346 Novellen⸗Zeitung.
nalismus noch keineswegs in ſeiner ganzen Tiefe, ſeinem ganzen Inhalte nach. Leider muß zugeſtanden werden, wie ſo oft dieſes Weſen durch ein unſer Gefühl verletzendes Parteitreiben verdunkelt, wie ſo oft durch ein Heranziehen der gewöhnlichſten Sudeler in den Kreis einer dem nationalen Leben gewidmeten Thätigkeit dieſe in ihrem Anſehen und Einfluſſe ge— fährdet worden; zugeſtanden muß werden, daß der logiſche Egoismus ſich faſt in allen bedeutenden Organen der Preſſe eingeniſtet hat und nicht ſelten in der gemeinſten Weiſe die Oppoſition behandelt, anſtatt ſie als eine andere Seite der zu gewinnenden Wahrheit zu betrachten und dem Leſer Achtung ab⸗ zufordern für die Art und Weiſe des Kampfes. Jene Schäden dürfen aber damit uns nicht zu Feinden einer ſo ſegensreichen Anſtalt machen. Der deutſche Geiſt wird ſie zu beſiegen wiſſen, oder es wird, wenn die Geiſtesrichtung unſerer Nation dieſe Kraft nicht mehr beſitzen ſollte, das Wahre und Edle um ſo ſchneller aus dem Pfuhle des Gemeinen und Niedrigen dem forſchenden Auge entgegenblinken. Der wahre Beruf des Journalismus— und damit iſt ſein Weſen zugleich gekennzeichnet— beſteht darin, jene allmähliche Umgeſtaltung unſeres Lebens befördern, zugleich aber das hervorziehen zu helfen, was als neue Form dem neuen Lebensinhalte dienen könnte. Die von uns angeſtrebte Einheit kann und wird nun einmal nicht als eine ſtaatliche ihren Anfang nehmen; unfer politi— ſches Thun wird einzig in jener höhern geiſtigen Einheit die unentbehrliche Baſis für politiſch⸗ſociale Geſtaltungen finden: nicht das Recht, die Kraft, der Einfluß des Staates oder der Kirche iſt das vor⸗ wiegende Thema der heutigen Debatte, ſondern die Stellung, des Recht des Individuums. In allen Zweigen der Erkenntniß tritt dieſes Thema zu Tage, nicht minder in der Religion und Politik, wie in der Kunſt und Wiſſenſchaft. Unſere Zeit macht den Menſchen zum Mittelpunkt aller Erfahrung, alles Denkens; alle Forderungen, alle Geſetzvorlagen, alle Einrichtungen haben nur den einen Zweck, das In⸗ dividuum von allen Schranken zu befreien, die ſeine Entwickelung noch heutzutage hemmen könnten. In dieſem allgemeinen Umgeſtaltungsproceſſe unſerer Zeit nun, wo jene Schranken im Fallen begriffen ſind, die den Prieſter vom Laien, den Gelehrten vom Un⸗ gebildeten, den Hohen vom Niedrigen, den Lehrenden vom Lernenden trennen, ſoll der Journalismus das
breite Bette ſein, in welchem dieſe Strömungen nach und nach die nöthige Ruhe finden, ſoll er die erziehende Macht ſein, welche jeder ſocialen Verwilderung vorzu⸗ beugen hat. Oder ſollten jene Schranken nur fallen, um einer Schranke, welche in geiſtiger Hinſicht unſere Nation in zwei Theile trennte, Platz zu machen? Sehen wir nänlich auf die literariſchen Erzeugniſſe der letzten Decennien, ſo geht neben der allgemeinen Literatur eine ſogenannte Volksliteratur, die auf eine ungeheure Kluft zwiſchen den höheren und niedrigeren Volkselaſſen ſchließen läßt.
Welcher Unterſchied in der Behandlung des Stoffes, wie anders die Welt der Anſchauung, wie anders die Sprache! Faſt dürfte es ſcheinen, als ob gewiſſe Kreiſe ſchon heutzutage von dem allgemeinen Bildungsproceſſe ausgeſchieden ſeien(während wir doch noch innerhalb des Heranziehens jener Kreiſe in dieſe Bildungsſphären ſtehen), denn ſo wenig wird im Allgemeinen der Auffaſſungsgabe, der geringeren Vorbereitung der untern Claſſen Rechnung getragen, daß faſt in allen Arbeiten wiſſenſchaftlichen Inhaltes eine Kühnheit der Unterſuchung, eine Sprache voller Fineſſen und Tropen adoptirt wird, zu welcher eben nur der Gebildete den Schlüſſel beſitzt. Wohl glänzen wir in dieſer Hinſicht dem Auslande gegenüber, gelten für das erſte denkende Volk, aber eine Gefahr auch darin für unſer nationales Daſein verbor die jener Glanz nicht verwiſchen kann; ſie zu minde ſie ganz zu heben, die Sphäre der Abstraction verlaſſen, und eine allgemein verſtändliche Darſtel⸗ lungsweiſe anzubahnen, um die bisher in ihrer Bildung vernachläſſigten Claſſen mit den nationalen Geiſtes⸗ producten vertrauter zu machen: das iſt die große Aufgabe des Journalismus in der Jetztzeit. Der Staat mit ſeinen Schulen arbeitet ihm vor, die nehmende Menge zeigt einen offenen Sinn, und viele gebende Geiſter beweiſen durch Streben nach populärem Ausdruck ein zartes Verſtändniß jenes tiefen Dranges der Menge. Weiß der Journalismus nun da nicht ſeine Stützen einzuſetzen, wo jenem Zwieſpalte vor⸗ gebeugt werden kann, weiß er nicht ſich zum Schul⸗ meiſter jener bildungsbedürftigen Menge zu machen: dann hat er ſeine Miſſion falſch verſtanden, dann dient er höchſtens zum Gradmeſſer glänzender Bildung und erſchreckenden Barbarenthunes innerhalb eines Volkes, das mit der geiſtigen Einheit auch die ſtaatliche auf ewig wird als verzettelt anerkennen müſſen.
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