Jahrgang 
01-26 (1866)
Seite
330
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330 Novellen⸗Jeitung.

ſolcher Blätter, deren Meinungen als ſtaatsgefährlich bezeichnet werden. So klagte man vorzugsweiſe, daß die Preſſe nicht wenig der Juli⸗Revolution vorgearbeitet habe, und erließ ſchwere Strafen und einſchränkende Geſetze. Und doch geſteht ſelbſt ein höchſt conſervativer Schriftſteller, daß die Preſſe in dieſer Hinſicht nicht anzuklagen ſei,denn es iſt bekannt, daß Deutſchland vor dem Ausbruche der Julirevolution ſo gut als gar keine politiſche Preſſe hatte, undvor der Iuli⸗ revolution die Preſſe in Deutſchland ſo ſcharf beauf⸗ ſichtigt war, daß von dieſer Seite unmöglich leine Veranlaſſung zur Aufregung ausgegangen ſein kann. Aber eben, weil die Preſſe das Mißbehagen des Volkes ſo deutlich wiederſpiegelt, die Wunden des Staates bis auf das Geäder bloßlegt und unterſucht, mußte ſie den Unwillen dexer auf ſich herabrufen, deren Einſchreiten gegen den Journalismus nur als Maske ihrer Rathloſigkeit zu betrachten iſt. Mit der Ver⸗ nichtung ſolcher aus dem allgemeinen Bewußtſein hervor⸗ tauchenden Stimmen kann der Regierung jedoch nur momentan gedient ſein. Der Schade iſt unendlich größer als der Vortheil. Denn die unterdrückte Anſicht iſt keinesweges todt; ſte ſchlägt in deſto ſtärkerer Lohe empor, ſobald der Druck aufhört, und das verpönte Wort wendet ſich als That wider den Gegner, weilver⸗ ſchloſſener Grimm allezeit gefahrvoller iſt, denn redſeliger Mißmuth.(Kühn war das Wort, weil es die That nicht war. Schiller.) Aber bis auf die jüngſten Tage haben wir in Deutſchland den tiefen Zwieſpalt zwiſchen ſtaatsmänniſchen Maximen und der zunehmenden Er⸗ kenntniß unſeres Volkes in politiſchen Angelegenheiten nur dadurch ſchwinden geſehen, daß die Macht zu Gunſten jener den gegneriſchen Gedanken unterdrückte; man fürchtete den friſchen Geiſteszug für die über⸗ lieferten Anſichten der Cabinete und ſchritt zu einem Mittel der Vertheidigung, das den Haß gegen die Regierenden nur erhöhen mußte. Der eigentliche Boden des Rechtes wurde nie betreten; nicht das geſprochene Wort oder Bild wurde beſtraft, ſondern die ſchrankenloſeſte Willkür tyranniſirte den deutſchen Geiſt. Die Cenſur war der tauſendköpfige Drache, der alle Keime moderner Entwickelung verſchlingen ſollte. Dieſes Verfahren gegen die Preſſe war nur darauf berechnet, den Gedanken vor ſeinem Hervor⸗ treten in die Oeffentlichkeit zu erſticken; es beſtrafte nicht, ſondern es ſuchte zu verhüten; es läuterte nicht die freie Denkkraft zu einer rein⸗ſittlichen, ſondern unterdrückte ſie überhaupt, d. h. man verſuchte das. unſtreitig wurde die Cenſur in Oeſterreich am will⸗ kürlichſten und ſtrengſten geübt, und dennoch waren die verbotenen Bücher überall zu haben, ja es gehörte zum guten Ton, ſie geleſen zu haben und zu loben.

