Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
347
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Vierte Solge.

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Feuilleton.

Die Buckelige und die drei Feen. Ein polniſches Märchen.

Am Ende eines Dorfes fand ſich eine elende Hütte und in dieſer Hütte lebte eine arme Wittwe mit ihrer Tochter.

Ihr ganzes Leben hatte die Wittwe in Elend zugebracht und ihre einzige Hoffnung für ihr Alter hätte ihre Tochter ſein ſollen, aber wie es ſcheint, hatte der liebe Gott anders darüber beſchloſſen, weil er dem armen Kinde mit einem guten Herzen einen ſo häßlichen Buckel gab, daß ihre Mutter ſie für die Häßlichſte unter den Häßlichen hielt.

Die unglückliche Mutter glaubte nicht, daß ihre ver⸗ unſtaltete Tochter einen Gatten finden könne. Auf dem Lande ſind in der Haushaltung Kraft und eine feſte Geſund⸗ heit nothwendig. Um die Feldarbeiten zu beſorgen, bedarf man einer kräftigen Geſundheit. Die Tochter der Wittwe war ziemlich groß, aber elend und ſchwächlich, ihre delicate Geſichtsfarbe war nicht die, welche dem kräftigen Bauer gefällt, und die Wittwe ſah in der Zukunft weder Glück für ihre Tochter, noch Troſt für ſich oder eine Zuflucht für ihre alten Tage.

Einmal wollte die Tochter der armen Wittwe, die arme gute Buckelige, mit einem kleinen Kruge an der Quelle Waſſer holen, um einer verkrüppelten Bettlerin, die an der Thür der Hütte ſtehen geblieben war, zu trinken zu geben; ſie wurde von den unbeſonnenen und grauſamen Kindern des Dorfes angefallen, die ſie mit Spottreden, Grimaſſen

ſelbſt mit Beleidigungen überhäuften, ſo daß ihre Mutter,

as Alles von der Thür ihrer Hütte anſah, anfing bitter⸗

weinen. 4Weshalb weinſt Du, arme Wittwe? fragten ſie drei Stimmen wie aus der Höhe.

Die Wiltwe ſah ſich um; die verkrüppelte Bettlerin war verſchwunden, aber ein wenig ſeitwärts und oberhalb ihres Kopfes hielten in der Luft drei Feen, welche flogen. Sie wiederholten ihre Frage.

Wie ſollte ich nicht weinen, antwortete die Wittwe, wenn ich ſehe, wie dieſe Kinder meine arme Buckelige angefallen haben und wie ſie über dieſes unglückliche Kind ſpotten!

Das iſt nichts, Mütterchen, mit der Zeit wird Deine Tochter als Königin herrſchen.

So ſprachen die Feen und flogen davon und das Herz der Wittwe füllte ſich mit einer ſeit langer Zeit unbekannten Freude, ein ſüßes Hoffen glänzte für die Zukunft in ihren Augen, denn ſie glaubte fromm an die Verheißung der Feen und ſie wartete nur auf den glücklichen Augenblick, wo ſie in Erfüllung gehen werde.

Sie wartete daher, ſie wartete, aber ihr Warten war vergebens; ſeit der Verheißung der Feen waren ſchon Jahre verſtrichen und nicht nur war kein König gekommen, um die Hand der unglücklichen Buckeligen zu begehren, ſondern ſelbſt dem ärmſten Knechte eines Bauers fiel das nicht ein.Ja, ja, die Tochter der Wittwe iſt ſehr gut; es giebt kein beſſeres Mädchen, ſagte man.Aber ihr Buckel!

Dieſer Buckel ſchreckte ſelbſt die Muthigſten zurück.

Die Wittwe nahm daher zu ihrem Verſtande die Zuflucht; ſie dachte, überlegte und kam zu einem Entſchluß.

