüber eine wundervolle Schönheit. Seinem Auge hatte ſich nie ein lieblicherer Anblick dargeboten!
Er lief deshalb ſchnell durch verborgene Thüren hinab, trat in den Garten, blieb ganz entzückt und voller Hochachtung vor der Unbekannten ſtehen und fragte ſie: 4
„Wen habe ich die Ehre in meinem Garten zu be⸗ grüßen?“
„Eure Gemahlin, König, die Ihr geſtern zum Fenſter hinauswarft.“
„Iſt es möglich?... Vergebt mir, Königin!“ rief der König. Und nachdem er ſich höflich entſchuldigt hatte, faßte er ſie an ihrer niedlichen Hand, deren hübſche Finger er ſehr gut erkannte, führte ſie in den Palaſt in den Thronſaal und ſtellte ſie den verſammelten Senatoren und vornehmen Herren als ihre Königin und ſeine Gemahlin vor, und nachdem er ſie an ſeiner Seite auf dem Throne hatte Platz nehmen laſſen, empfing er ihre Glückwünſche und ihre Huldigungen.
Sofort verbreitete ſich in dem Palaſte und von da in der ganzen Hauptſtadt die Nachricht, daß die junge Königin ſo ſchön und— was noch viel mehr werth ſei— ſo geiſtreich und ſo gut ſei, daß der, welcher ſie anſehe, ſeine Augen nicht wieder von ihr losreißen, und wer ſie höre, ſie nicht genug anhören könne. 4 Dieſe Nachricht gelangte denn auch zu der Wittwe, an⸗
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