Aber dennoch welche Elaſticität offenbarte unſere Nation! Trotz dieſes vernichtenden Verfahrens der Regierenden hat der Journalismus den Sieg davon getragen und jene gezwungen, den eingeſchlagenen Weg zu verlaſſen. Selbſt von den Männern, die gewöhnlich als die Träger des Conſervativismus gelten, wurde ſchließlich der Preßfreiheit das Wort geredet. Ein miniſterieller Abgeordneter der badiſchen Kammer, der Hofrath Platz, erklärte am 15. December 1845, daß die Cenſur ſich überlebt habe... Sie bindet ihren Gegnern die Zunge nicht, aber ſie macht ihren Freunden einen wirkſamen Gebrauch ihrer Waffen faſt unmöglich, und doch können Regierungen mit freien Inſtitutionen der Unterſtützung, welche die Preſſe zu gewähren vermag, nicht mehr entbehren; auch in Deutſchland reift die Preſſe zu einer Macht heran, die aber, ſo lange die Cenſur beſteht, nur dem Radicalismus zu gut kommt. Die Preſſe muß durch die Preſſe bekämpft werden; ſo lange aber die Cenſur beſteht, beſteht auch das Mißtrauen, welches auch in der mildeſten und gerechteſten Handhabung derſelben nur eine Benachtheiligung der einen und eine Begünſtigung der andern Partei ſieht. In ähnlicher Weiſe ſprachen in jener Zeit faſt alle Männer, die entweder ſelbſt mit Regierungsgeſchäften beauftragt waren oder doch jenen höchſten Kreiſen nahe ſtanden. Freilich haben wir noch nicht die Höhe des freien Gedankenaustauſches erreicht; aber das Eine iſt doch gewonnen: die Cenſur iſt vernichtet. Die Regierungen erkennen die öffentliche Meinung jetzt doch an; ſie ſuchen ſie zu beeinfluſſen durch ihre Blätter; ſie miſchen ſich in die Debatte, ja ſie fürchten das freie Wort, wie das häufige Conſisciren der geleſenſten Blätter beweiſt. Und wie bedeutend der Antheil an den öffentlichen Angelegenheiten unſeres Volkes iſt, welche Bedeutung mithin der Tagespreſſe innewohnt, erhellt, wenn man der ungeheuren Auflagen der geleſenſten Blätter gedenkt, da nach Hartenſtein und Vogler die täglich erſcheinenden Zeitſchriften eine Auflageſtärke von circa 2,200,000 Exemplaren erreichen, eine aber nur dem mangelhaften Material nach gewonnene Zahl, weil von unzähligen Zeitſchriften die Höhe der Auflage nichtzu erfahren iſt. Da nun außerdem faſt aller belletri⸗ ſtiſchen, politiſchen, pädagogiſchen Zeitſchriften, die nicht täglich erſcheinen, ſowie der unzähligen Kalender mit ihren belehrenden Aufſätzen nicht gedacht worden, die doch auch ein nicht unbedeutendes Leſercontingent aufzuweiſen haben, ſo darf die Behauptung gewiß nicht als unberechtigt zurückgewieſen werden, daß in unſerer Nation wie inkeiner andern, außer der amerikaniſchen etwa, das Bedürfniß nach täglicher Belehrung immer gewaltiger ſich geltend macht. (Fortſetzung folgt.)

Stihaung aus tbmedanern er Die Fonda, i nuiſ gebaut und jalihen Sträucher lagenn die Warder uhher bequem in lugeſcein name lagte Gäßchen fün merkwürdigſten Or daß die fahrenden men können, die und man iſ hierin usthüren zeigten d freundlich bli zume hervot, de chlanten Säulen deckten,

Ein kleines, einem Hunde an blicken mich erſte Stolz und dabei lung. Mein W vorüber, die zur deren Geburtzort ward dieſe Stad und blieb Jahrhr die Weſtgothen. viele Männer ve

hüpfen ſich in

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der Maſchee ang⸗ ſin Orangenbäu donnen plät thedrale dis 1 und in ene Eck gefornte Dun. erohert worden Beſit. Die nie derrahman, ſeine Feſiden i weck dieſer Ze⸗ herrſchaft in S treffliche Beſch ſehr zu Statten