Sie verkaufte ihre Hütte und ihren ganzen Hausrath

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und zog in ein ſehr entferntes Land, wo Niemand weder ſie noch ihre Tochter kannte, und miethete ſich eine Hütte in der Nähe der Landſtraße. Sie ſchloß ihre Tochter in ein Hinter⸗ zimmer ein, deſſen Fenſter nach dem Garten ging, und befahl ihr, unaufhörlich an dem Herzfinger, dem vierten an der linken Hand, in ihrem Munde zu ſaugen; ſie ſelbſt kochte jeden Tag wohlriechende Kräuter und mit dieſem parfumirten Waſſer begoß ſie die Straße vor ihrer Hütte.

Einen oder zwei Monate ſpäter kam der König des Landes vorüber; er hielt vor der Hütte, rief die Wittwe und fragte ſie:

Sage mir doch, gute Frau, was verbreiteſt Du denn für einen Wohlgeruch vor Deiner Hütte?... Ich habe in meinem ganzen Leben keinen angenehmeren Wohlgeruch kennen gelernt.

Sehr erlauchter König, mein Gebieter, antwortete die Wittwe,ich gieße das Waſſer aus, mit dem ich meine Tochter waſche.

Zeige mir Deine Tochter, entgegnete der König;ſie muß ſehr ſchön ſein, weil das Waſſer, mit dem ſie ſich wäſcht, einen ſolchen Wohlgeruch verbreitet.

Meine Tochter iſt ein wahres Wunder! Aber zu ihrem Unglück darf ſie ſich Niemandem zeigen; denn ſie hat ſehr große Furcht vor Bezauberungen und eine ſehr böſe Fee hat ihr vorhergeſagt, wenn ſie ſich vor ihrer Heirath irgend Jemand ſehen ließe, ſo würde ſie ſofort erkranken und ſterben.

Der König war außerordentlich neugierig. Er wurde von einem ſo heftigen Wunſche, die Tochter der Wittwe zu ſehen, ergriffen, daß er ihr befahl, ihm wenigſtens die Spitze eines Fingers dieſer geheimnißvollen Schönheit ſehen zu laſſen.

Die Wittwe führte hierauf den König an die Thür des hintern Zimmers, die feſt verſchloſſen war, und die Buckelige ſteckte durch eine kleine, ausdrücklich zu dieſem Zweck gemachte Oeffnung den Herzfinger, den vierten an der linken Hand. Dieſer Finger war ſo niedlich, ſo weiß, der Nagel war ſo gut geſchnitten, ſo roſenroth, daß der König nach dieſer kleinen Probe ſich ſo ſterblich in dieſe angebliche Schönheit verliebte, daß er die Wittwe um die Hand ihrer Tochter bat.

Ich gebe ſie Euch, ſehr erlauchter König, antwortete die Wittwe, die vor Freude ganz außer ſich war,aber unter der Bedingung, daß ich morgen Abend meine Tochter in den königlichen Palaſt führe und daß Ew. Majeſtät ſich ganz ver⸗ ſchleiert blos bei Mondenſchein mit ihr vermählt. Erſt nach der Vermählung könnt Ihr dieſelbe ohne Gefahr für ſie betrachten.

Der König willigte ſehr gern in Alles ein, kehrte eilig nach Hauſe zurück und am folgenden Tage ſchickte er eine Caroſſe, um ſeine Braut abzuholen.

Die Wittwe hüllte ihre Tochter ſo gut ein, daß man

weder ihr Geſicht, noch ihren unglücklichen Buckel wahrnehmen konnte. Sie ſtieg mit ihr in den königlichen Wagen, alle Beide bekreuzten ſich und fuhren fort. Des Abends kamen ſie im Palaſte des Königs an. Die Wache präſentirte die Gewehre, die Tamboure trommelten, die Trompeten ertönten, die Glocken wurden geläutet und die Armee fing an Kanonen abzufeuern.

Und in einem dunkeln Saale bei Mondenſchein hei⸗ rathete der König die arme Buckelige. Sobald die Wittwe